Brasilianit – Gelb-grünes Phosphatmineral: Eigenschaften & Vorkommen
Brasilianit: gelb-grünes Phosphatmineral mit makellosen Kristallen. Eigenschaften, Fundorte (Brasilien, New Hampshire), Kristallgrößen und Sammlerwerte kompakt erklärt.
Der Brasilianit, dessen Name sich von seinem Ursprungsland Brasilien ableitet, ist ein typisch gelb‑grünes Phosphatmineral, das am häufigsten in phosphatreichen Pegmatiten vorkommt. Sein chemischer Formelansatz lautet in der allgemeinen Form NaAl3(PO4)2(OH)4; das Mineral kristallisiert im monoklinen System und bildet oft wohlgestaltete, prismatische Kristalle von hoher Transparenz und Edelsteinqualität.
Er kommt in Form von perfekten Kristallen vor, die in Drusen, in Pegmatiten, gruppiert sind, und ist oft von Edelsteinqualität. Ein bekanntes Vorkommen von Brasilianit befindet sich in der Umgebung von Conselheiro Pena, in Minas Gerais, Brasilien.
Eigenschaften
Typische physikalische und optische Merkmale des Brasilianits:
- Farbe: gelblich-grün bis olivgrün, manchmal dunkelgrünlich gelb; Farbintensität kann stark variieren.
- Glanz: glasglänzend bis leicht diamantähnlich (adamitisch) auf frisch gebrochenen Flächen.
- Transparenz: durchsichtig bis durchscheinend.
- Härte (Mohs): etwa 5,5–6,0 – ausreichend hart für Schliffsteine, aber nicht ideal für stark beanspruchten Schmuck.
- Dichte: ungefähr 2,9–3,1 g/cm³.
- Kristallsystem: monoklin; oft langgestreckte, prismatische Kristalle mit glatten Flächen.
- Spaltbarkeit: gute bis perfekte Spaltbarkeit in mindestens einer Richtung, was beim Schleifen und bei der Verwendung als Schmuckstein berücksichtigt werden muss.
- Optik: optisch zweiachsig (biaxial) mit mäßiger Doppelbrechung; genaue Brechungszahlen können je nach Probe variieren.
Bildung und Begleitminerale
Brasilianit entsteht typischerweise in spätmagmatischen Pegmatiten, vor allem in Zonen reicher Phosphatverbindung. Er findet sich häufig in Hohlräumen (Drusen) und ist oft auf oder zwischen Schichten von Muskovit (Sylvin?), wo er durch hydrothermale Nachbildung aus phosphatreichen Lösungen gewachsen ist. Typische Begleitminerale sind unter anderem Muskovit, Amblygonit/Montebrasit, Berylle (z. B. Smaragde, Aquamarin), Quarz, Lepidolith und weitere Phosphate und Silikate, die für Pegmatite charakteristisch sind.
Bekannte Fundorte
Die berühmtesten und ergiebigsten Fundorte liegen in Brasilien (insbesondere Minas Gerais) — neben Conselheiro Pena sind lokale Sammlungsfunde auch aus Linópolis und anderen Pegmatitfeldern bekannt. In Minas Gerais wurden auch nahe Mantena Kristalle gefunden, die ähnliche Größe, aber oft geringere Kristallqualität aufweisen. Viele bemerkenswerte Exemplare in internationalen Mineraliensammlungen stammen aus den Bergwerken Palermo und Charles Davis in Grafton County, New Hampshire (USA). Hochwertige, große Kristalle mit gut ausgeprägter Kristallform erreichen in Einzelfällen Längen bis zu etwa 12 cm und Breiten bis zu 8 cm.
Verwendung und Bedeutung
Wegen ihrer attraktiven Farben und guten Transparenz werden große, fehlerarme Brasilianitkristalle gerne als Sammlerstücke und gelegentlich als facettierte Edelsteine verwendet. Wegen der ausgeprägten Spaltbarkeit und der mittleren Härte sind sie jedoch weniger geeignet für stark beanspruchte Schmuckstücke (z. B. Ringe für den täglichen Gebrauch). Brasilianit ist in erster Linie ein interessanter Sammelstein und mineralogisches Studienthema.
