Omar Efrain Torrijos Herrera (13. Februar 1929 - 31. Juli 1981) war von 1968 bis 1981 Führer Panamas, als er bei einem Flugzeugabsturz ums Leben kam. Er ist besser bekannt als Omar Torrijos.

Torrijos war der Befehlshaber des Militärs von Panama. Obwohl Panama einen Präsidenten hatte, war Torrijos der Anführer. Er ist am besten dafür bekannt, dass er einen Vertrag schloss, der Panama die volle Kontrolle über den Panamakanal gab.

Sein Sohn Martín Torrijos wurde zum Präsidenten gewählt und diente von 2004 bis 2009.

Geboren in Santiago de Veraguas, trat Torrijos früh in die Nationale Garde Panamas ein und stieg in den folgenden Jahrzehnten in den Offiziersrängen auf. Nach dem Militärputsch im Oktober 1968, der Präsident Arnulfo Arias stürzte, wurde Torrijos eine Schlüsselfigur in der neuen Militärführung. In den folgenden Jahren konsolidierte er seine Macht und fungierte faktisch als Staatsoberhaupt, ohne jedoch formell das Präsidentenamt zu bekleiden.

Unter Torrijos’ Führung prägte eine Mischung aus nationalistischem Populismus und sozialer Politik die Innenpolitik. Zu seinen wichtigsten Maßnahmen und Merkmalen zählen:

  • Verfassungsreform und politische Neustrukturierung: 1972 trat eine neue Verfassung in Kraft, die die politische Ordnung veränderte und dem Militär Einfluss auf Staat und Gesellschaft sicherte.
  • Sozial- und Wirtschaftsreformen: Landreformen, Ausbau von Bildung und Gesundheitsversorgung sowie Programme für Wohnungsbau und Infrastruktur gehörten zu seinen Prioritäten, um die Lebensbedingungen breiter Bevölkerungsgruppen zu verbessern.
  • Staatliche Kontrolle und Eingriffe: Die Regierung nahm Einfluss auf wirtschaftliche Schlüsselbereiche und förderte eine stärkere Rolle des Staates in der Entwicklungspolitik.
  • Beschränkungen von Opposition und Medien: Trotz sozialer Programme kam es immer wieder zu Repressionen gegen politische Gegner, Einschränkungen der Pressefreiheit und zu Willkür durch Sicherheitskräfte.

International war Torrijos vor allem für seine diplomatischen Verhandlungen mit den Vereinigten Staaten bekannt. Die bekannteste Errungenschaft sind die sogenannten Torrijos–Carter-Verträge, die 1977 unterzeichnet wurden. Diese Verträge regelten die schrittweise Übergabe der Kontrolle über den Panamakanal an Panama und sicherten die Souveränität Panamas über den Kanal, die schließlich 1999 vollständig umgesetzt wurde.

Am 31. Juli 1981 kam Torrijos bei einem Flugzeugabsturz in der Nähe von Penonomé ums Leben. Die Umstände des Absturzes blieben umstritten: Offizielle Untersuchungen sprachen von einem Unfall, doch es gab und gibt Spekulationen über eine mögliche Sabotage oder Fremdeinwirkung. Die ungeklärten Fragen um seinen Tod spielten später in der politischen Entwicklung Panamas eine Rolle, da nach Torrijos’ Tod andere Militärfiguren – namentlich Manuel Noriega – an Einfluss gewannen und das Land in eine neue, deutlich repressivere Phase führten.

Das Vermächtnis Torrijos’ ist ambivalent: Viele Panamerikaner sehen in ihm einen Nationalhelden, der die Souveränität seines Landes gegenüber einer Großmacht durchsetzte und soziale Reformen förderte. Kritiker heben hingegen die Einschränkungen von Demokratie und Menschenrechten während seiner Herrschaft hervor. Sein Name und seine Politik bleiben wichtige Bezugspunkte der modernen panamaischen Geschichte.

Sein Sohn Martín Torrijos griff später auf das politische Erbe seines Vaters zurück und wurde 2004 zum Präsidenten gewählt; seine Amtszeit wird oft im Zusammenhang mit dem politischen Erbe und den Reformen seines Vaters diskutiert.