Drehbank (Drehmaschine): Definition, Typen, Anwendungen & CNC-Einsatz

Drehbank (Drehmaschine): Definition, Typen, Anwendungen & CNC-Einsatz — Überblick zu Bauarten, Einsatzbereichen, Zubehör und Präzisionsvorteilen von CNC-Drehmaschinen.

Autor: Leandro Alegsa

Eine Drehmaschine (umgangssprachlich oft Drehbank genannt) ist eine Maschine zum Formen von rotierenden Werkstücken. Drehbänke werden für viele unterschiedliche Aufgaben eingesetzt, etwa für Holzdrehen, Metallbearbeitung, Metalldrücken, Schleuderschweißen und Glasbearbeitung. Das Grundprinzip: Das Werkstück rotiert um eine Achse, während ein feststehendes oder bewegliches Werkzeug das Material abträgt oder formt. Die überwiegende Zahl der Drehmaschinen arbeitet mit einer horizontale Achse; die Töpferscheibe ist ein klassisches Beispiel für eine Drehmaschine mit vertikaler Achse. Horizontale Drehbänke sind in Werkstätten und der Industrie am weitesten verbreitet.

Aufbau und Hauptkomponenten

  • Spindel und Spannfutter: Drehen das Werkstück und halten es sicher in Position (z. B. Backenfutter, Schnellspannfutter, Planscheibe).
  • Bett: Trägt alle anderen Baugruppen und gewährleistet eine stabile Führung für Wagen und Reitstock.
  • Wagen, Längs- und Quervorschub: Bewegen das Werkzeug relativ zum Werkstück für Längs- und Querdrehungen.
  • Quick-Change-Werkzeughalter / Revolver: Aufnahme der Schneidwerkzeuge; bei CNC oft als Werkzeugmagazin ausgeführt.
  • Reitstock (Tailstock): Stützt lange Werkstücke zentriert oder nimmt Bohrer und andere Werkzeuge auf.
  • Führungsschienen, Spitzen und Lünetten: Sorgen für genaue Ausrichtung bei langen, dünnen Werkstücken.
  • Span- und Kühlschmiermittelversorgung: Für bessere Oberflächengüte und Werkzeugstandzeit.

Typen von Drehmaschinen

  • Universaldrehmaschinen / Werkzeugmaschinendrehmaschinen: Vielseitig einsetzbar für Einzelteile und Serien.
  • Werkstatt- und Bankdrehmaschinen: Kleinere Maschinen für Handwerk und Hobby.
  • Schleuderdrehmaschinen / Repetier- und Schnellschneider (Turret, Capstan): Für Serienfertigung mit schneller Werkzeugwechselbarkeit.
  • Schweizer Drehmaschinen (Swiss-type): Für sehr kleine, präzise Teile (z. B. Medizintechnik, Elektronik).
  • Vertikale Drehmaschinen / Rundschleifdreher / VTL: Für große Scheiben- oder Tellerförmige Werkstücke.
  • CNC-Drehmaschinen: Rechnergesteuerte Maschinen für komplexe Geometrien und hohe Wiederholgenauigkeit (siehe unten).

Wichtige Bearbeitungsverfahren

  • Außendrehen: Formgebung entlang der Außenkontur.
  • Plandrehen (Abstechen): Flächen herstellen oder Teile abtrennen.
  • Reibdrehen / Schlichtdrehen: Für glatte Oberflächen und präzise Durchmesser.
  • Innenausdrehen / Bohren / Reiben: Herstellung von Bohrungen und Innenkonturen.
  • Gewindedrehen: Schneiden von Außengewinden und Innengewinden.
  • Rundschleifen / Polieren / Wälzschälen: Feinbearbeitung für enge Toleranzen.
  • Kalt- und Warmumformende Verfahren: In Kombination mit Drehen z. B. Metalldrücken.

Werkstoffe und Anwendungen

Drehmaschinen verarbeiten Holz, Metalle (Stahl, Edelstahl, Aluminium, Messing), Kunststoffe, sowie glasähnliche Werkstoffe und Keramik. Typische Produkte sind neben dekorativen Dingen auch funktionale Maschinenteile wie Wellen, Buchsen, Schrauben, gehärtete Kurbelwellen und präzise Hohlbohrungen. Beispiele aus dem Originaltext sind Kerzenständer sowie technische oder sportliche Gegenstände wie Gewehrläufe, Queue-Stöcke und Baseballschläger.

