Gareth war einer der Ritter der Tafelrunde am Hofe König Artus'. In Sir Thomas Mallorys klassischer Erzählung, Le Morte D'Arthur (französisch für "der Tod von Artus"), tritt er zuerst als demütiger Diener auf; von Sir Kay erhält er den Spitznamen "Beaumains" (aus dem Französischen etwa "schöne Hände"), weil man seine Hände für ungeeignet zum Kämpfen hält. Nach einem Jahr am Hof enthüllt Gareth schließlich seine wahre Identität als Bruder von Sir Gawain und macht sich – mit Artus' Segen und als Ehrengeschenk – auf eine ritterliche Suche.

Herkunft und Charakter

Gareth wird in Malory als Sohn des Königs Lot und der Morgause (damit ein Mitglied der Königsfamilie von Orkney und Neffe Artus') geschildert. Sein Auftreten als einfacher Küchenjunge und seine Beharrlichkeit, höfische Tugenden sowie Bescheidenheit machen ihn zu einem Beispiel für das idealtypische Rittertum: er ist höflich, gerecht und zugleich mutig und geschickt im Kampf, sobald er Gelegenheit dazu erhält.

Die Episode als "Beaumains" und seine Prüfungen

Die bekannteste Episode um Gareth ist seine Zeit am Hofe, in der er sich als Küchenbursche verdingt. Trotz Spotts und eines erniedrigenden Namens besteht er mehrere Prüfungen und kämpft gegen verschiedene Ritter, um Damen zu retten und Unrecht zu sühnen. In Malorys Erzählung nimmt er außerdem an einem Ritterturnier teil und besteht eine Reihe von Duellen und Herausforderungen, die seine Tapferkeit und Ritterlichkeit beweisen.

Ritterweihe und Beziehung zu Lancelot

Nach seinen erfolgreichen Taten wird Gareth von Sir Lancelot zum Ritter geschlagen. Die Weihe durch Lancelot unterstreicht die Achtung, die er sich durch Mut und Anstand erworben hat, und verbindet ihn mit den großen Gestalten der Artus-Sage. Sein Verhältnis zu Lancelot ist in Malory ambivalent: einerseits vertraut und ehrend, andererseits verstrickt in die tragischen Konflikte, die später die Tafelrunde erschüttern.

Tod und Nachwirkung

Gareth fällt im Verlauf der letzten, tragischen Geschehnisse in Malorys Sammelwerk. Sein Tod gehört zu den Ereignissen, die die Spaltung zwischen den Rittern – besonders zwischen Lancelot und Gawain – vertiefen und so den Zerfall von Artus' Reich mitverursachen. Damit steht Gareth symbolisch für die zerstörerischen Folgen von Loyalitätskonflikten, Ehre und Rache innerhalb der Tafelrunde.

Rezeption und Nachwirkung

Die Geschichte von Gareth (als "Gareth and Lynette" oder "Gareth and the Fair Maid") wurde wiederholt nacherzählt und adaptiert, unter anderem in der viktorianischen Dichtung (z. B. Tennyson) und in modernen Nacherzählungen der Artussage. Seine Figur wird häufig als Beispiel für den idealen, weil demütigen und zugleich tüchtigen Ritter zitiert und dient in Literatur und Populärkultur als Vorbild für das Motiv des verborgenen Helden, der sich erst durch Prüfungen als würdig erweist.