Das Uhrenkabinett ist ein Raum in Versailles. Es ist einer der Räume in den Privatkabinetten des Königs. In dem Raum steht eine astronomische Uhr. Ludwig XV. zeigte großes Interesse an der Astronomie. Die Uhr zeigt die Zeit, den Wochentag, den Monat, das Jahr und das Mondquartal an. In der Kristallkugel ganz oben sieht man die Planeten, die sich nach Kopernikus um die Sonne bewegen.

Die Uhr wurde von Claude-Siméon Passemant, dem Ingenieur des Königs, entworfen. Sie wurde von dem Uhrmacher Louis Dauthiau hergestellt. Das Bronzegehäuse wurde von Jacques und Philippe II. Caffiéri gefertigt. Die Uhr diente dazu, das erste offizielle Zeitsystem im ganzen Königreich zu bestimmen. Die gesamte Vorrichtung ist über zwei Meter hoch.

Die Akademie der Wissenschaften prüfte und genehmigte die Uhr im August 1749. Der Herzog von Chaulnes überreichte sie Ludwig XV. am 7. September 1750. Sie wurde 1754 in das Uhrenkabinett gestellt. Der Raum erhielt seinen Namen eigentlich wegen der großen astronomischen Zifferblätter der Uhr in der Täfelung. Diese Uhren zeigten täglich die Sonnenauf- und Mondaufgänge an. Die wissenschaftlichen Interessen des Königs veranlassten ihn, diese tägliche Erfahrung zu verbessern, indem er die Uhr Passemant in dem Raum installieren ließ.

Im Jahr 1692 war der Raum ein Vorzimmer und Teil des Kunstkabinetts Ludwigs XIV. Im Jahr 1738 wurde es in einen ovalen Salon umgebaut. Im Jahre 1760 fand es seine heutige Form. Die Täfelung ist von Verberckt und Rousseau. Die Übertüren sind Kopien der ursprünglich von Boucher gemalten Diana-Geschichte. Zu den Möbeln im Raum gehören Jagdtische, die Ludwig XV. bei Slodtz, Foliot und Roumier bestellte. Eine Reiterstatue aus Sèvres bisque, die Friedrich II. darstellt, steht in dem Raum. Eine weitere Reiterstatue in dem Raum stellt Ludwig XV. dar. Es handelt sich um eine kleine Kopie von Vassé nach der Statue von Bouchardon, die auf der Place de la Concorde steht.