Tiridates – Name mehrerer Arsakiden-Könige in Parthien und Armenien

Tiridates – Porträt mehrerer Arsakiden-Könige in Parthien und Armenien: Biografien, Herrschaftszeiten und historischer Einfluss der Tiridates-Dynastie.

Autor: Leandro Alegsa

Tiridates war der Name mehrerer Mitglieder der Arsacid-Dynastie von Parthia. Die Überlieferung zu einzelnen Persönlichkeiten ist teils lückenhaft; vielfach ist nur bekannt, dass Träger dieses Namens kurzzeitig die Macht erlangten oder in dynastische Streitigkeiten verwickelt waren:

  • Tiridates I. von Parthien war der Bruder von Arsaces I.
  • Tiridates II. von Parthien regierte um 30-26 v. Chr.
  • Tiridates III von Parthien regierte c. AD 35-36

Zu den parthischen Trägern des Namens ist insgesamt zu sagen: die frühe Arsakidenzeit war geprägt von häufigen Thronwechseln, innerdynastischen Auseinandersetzungen und Einflussnahmen benachbarter Großmächte (Rom, lokal herrschende Stämme). Deshalb erscheinen einige Tiridates nur kurz in den Quellen und werden in alten Chroniken und Münzfunden unterschiedlich überliefert.

Tiridates (Trdat auf Armenisch) war auch der Name mehrerer Könige der Arsacid-Dynastie von Armenien. Diese armenischen Arsakiden spielten eine wichtige Rolle in den wechselvollen Beziehungen zwischen Rom und dem parthischen/ sassanidischen Perserreich:

  • Tiridates I von Armenien regierte c. 56-59 und 62-72
  • Tiridates II von Armenien regierte ca. 197-238
  • Tiridates III von Armenien regierte ca. 283-330

Kurze Ergänzungen zu den bekanntesten armenischen Tiridates:

  • Tiridates I. von Armenien ist vor allem bekannt aus den Berichten über die römisch-parthischen Machtkämpfe um Armenien. Er wurde zeitweise von Partherkönigen eingesetzt, geriet in Konflikt mit Rom und reiste schließlich nach Rom, wo ihm Kaiser Nero (im Jahr 66 n. Chr.) die Königskrone übergab. Diese Episode symbolisiert die Kompromissfindung zwischen Rom und Parthien um die Kontrolle Armeniens und hatte große dynastische und diplomatische Bedeutung.
  • Tiridates II. von Armenien regierte in einer späteren Phase, in der Armenien immer wieder Schauplatz von Auseinandersetzungen zwischen römischen und iranischen Mächten war. Über die konkrete Innenpolitik seiner Regierungszeit sind die Quellen weniger ausführlich; sein Herrschaftszeitraum fällt in eine Periode relativer dynastischer Konsolidierung.
  • Tiridates III. von Armenien (auch »Tiridates der Große« genannt) ist eine der bedeutendsten Gestalten der armenischen Geschichte: Unter seinem Herrschaftseinfluss und durch die Wirksamkeit des Missionars Gregorios des Erleuchters (Gregory the Illuminator) wurde Armenien um Beginn des 4. Jahrhunderts n. Chr. das erste Land, das das Christentum zur Staatsreligion erhob (traditionell um 301 n. Chr.). Tiridates III. spielte damit eine herausragende Rolle bei der religiösen und kulturellen Neuorientierung Armeniens.

Andere

  • Der Name Tiridates/Tirdat/Trdat wurde in verschiedenen Formen in Quellen, Inschriften und mittelalterlichen armenischen Chroniken weiterverwendet und findet sich auch bei lokalen Fürsten und in genealogischen Aufzeichnungen.
  • Der Name selbst leitet sich wahrscheinlich vom altiranischen *Tīrdata* ab und bedeutet etwa „Geschenk des Tīr“ (Tīr = Name einer Gottheit bzw. eines Himmelskörpers in der altiranischen Religion).

Hinweis: Bei den genannten Daten handelt es sich zum Teil um ungefähre Daten (z. T. unterschiedliche Überlieferung). Für vertiefende Forschung sind numismatische Befunde, zeitgenössische römische und persische Quellen sowie armenische Chroniken zu Rate zu ziehen.



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