Schleifen, Pflege und Hinweise
- Beim Schleifen sind erfahrene Gemmologen vorsichtig wegen der Spaltbarkeit – geeignete Formen sind Cabochon oder vorsichtig facettierte Steine mit Schutzfassungen.
- Reinigung: nur lauwarmes Seifenwasser und eine weiche Bürste verwenden; starke Hitze, Dampf oder aggressive Chemikalien vermeiden.
- Aufbewahrung: getrennt von härteren Steinen lagern, um Kratzer zu vermeiden.
Besonderes und Geschichte
Der Name Brasilianit verweist auf das Herkunftsland Brasilien, wo einige der schönsten Stücke gefunden wurden. Die Kombination aus seltenen, gut ausgebildeten Kristallen und attraktiver Farbe macht das Mineral für Mineraliensammler weltweit begehrenswert.
Einige davon finden sich auf Blättern von Muskovit mit ihrem starken silbrigen Glitzern, die in das Muttergestein eingewachsen sind. Die dunkelgrüngelben bis olivgrünen Kristalle messen manchmal bis zu 12 cm (4,7 in) in der Länge und 8 cm (3,1 in) in der Breite. In einer anderen Lagerstätte in Minas Gerais, in der Nähe von Mantena, wurden Kristalle von ähnlicher Form und Größe entdeckt, denen jedoch die Perfektion der Kristallform fehlt. Viele in Mineraliensammlungen gefundene Brasilianite stammen aus den Bergwerken Palermo und Charles Davis in Grafton County, New Hampshire.
Ähnliche Minerale
Zur Unterscheidung von Brasilianit sind andere gelb‑grüne Phosphate und Silikate zu beachten, z. B. Amblygonit oder bestimmte Varianten von Apatit. Bestimmung durch Kombination von Farbe, Kristallsystem, Dichte und optischen Messungen (Brechungsindex, Doppelbrechung) sowie gegebenenfalls Röntgenbeugung ist empfehlenswert.
Zusammenfassend ist Brasilianit ein attraktives, meist gelb-grün gefärbtes Phosphatmineral aus Pegmatiten mit ausgeprägter Kristallform, das vor allem als Sammler- und gelegentlich als Schmuckstein geschätzt wird. Seine empfindliche Spaltbarkeit und mittlere Härte sollten bei Bearbeitung und täglicher Nutzung stets berücksichtigt werden.

Brasilianerin aus der Gemeinde Conselheiro Pena (MG)
Fragen und Antworten
F: Was ist Brasilianit?
A: Brasilianit ist ein typisch gelb-grünes Phosphatmineral, das am häufigsten in phosphatreichen Pegmatiten vorkommt.
F: Wo wurde Brasilianit zuerst gefunden?
A: Brazilianit wurde erstmals in Brasilien gefunden und nach diesem Land benannt.
F: In welcher Form kommt Brasilianit vor und wo kann er gefunden werden?
A: Brazilianit kommt in Form von perfekten Kristallen vor, die in Drusen gruppiert sind, typischerweise in phosphathaltigen Pegmatiten. Eine bemerkenswerte Lagerstätte befindet sich in der Umgebung von Conselheiro Pena, in Minas Gerais, Brasilien.
F: Welche Qualität haben Brasilianit-Kristalle?
A: Brazilianit-Kristalle sind oft von Edelsteinqualität.
F: Welche Größe haben Brasilianit-Kristalle?
A: Brazilianit-Kristalle können bis zu 12 cm lang und 8 cm breit sein.
F: Gibt es neben dem brasilianischen Vorkommen noch andere bemerkenswerte Vorkommen von Brasilianit?
A: Ja, Kristalle von ähnlicher Form und Größe wurden in einer Lagerstätte in der Nähe von Mantena in Minas Gerais, Brasilien, entdeckt, allerdings fehlt ihnen die Perfektion der Kristallform.
F: Woher stammen viele Brasilianite, die in Mineraliensammlungen zu finden sind?
A: Viele Brasilianite in Mineraliensammlungen stammen aus den Minen Palermo und Charles Davis in Grafton County, New Hampshire.
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