Cabell "Cab" Calloway III (25. Dezember 1907 – 18. November 1994) war ein einflussreicher amerikanischer Jazzmusiker, Schauspieler und Showman. Geboren in Rochester, New York, wurde er zu einer der bekanntesten Figuren der Swing-Ära. Mit seiner markanten Stimme, seinem charismatischen Auftreten und seinem virtuosen Scat-Gesang prägte er die Unterhaltungsmusik der 1930er und 1940er Jahre.
Karriere und Bedeutung
In den frühen 1930er Jahren gründete Calloway eine der populärsten Big Bands der Zeit. Die Band war bekannt für ihre energiegeladenen Bühnenshows, aufwändigen Outfits (darunter oft der damals typische Zoot Suit) und die Kombination aus Gesang, Tanz und Orchester-Arrangements. Calloway selbst wurde für sein dramatisches Auftreten, seine laute, flexible Stimme und seine improvisierten Scat-Passagen berühmt. Sein markantes „Hi-de-ho!“ wurde zum Markenzeichen und gab ihm den Spitznamen „The Hi-De-Ho Man“.
In Calloways Orchester spielten zahlreiche später berühmte Musiker; dazu gehörte unter anderem Dizzy Gillespie, der in den frühen 1940er Jahren kurz in Calloways Band spielte und später selbst zu einer Schlüsselgestalt des Bebop wurde. Viele junge Talente profitierten von der Erfahrung in Calloways Ensemble.
Bekannte Aufnahmen und Auftritte
1931 nahm Calloway sein wohl bekanntestes Lied auf: "Minnie the Moocher". Das Stück enthält charakteristische Call-and-Response-Effekte und ausgedehnte Scat-Improvisationen, die das Publikum zum Mitsingen animierten. Der Song wurde zu einem großen Erfolg und ist bis heute eng mit Calloways Namen verbunden.
- Weitere Stücke und Nummern: Calloway war bekannt für schmissige Nummern wie "Reefer Man", "St. James Infirmary" und "The Jumpin' Jive", die live oft mit viel Show ergänzt wurden.
- Film und Animation: Calloways Präsenz reichte über die Konzertbühne hinaus: Er trat in Spielfilmen und Kurzfilmen auf und lieh seiner Musik berühmten Animationsfilmen die Stimme. Besonders bekannt ist der Betty-Boop-Cartoon zu "Minnie the Moocher", in dem eine animierte Sequenz mithilfe von Rotoskopie seine Tanzbewegungen nachzeichnete.
Filme, Fernsehen und spätere Karriere
Calloway blieb auch in späteren Jahrzehnten präsent. Er spielte und sang in verschiedenen Film- und Fernsehproduktionen und trat weiterhin als Entertainer auf. Ein bekanntes Beispiel seiner späten Auftritte ist der Spielfilm "The Blues Brothers" (1980), in dem er als Gast auftrat und "Minnie the Moocher" sang. In der beliebten Kindersendung "Sesamstraße" trat er ebenfalls auf und sang unter anderem "The Jumpin' Jive", wodurch seine Musik auch jüngere Zuschauer erreichte.
Stil, Einfluss und Vermächtnis
Calloways Stil verband virtuos gesungenes Scat, theatralische Gestik und showorientierte Bühnenshows. Er war eine wichtige Brücke zwischen der Populärmusik der 1920er/30er Jahre und späteren Entwicklungen im Jazz. Sein Einfluss reicht bis in die Rock- und Popkultur: Viele Musiker und Entertainer zitierten seine Phrasen, seinen Klang und seine Bühnenpräsenz.
Spätes Leben und Tod
Calloway blieb bis ins hohe Alter künstlerisch aktiv. Im Mai 1994 erlitt er einen Schlaganfall; er starb sechs Monate später am 18. November 1994. Sein musikalisches Erbe lebt in zahlreichen Aufnahmen, Filmausschnitten und in der Erinnerung als einer der charismatischsten Bandleader und Scatsänger des 20. Jahrhunderts weiter.