Amnesie: Definition, Ursachen & Formen (anterograd, retrograd)
Amnesie: Ursachen, Symptome & Formen (anterograd, retrograd) verständlich erklärt — Ursachen, Diagnose und Therapie einfach erklärt. Jetzt informieren!
Amnesie ist der medizinische Begriff für einen teilweisen oder vollständigen Verlust bzw. eine Störung des Gedächtnisses. Betroffene können sich an kürzlich Erlebtes, an die eigene Vergangenheit oder an bestimmte Fakten nicht (mehr) erinnern. Ursachen sind vielfältig: beispielsweise Hirnschäden nach Unfällen, Schlaganfällen oder Sauerstoffmangel, Infektionen oder andere Krankheiten, aber auch schwere seelische Belastungen und bestimmte Medikamente oder Drogen.
Man unterscheidet vereinfacht zwei Hauptformen der Amnesie, die sich in der zeitlichen Orientierung der Gedächtnislücken unterscheiden:
- Anterograde Amnesie: Das Kurzzeitgedächtnis wird nicht zuverlässig ins Langzeitgedächtnis übertragen. Menschen mit anterograder Amnesie haben Schwierigkeiten, neue Erinnerungen zu bilden und Informationen über längere Zeit zu behalten — sie „leben oft im Moment“.
- Retrograde Amnesie: Die Person kann sich nicht mehr an Ereignisse oder Informationen erinnern, die vor einem bestimmten Zeitpunkt (z. B. einem Unfall oder einer Operation) lagen. Häufig ist die Erinnerung graduell: neuere Ereignisse sind schlechter erinnert als weiter zurückliegende („temporale Gradient“).
Zusätzlich zu diesen Haupttypen gibt es weitere Formen und Muster:
- Transiente globale Amnesie (TGA): Vorübergehende, meist wenige Stunden dauernde Episode plötzlichen Gedächtnisverlusts, vor allem bei älteren Erwachsenen. Meist folgenlos für andere Hirnfunktionen.
- Posttraumatische Amnesie: Gedächtnislücken nach Schädel-Hirn-Trauma; Dauer und Schwere korrelieren oft mit der Schwere der Hirnverletzung.
- Korsakoff-Syndrom: Chronische, meist durch Thiamin-(Vitamin B1)-Mangel (häufig infolge Alkoholmissbrauchs) bedingte schwere Gedächtnisstörung mit vorwiegender anterograder Amnesie und oft konfabulativem Verhalten.
- Dissoziative (psychogene) Amnesie: Gedächtnisverlust nach starkem psychischem Stress oder Trauma, oft beschränkt auf persönliche Informationen oder bestimmte Zeiträume; organische Hirnschäden fehlen.
- Infantile Amnesie: Die normale Unfähigkeit Erwachsener, sich an sehr frühe Kindheit (oft vor dem 3.–4. Lebensjahr) zu erinnern; wird durch die Gehirnentwicklung und die Reifung der Gedächtnisnetzwerke erklärt und nicht als krankhafte Form angesehen.
Typische Ursachen im Überblick:
- Mechanische Hirnverletzungen (z. B. Schlag auf den Kopf)
- Sauerstoffmangel (z. B. nach Herzstillstand)
- Schlaganfall oder Blutungen im Gehirn
- Infektionen des Gehirns (z. B. Enzephalitis)
- Neurodegenerative Erkrankungen (z. B. Alzheimer)
- Alkoholmissbrauch und Vitaminmangel (Korsakoff)
- Epilepsie und nach Anfällen
- Bestimmte Medikamente, Intoxikationen
- Schwere psychische Belastungen (dissoziative Amnesie)
Wie erkennt man Amnesie? Wichtige Hinweise sind plötzliche Gedächtnislücken, wiederholte Fragen, Unfähigkeit, sich neue Informationen zu merken, oder das Fehlen von Erinnerungen an eine klare Zeitspanne. Bei manchen Formen bleiben übrige kognitive Fähigkeiten (z. B. Sprache, motorische Funktionen) erhalten; bei anderen sind mehrere Bereiche betroffen.
Diagnostik umfasst meist:
- Ausführliche Anamnese und neuropsychologische Tests (z. B. Gedächtnisprüfungen, Aufmerksamkeitstests)
- Bildgebung (CT, MRT) zur Suche nach strukturellen Schäden
- EEG bei Verdacht auf epileptische Ursachen
- Laboruntersuchungen (z. B. Vitaminstatus, Infektionsparameter, toxikologische Tests)
- Bei psychogenen Störungen: psychiatrische Einschätzung
Behandlung und Rehabilitation richten sich nach der Ursache:
- Akuttherapie der Grunderkrankung (Operation, Thrombolyse beim Schlaganfall, Behandlung von Infektionen, Gabe von Thiamin bei Verdacht auf Korsakoff)
- Kognitive Rehabilitation: Gedächtnistraining, Übungen zur Orientierung, Strategien zum Gedächtnisstützen
- Alltagsstrategien: Kalender, Notizen, Smartphones, Routinen, Erinnerungsalarme
- Physio- und Ergotherapie zur Wiederherstellung von Alltagsfähigkeiten
- Psychotherapie bei dissoziativen oder belastungsbedingten Formen
- Medikamentöse Behandlung eher selten spezifisch für Amnesie; zugrunde liegende Erkrankungen werden medikamentös versorgt
Prognose: Sie ist sehr unterschiedlich und hängt von Ursache, Ausmaß und Dauer der Schädigung ab. Manche Patienten erholen sich vollständig (z. B. nach TGA), bei anderen bleiben dauerhafte Defizite bestehen. Frühzeitige Diagnostik und gezielte Rehabilitation verbessern oft die Chancen auf Besserung.
