In der Philatelie bezeichnet der Begriff Gossen die Rinnen oder Zwischenräume auf einem Briefmarkenbogen, die zwei oder mehrere Marken voneinander trennen. Je nach Land und Druckverfahren können diese Zwischenräume unterschiedlich gestaltet sein: ungeprägte weißer Rand, bedruckte Zudrucke, Notationen, Zähnungsunterbrechungen oder Perforationssteg. In der Literatur und im Handel werden dieselben Bereiche oft auch als Rinne, Zwischensteg oder Gutter bezeichnet; verwandte Begriffe und weiterführende Informationen finden sich in Einführungen zur Philatelie.

Merkmale und Aufbau

Gossen können die gleiche Breite wie eine Marke haben oder deutlich schmaler sein. Sie können leer bleiben oder Bedruckung tragen, etwa Druckerzeichen, Auflagezahlen, Farbkontrollen, Motivteile oder Werbeaufschriften. Bei mehrteiligen Bogen sind Gossen oft die Trennlinien zwischen Bogenquadranten; manchmal verlaufen dort Hilfslinien oder Perforationslinien. Unterschiedliche Drucktechniken (z. B. Lithographie, Stichtiefdruck, Offset) beeinflussen, ob Gossen gezähnt, geritzt oder ungezähnt erscheinen.

Bedeutung für Sammler

Für Sammler sind Gossen aus mehreren Gründen interessant. Erhaltene Gossenteile können als Beleg für die Originalbogenstruktur dienen, helfen bei der Bestimmung der Zähnungsart und zeigen Druckmerkmale wie Farbenregister oder Plattenfehler. Besonders gesucht sind sogenannte Gossenzwischenpaare oder Gossenblocks – Markenpaare bzw. Blockstücke, die durch eine unversehrte Rinne getrennt sind. Solche Stücke sind oft seltener als einfache Einzelmarken und können einen höheren Sammlerwert haben.

Arten von Gossenvorkommen

  • Unbedruckte Gossen: reine Randflächen ohne zusätzliche Zeichen.
  • Bedruckte Gossen: mit Zudrucken wie Druckereimarken, Firmennamen oder Werbetexten.
  • Perforierte Gossen: Rinnen, die perforiert sind und so als Trennlinie fungieren.
  • Pane- oder Bogenrinnen: breite Zwischenräume zwischen Druckteilen eines großen Bogens.

Manche Länder haben Gossen bewusst zur Gestaltung genutzt, indem sie Motivteile über die Rinne hinweg laufen ließen oder Werbetexte anordneten. In anderen Fällen entstanden auffällige Fehler (z. B. fehlender Druck in der Rinne, verschobene Druckteile), die philatelistisch dokumentiert und bewertet werden.

Unterscheidung und Bewertung

Bei der Beurteilung von Gossenstücken spielen Erhaltung, Vollständigkeit der Rinne, Stellung der Perforation und eventuelle Zudrucke eine Rolle. Sammler und Händler unterscheiden oft zwischen einfachen Ränderhaltungen und seltenen Gossenerhaltungen wie symmetrischen Gossenblocks oder kompletten Bogen mit originaler Rinne. Fachliteratur und Kataloge führen häufig spezielle Einträge für bedeutende Gossentypen; weiterführende Hinweise zur Katalogisierung und zur Bedeutung in Bestandsaufnahmen finden sich z. B. in allgemeinen Werken zur Rand- und Bogenkunde.