Vulvakrebs ist eine bösartige Erkrankung, die in den Geweben der äußeren weiblichen Genitalien entsteht. Gemeint ist damit meist ein Tumor, der in der Vulva beginnt und sich aus verschiedenen Zelltypen entwickeln kann. Die Erkrankung wird nach dem Ausgangsorgan benannt: Ein Tumor, der in der Vagina startet, gilt demgegenüber als Vaginalkrebs. Früherkennung verbessert die Heilungschancen deutlich, weshalb anhaltende Symptome abgeklärt werden sollten.

Formen, Lokalisation und typische Merkmale

Am häufigsten handelt es sich bei Vulvakrebs um Plattenepithelkarzinome, die aus der oberflächlichen Haut entstehen. Daneben kommen seltener Tumoren wie Melanome, Adenokarzinome oder verruköse Karzinome vor. Häufig betroffen sind die inneren Bereiche der Schamlippen, aber auch Klitoris, Perineum oder Bereiche um Harnröhre und Bartholin-Drüse können Ursprung sein. Klinisch fallen Tumoren häufig durch Hautveränderungen, Knoten oder chronische Wunden auf.

Symptome und Warnzeichen

  • Anhaltender Juckreiz oder Brennen im Bereich der Vulva
  • Neu auftretende Knoten oder verdickte Stellen
  • Hautveränderungen wie Verhärtungen, Rötungen, weiße Flecken oder Geschwüre
  • Blutungen, Sekretion oder Schmerzen beim Sitzen und beim Geschlechtsverkehr

Da Beschwerden lange als harmlos interpretiert werden können, ist eine fachärztliche Untersuchung bei anhaltenden Symptomen wichtig.

Ursachen und Risikofaktoren

Bei manchen Formen spielt eine Infektion mit humanen Papillomviren (HPV) eine bedeutende Rolle; andere erscheinen häufiger bei älteren Frauen oder bei chronischen Hautveränderungen wie Lichen sclerosus. Weitere Risikofaktoren sind Rauchen, Immunsuppression und vorherige gynäkologische Tumorerkrankungen. Die Entstehung ist multifaktoriell und variiert je nach histologischer Unterart.

Diagnostik, Stadieneinteilung und Therapie

Zur Abklärung gehören die gründliche klinische Inspektion, gezielte Tastuntersuchungen und immer eine Gewebsentnahme (Biopsie) zur histologischen Sicherung. Ergänzend können bildgebende Verfahren wie Ultraschall, CT oder MRT zur Bestimmung der Ausbreitung eingesetzt werden. Die Stadieneinteilung richtet sich nach Größe des Primärtumors, Befall von Lymphknoten und Fernmetastasen.

Behandlungskonzepte sind individuell und umfassen chirurgische Eingriffe (von breiter Exzision bis zu teilweiser oder kompletter Vulvektomie), gegebenenfalls kombiniert mit Strahlen- oder Chemotherapie. Bei ausgewählten Patienten kommen sentinel-node-Verfahren, rekonstruktive Techniken und in fortgeschrittenen Fällen systemische Therapien zum Einsatz. Die Prognose hängt maßgeblich vom Stadium bei Diagnosestellung ab.

Prävention, Nachsorge und wichtige Unterscheidungen

Schutzimpfungen gegen HPV können das Risiko für HPV-assoziierte Formen senken; regelmäßige gynäkologische Kontrollen und das frühzeitige Abklären von Hautveränderungen sind zentral. In der Nachsorge stehen körperliche Untersuchungen und bei Bedarf bildgebende Kontrollen im Vordergrund. Wichtig ist die Unterscheidung zu anderen gynäkologischen Tumoren: Der Name eines Krebses folgt seinem Ursprungsort — ein in der Vagina beginnender Tumor bleibt Vaginalkrebs, auch wenn Tochtergeschwülste an anderen Stellen auftreten. Umfangreiche Informationen zu Anatomie und Terminologie finden sich in spezialisierten Quellen zur Vulva und zu den Schamlippen.

Hinweis: Bei Verdacht auf Vulvakrebs sollte zeitnah eine gynäkologische Facharztpraxis oder ein Brust-/Gynäkologisches Krebszentrum aufgesucht werden, um eine sichere Diagnose und Therapieplanung zu gewährleisten.