Praktische Hinweise für Betroffene und Angehörige:
- Bei plötzlichem Gedächtnisverlust sofort ärztliche Hilfe suchen.
- Gedächtnisstützen (Kalender, Fotos, schriftliche Anleitungen) konsequent verwenden.
- Routinen und feste Abläufe im Alltag einführen, um Orientierung zu erleichtern.
- Offene, geduldige Kommunikation mit dem Betroffenen: wiederholte Erklärungen ruhig geben, ohne Druck aufzubauen.
- Wichtig: Bei Alkoholabhängigkeit und Mangelernährung früh behandeln, um weiteren Schaden zu vermeiden.
Wenn Sie den Verdacht haben, dass bei sich selbst oder einer nahestehenden Person eine Amnesie vorliegt, ist eine ärztliche Abklärung sinnvoll — insbesondere bei plötzlichem Beginn, Begleitsymptomen (z. B. Sprachstörungen, Schwäche, Bewusstseinsstörungen) oder anhaltenden Gedächtnislücken.
Ursachen
Es gibt drei Hauptkategorien, in denen eine Amnesie bei einer Person auftreten kann.
- Schädeltrauma. Dazu gehören alle Arten von Verletzungen des Gehirns, die eine Amnesie verursachen können.
- Traumatische Ereignisse. Dies geschieht, wenn der Geist einer Person so gestresst ist, dass er sich dafür entscheidet, das Geschehene zu vergessen, anstatt sich damit auseinanderzusetzen.
- Körperliche Mängel. Dies sind Dinge, die mit Ihrem Gehirn geschehen, aber es ist anders als ein Schädel-Hirn-Trauma, weil es sich meist um Komplikationen handelt, die nach einer Operation auftreten.
Es gibt noch einige andere Arten von Amnesie:
- Verursacht durch eine [Verletzung|Trauma], zum Beispiel eine Kopfverletzung; nennt sich posttraumatische Amnesie.
- Dissoziative Amnesie: Hier ist die Ursache psychologisch und steht in der Regel nicht im Zusammenhang mit einer physischen Schädigung des Gehirns. Dazu gehören
- Unterdrückte Erinnerung (wenn es nicht möglich ist, sich an ein bestimmtes Ereignis zu erinnern) - Die Erinnerung ist normalerweise noch vorhanden, aber die Person blockiert den Zugang zu ihr; belastende Ereignisse wie Vergewaltigung können zu dissoziativer Amnesie führen
- Amnesie in der Kindheit - die Unfähigkeit von Erwachsenen, sich an bestimmte Teile ihrer Kindheit zu erinnern.
- Drogen- (gewöhnlich [Alkohol])-induzierter Blackout - anterograde Amnesie, die die unmittelbare Vergangenheit betrifft
Eine Amnesie kann dauerhaft oder vorübergehend sein. Eine Schädigung des [Gehirns] oder die Einnahme bestimmter [Medikamente] kann eine Amnesie verursachen. Einige dieser Medikamente sind [Beruhigungsmittel]. Eine andere bekannte Ursache für eine Amnesie kann zu viel [Alkohol] trinken. Diese Art von Ursachen werden als organisch bezeichnet, weil sie direkt sichtbar sind. Andere Ursachen können nicht direkt gesehen werden, sie werden als funktionell bezeichnet. Vielmehr sind sie [psychologisch|psychologisch] in ihrer Natur. Menschen möchten zum Beispiel ein traumatisches Ereignis, dessen Zeuge sie waren, abschirmen.
Eine weitere kleinere Ursache für Amnesie ist "Herzschmerz" in einer Beziehung. Sie kann zu einem Trauma führen, aber sie ist nicht unbedingt traumatisch.
Behandlung
Manchmal heilen sich bestimmte Arten von Amnesie von selbst, ohne behandelt zu werden. Es gibt auch verschiedene Arten der Therapie, die mit dem Gehirn arbeiten, um bei Amnesie zu helfen. Es gibt kein Medikament, das direkt bei Amnesie helfen kann.
Fragen und Antworten
F: Was ist Amnesie?
A: Amnesie ist ein Verlust oder eine Störung des Gedächtnisses.
F: Wodurch wird eine Amnesie verursacht?
A: Amnesie kann durch Hirnschäden, Krankheiten oder belastende Ereignisse verursacht werden.
F: Was sind die zwei Hauptarten von Amnesie?
A: Die beiden Haupttypen der Amnesie sind die anterograde Amnesie und die retrograde Amnesie.
F: Was ist eine anterograde Amnesie?
A: Von anterograder Amnesie spricht man, wenn das Kurzzeitgedächtnis nicht mehr in das Langzeitgedächtnis übertragen wird. Menschen mit dieser Art von Amnesie können sich nicht über längere Zeiträume hinweg an Dinge erinnern.
F: Was ist eine retrograde Amnesie?
A: Von retrograder Amnesie spricht man, wenn sich eine Person nicht mehr an Informationen erinnern kann, die sich vor einem bestimmten Datum ereignet haben, in der Regel das Datum eines Unfalls oder einer Operation.
F: Was ist infantile Amnesie?
A: Unter infantiler Amnesie versteht man die Tatsache, dass sich Erwachsene in der Regel nicht an Ereignisse erinnern können, die sich in der frühen Kindheit ereignet haben, was auf die Entwicklung des Gehirns oder des Kindes zurückgeführt wird.
F: Wird die infantile Amnesie als eine Form der Amnesie angesehen?
A: Die infantile Amnesie wird nicht als eine Form der Amnesie angesehen, die mit den anderen Formen vergleichbar ist.
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