CNC-Einsatz: Vorteile und typische Ausstattung

CNC-Drehmaschinen (Computer Numerical Control) automatisieren Bewegungen und Werkzeugwechsel und bieten so:

  • Hohe Wiederholgenauigkeit und Maßhaltigkeit bei Serien.
  • Möglichkeit komplexer Konturen durch Mehr-Achs-Bearbeitung (z. B. Live-Tooling, Y-Achse, C-Achse).
  • Integriertes Werkzeug- und Programmanagement (CAM-Unterstützung).
  • Höhere Produktivität durch automatische Beladung, Werkzeugwechsler und Kühlmittelsteuerung.

Gegenüber manuellen Drehmaschinen sind CNC-Maschinen teurer in Anschaffung und Einrichtung, bieten aber deutlich geringere Stückkosten und bessere Wiederholgenauigkeit für mittlere bis große Serien oder komplizierte Einzelteile.

Zubehör und Schneidwerkzeuge

  • Schneidplatten / Wendeschneidplatten: Für verschiedene Materialien und Schnittbedingungen.
  • Bohrer, Reiber und Gewindeschneider: Für Innenbearbeitungen.
  • Lünetten: Externe Stütze für lange Werkstücke (zur Wiederholung: Lünetten helfen Schwingungen zu vermeiden).
  • Spezialhalter, Kühlmittelanlagen und Messsysteme: Für Präzision und längere Werkzeugstandzeiten.

Sicherheit und Wartung

  • Tragen von Schutzbrille, ggf. Gehörschutz und keine lose Kleidung oder Schmuck.
  • Werkstücke und Spannmittel korrekt und fest spannen, Reitstock bei langen Teilen nutzen.
  • Späne rechtzeitig entfernen (mit Späneheber, nicht mit der Hand), Kühlmittelstand prüfen.
  • Regelmäßige Schmierung der Führungen und Kontrolle von Riemen, Lagern und der Spindel.
  • Maschine vor Reparaturen stromlos schalten und gegen unbeabsichtigtes Einschalten sichern.

Auswahlkriterien beim Kauf oder der Miete

  • Maximaler Drehdurchmesser und Spitzenweite passend zum Werkstück.
  • Spindeldrehzahl und Drehmoment für die einzusetzenden Werkstoffe.
  • Genauigkeit (Wiederholgenauigkeit, Rundlauf) und Oberflächenqualität.
  • Automatisierungsgrad: manuell, halbautomatisch, CNC; Verfügbarkeit von Live-Tooling und Y-Achse bei komplexen Geometrien.
  • Platzbedarf, Leistung, Energieverbrauch und Serviceverfügbarkeit.

Zusammenfassend sind Drehmaschinen universelle Fertigungsmaschinen, die von einfachen Handwerksarbeiten bis hin zur hochpräzisen Serienproduktion in vielen Branchen unverzichtbar sind. Ob klassisches Drehen von Holz oder komplexe CNC-geführte Metallbearbeitung — die Wahl der richtigen Maschine, Werkzeuge und der sicheren Arbeitsweise bestimmt Qualität, Effizienz und Wirtschaftlichkeit.

Eine DrehbankZoom
Eine Drehbank

Fragen und Antworten

F: Was ist eine Drehbank?


A: Eine Drehmaschine ist eine Art Maschine, die dazu dient, Dinge zu formen, indem ein Objekt um eine Achse gedreht und mit einem Werkzeug bearbeitet wird, um es zu formen.

F: Für welche Arbeiten werden Drehbänke verwendet?


A: Drehbänke werden für verschiedene Arbeiten wie Drechseln, Metallbearbeitung, Metalldrücken, Drehschweißen und Glasbearbeitung verwendet.

F: Um welche Achse drehen die meisten Drehbänke das Werkstück?


A: Die meisten Drehbänke drehen das Werkstück um eine horizontale Achse; die Töpferscheibe verwendet eine vertikale Achse.

F: Welche verschiedenen Arten von Drehmaschinen gibt es?


A: Es gibt verschiedene Arten von Drehmaschinen, aber horizontale Drehbänke sind am weitesten verbreitet.

F: Was sind CNC-Drehmaschinen?


A: CNC-Drehmaschinen (Computer Numerical Control) können die gleichen Arbeiten genauer ausführen als manuelle Drehmaschinen.

F: Wie funktioniert eine Drehmaschine?


A: Drehbänke arbeiten mit Zubehör wie Schneidwerkzeugen und Lünetten, um das Werkstück zu formen.

F: Was sind einige Beispiele für Objekte, die mit einer Drehmaschine hergestellt werden können?


A: Beispiele für Objekte, die mit einer Drehbank hergestellt werden können, sind Kerzenhalter, Gewehrläufe, Queue-Stöcke und Baseballschläger.


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