Überblick
Die National Hockey League (NHL) veränderte sich grundlegend mit der Erweiterung zur Saison 1967-68. Zum ersten Mal seit 1942 (1942) wuchs die Liga: sechs neue Mannschaften wurden aufgenommen und die Zahl der Franchises von sechs auf zwölf erhöht. Dieses Ereignis markierte das Ende der sogenannten „Original Six“-Periode und leitete eine neue Phase professionellen Eishockeys ein.
Hintergrund und Gründe
Die Entscheidung zur Erweiterung war das Ergebnis mehrerer Faktoren: wachsendes Interesse an Fernsehen und Sportübertragungen, strategisches Bestreben, neue US-Märkte zu erschließen, und die Absicht, die Liga gegenüber möglichen Konkurrenzorganisationen zu stärken. Die Leitung der NHL kündigte bereits Mitte der 1960er Jahre Pläne an, um die Präsenz des Sports in größeren Städten zu sichern und wirtschaftliche Chancen zu nutzen. Praktische Voraussetzungen wie geeignete Arenen, Investoren und regionale Nachfrage spielten ebenfalls eine Rolle.
Die bisherigen Stammvereine
Vor der Erweiterung bestanden die Liga und ihre Traditionen vor allem aus sechs etablierten Teams, die über Jahrzehnte hinweg die Liga prägten. Diese Mannschaften waren:
- Boston Bruins
- Chicago Black Hawks
- Detroit Red Wings
- Montreal Canadiens
- New York Rangers
- Toronto Maple Leafs
Die sechs neuen Teams
Mit der Erweiterung kamen sechs neue Franchises hinzu, die in unterschiedlichen Regionen Fuß fassen sollten: Los Angeles Kings, Minnesota North Stars, Oakland/California Seals, Philadelphia Flyers, Pittsburgh Penguins und St. Louis Blues. Die Auswahl dieser Standorte spiegelte strategische Ziele wider: West- und Südküstenmärkte, wichtige nordamerikanische Ballungszentren und traditionelle Hockeyregionen im Mittleren Westen.
Unmittelbare Folgen und Ligastruktur
Sportlich und organisatorisch hatte die Erweiterung mehrere direkte Auswirkungen. Die Liga wurde in zwei Gruppen unterteilt, um die bestehende und die neuen Teams zu unterscheiden; das führte zu einem neu gestalteten Spiel- und Playoff-Modus für die folgenden Jahre. Einige Expansionsteams hatten anfangs mit sportlicher Wettbewerbsfähigkeit und Infrastruktur zu kämpfen, andere konnten durch kluge Personalpolitik oder starke Fanbasis rasch Fuß fassen. Aufgrund der Einteilung gelang es einigen Neulingen, rasch bedeutende Erfolge zu erzielen: so erreichten etwa die St. Louis Blues in den ersten Spielzeiten die Stanley-Cup-Finals, was wesentlich auf die spezielle Wettbewerbsstruktur zurückzuführen war.
Bedeutung und langfristige Auswirkungen
Die Erweiterung von 1967 war nicht nur ein Akt der Quantitätserhöhung: sie veränderte die geografische und wirtschaftliche Landkarte des nordamerikanischen Eishockeys nachhaltig. Neue Märkte erhöhten die TV-Reichweite und öffneten die Liga für breitere Sponsoren- und Publikumsschichten. In den folgenden Jahrzehnten folgten weitere Erweiterungen, Umzüge und Fusionen, wodurch die NHL zu einer echten nordamerikanischen Profiliga wurde. Viele der 1967 gegründeten Franchises entwickelten sich über die Jahrzehnte unterschiedlich — einige etablierten sich dauerhaft, andere erfuhren Namens- oder Standortwechsel — doch der Schritt von 1967 gilt allgemein als Wendepunkt in der Geschichte der Liga.
Besondere Fakten
- Die Erweiterung verdoppelte die Liga in einem einzigen Schritt, ein ungewöhnlich radikaler Schritt in Profi-Ligen.
- Die Entscheidung wurde maßgeblich von wirtschaftlichen und strategischen Überlegungen getrieben, nicht nur sportlichen.
- Weitere Informationen zur NHL und historischen Saisons finden sich auf thematisch passenden Ressourcen (NHL, 1967-68 Saison).