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Ereignisse
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Griechenland
Schlacht bei Sellasia (222 v. Chr.): In der Schlacht bei Sellasia wurden die spartanischen Truppen unter König Cleomenes III von einem Bündnis aus makedonischen Streitkräften unter Antigonos III. Doson und Truppen der Achaäischen Liga geschlagen. Die Niederlage beendete Cleomenes' Reform- und Expansionsbestrebungen und markierte das Ende Spartas als bedeutende Landmacht in Griechenland. Antigonos zog in Sparta ein und stellte dort die traditionelle makedonische Vormacht wieder her; viele spartanische Institutionen verloren an Bedeutung.
Folgen: Die Niederlage schwächte die Unabhängigkeit Spartas nachhaltig. Die Achaäische Liga festigte ihre Stellung in der Peloponnes, während Makedonien unter Antigonos Einfluss in Griechenland gesichert sah. Cleomenes floh nach Ägypten; sein weiteres Schicksal ist in antiken Quellen unterschiedlich überliefert.
Rom
Kampf gegen die gallischen Stämme in Norditalien: Im Jahr 222 v. Chr. setzten die Römer ihre Offensive gegen die keltischen Stämme der Po-Ebene (insbesondere die Insubrer) fort. Ein wichtiges Ereignis war die Schlacht bei Clastidium, in der der römische Feldherr Marcus Claudius Marcellus die gallische Streitmacht schlug. Marcellus gilt in antiken Quellen als derjenige, der im Zweikampf den gallischen Führer tötete und dafür traditionell die spolia opima beanspruchte (die Ehre, die Rüstung eines getöteten feindlichen Heerführers als Kriegsbeute zu erringen).
Die römischen Erfolge in diesem Jahr trugen entscheidend zur Unterwerfung großer Teile der keltischen Gebiete in Norditalien bei; in den folgenden Jahren wurden die Städte der Po-Ebene schrittweise römisch kontrolliert und integriert.
Asien
Seleukidenreich und Antiochos III. Nach dem Tod von Seleukos III. standen Teile des Seleukidenreichs unter innerer Schwäche und regionalen Herausforderern. In dieser Phase begann Antiochos III. (später als „der Große“ bekannt) damit, seine Position zu festigen und die Kontrolle in Kleinasien und Westasien wiederherzustellen. Seine Herrschaft und frühen Feldzüge legen den Grundstein für seine späteren Versuche, die ehemaligen Besitzungen des Reiches zurückzugewinnen.
Ostasien (China): Auf dem fernen asiatischen Kontinent setzte der Staat Qin seine militärischen Operationen im Rahmen der Einigung Chinas fort. Im Jahr 221 v. Chr. war die Einigung vollendet; die Jahre unmittelbar davor, also auch 222 v. Chr., waren geprägt von intensiven Feldzügen gegen die verbleibenden Teilstaaten. Diese Kämpfe führten schließlich zur Zentralisierung unter dem ersten Kaiser Qin Shihuangdi.
Todesfälle
- Viridomarus (Viridomar) – ein Anführer der Insubrer (ein gallischer Stamm in Norditalien), der in der Schlacht bei Clastidium (222 v. Chr.) fiel. Sein Tod wurde in römischen Quellen hervorgehoben, weil er im Kampf von Marcus Claudius Marcellus getötet worden sein soll.
- Opfer und Gefallene in Sellasia – bei der Schlacht in Griechenland gab es zahlreiche Tote auf beiden Seiten; zu den bekannten Einzelpersonen zählen nur wenige namentlich überlieferte Figuren. Die militärische Niederlage Spartas hatte jedoch weitreichende politische Folgen.
Hinweis: Für das Jahr 222 v. Chr. sind die überlieferten Quellennachweise fragmentarisch; Datierungen und Namensformen können in antiken Quellen variieren. Die oben beschriebenen Ereignisse sind die wichtigsten, die in modernen historischen Zusammenfassungen dieses Jahres regelmäßig genannt werden.