International Standard Name Identifier (ISNI) ist ein internationaler Identifikator in Form einer 16-stelligen Zahl, mit dem Personen und Organisationen eindeutig gekennzeichnet werden, die an kreativen oder publizistischen Werken beteiligt sind – zum Beispiel Autorinnen und Autoren, Journalistinnen und Journalisten, Musikerinnen und Musiker, Schauspieler, Regisseure, Komponisten, Herausgeber oder Verlage. Die ISNI-Agentur betreibt die Datenbank mit den vergebenen Nummern. Der ISNI-Standard ist als ISO-Norm (ISO 27729) von der Internationalen Organisation für Normung festgelegt.

Wesentliche Merkmale

ISNI ist immer 16-stellig und wird üblicherweise in vier Blöcken zu je vier Ziffern angezeigt (z. B. 0000 0000 0000 0000). Die letzte Stelle ist eine Prüfziffer, berechnet nach dem Algorithmus ISO 7064 Mod 11-2; bei einem Prüfzifferwert von 10 wird häufig das Zeichen 'X' verwendet. ISNIs werden sowohl für natürliche Personen als auch für juristische Personen/Organisationen vergeben.

Geschichte und Umfang

Das ISNI-Projekt begann 2011; der Standard wurde kurz darauf als ISO 27729 veröffentlicht. Die ISNI-Agentur pflegt eine öffentliche Sammlung mit Millionen von Identitäten – Angaben in verschiedenen Berichten nennen beispielsweise über 9,8 Millionen Datensätze. Die Daten stammen aus registrierenden Stellen wie Bibliotheken, Verlagen, Verwertungsgesellschaften, Datenaggregatoren und anderen Partnern.

Aufgaben, Vergabe und Interoperabilität

  • Vergabe: Registrierungsagenturen liefern Metadaten zu natürlichen und juristischen Personen; die ISNI-Agentur koordiniert die Zuordnung und Vergabe von Nummern sowie das Zusammenführen von Dubletten.
  • Interoperabilität: ISNI arbeitet mit anderen Identifikationssystemen zusammen oder lässt sich mit ihnen verknüpfen – Beispiele sind ORCID (für Forschende), VIAF (Virtual International Authority File), DOI- und Rechteverwaltungsdienste. Dadurch erleichtert ISNI die Verknüpfung von Informationen über verschiedene Datenbestände hinweg.
  • Einsatzgebiete: Bibliotheken und Kataloge, Verlage, Datenbanken, Recherche- und Metadaten‑Systeme, Rechte- und Lizenzverwaltung sowie digitale Nachweissysteme nutzen ISNI zur eindeutigen Zuordnung von Werken zu Urhebern und Organisationen.

Zugriff, Lizenzierung und Nutzung

Die ISNI-Datenbank kann zur Identifizierung und Recherche genutzt werden; viele Teile der öffentlichen ISNI-Daten werden offen bereitgestellt, beispielsweise unter Public-Domain- bzw. CC0-ähnlichen Bedingungen oder über Linked-Data‑Schnittstellen (Details und Nutzungsbedingungen sind beim Betreiber zu prüfen). Institutionen und Datenanbieter können ISNI-Registrierungsagenturen werden, um Daten zu liefern oder Nummern zu beantragen.

Nutzen

ISNI reduziert Verwechslungen durch Namensvarianten, verbessert die Metadatenqualität und erleichtert die Verknüpfung von Inhalten über Systeme und Ländergrenzen hinweg. Für Bibliotheken, Verlage und Rechteverwerter ist ISNI ein wichtiges Werkzeug zur Verwaltung und Nachverfolgung von Urhebern und beteiligten Organisationen.