Neso, auch bekannt als Neptun XIII, ist der am weitesten entfernte nicht-sphärische Mond von Neptun. Er wurde von Matthew J. Holman, Brett J. Gladman u.a. am 14. August 2002 gefunden, obwohl er bis 2003 unbemerkt blieb.

Neso umkreist Neptun in einer Entfernung von mehr als 48 Millionen km und ist damit der am weitesten entfernte bekannte Mond eines Planeten.

Er folgt einer sehr geneigten und sehr exzentrischen Umlaufbahn, die auf dem Diagramm im Verhältnis zu anderen unregelmäßigen Neptun-Satelliten dargestellt ist.

Neso hat einen Durchmesser von etwa 60 km und geht von einer mittleren Dichte von 1,5 g/cm3 aus. Seine Masse wird auf 1,6×1017 kg geschätzt.

Angesichts der Ähnlichkeit der Bahnparameter mit Psamathe (S/2003 N 1) wurde vorgeschlagen, dass beide nicht-sphärischen Monde ein größerer Mond gewesen sein könnten, der zerbrochen ist.

Neso ist nach einem der Nereiden benannt. Vor der Bekanntgabe seines Namens am 3. Februar 2007 (IAUC 8802) war Neso unter der Bezeichnung S/2002 N 4 bekannt.

Einordnung und Umlaufbahn

Neso gehört zur Gruppe der unregelmäßigen Monde Neptuns. Das bedeutet, dass seine Bahn weit von Neptun entfernt, stark geneigt und auffällig exzentrisch ist. Aufgrund dieser Eigenschaften bewegt sich Neso auf einer retrograden Bahn – er läuft also entgegen der Rotationsrichtung des Planeten. Seine Umlaufzeit ist sehr lang (mehrere Jahre), was zusammen mit der großen Bahnradius die Beobachtung und Verfolgung erschwert.

Ursprung und Entwicklung

Unregelmäßige Monde wie Neso werden meist als eingefangene Objekte aus dem äußeren Sonnensystem oder als Bruchstücke eines größeren Körpers angesehen. Die Ähnlichkeit der Bahnparameter von Neso und Psamathe hat den Vorschlag nahegelegt, dass beide Fragmente eines einst größeren Satelliten sein könnten, der durch Kollision oder Gezeitenkräfte zerbrach. Solche Hypothesen werden durch numerische Simulationen und weitere Beobachtungen geprüft.

Physikalische Eigenschaften

Neso ist mit einem Durchmesser von rund 60 km klein und nicht sphärisch geformt. Die Größenabschätzung beruht auf seiner Helligkeit und der Annahme einer typischen, relativ niedrigen Oberflächenalbedo für entfernte, dunkle Himmelskörper. Konkrete Angaben zu Zusammensetzung und Oberflächenstruktur fehlen bislang; aufgrund der angenommenen Dichte von etwa 1,5 g/cm3 wird jedoch ein Gemisch aus Eis und Gestein vermutet.

Beobachtung und Bedeutung

Die Entdeckung erfolgte durch Auswertung von Bildern und Positionsmessungen großer Teleskope; die geringe Helligkeit und die große Entfernung machen Neso für Amateurastronomen praktisch unauffindbar. Als am weitesten entfernter bekannter Mond eines Planeten liefert Neso wichtige Hinweise auf die Dynamik und Geschichte der äußeren Satellitensysteme und auf Prozesse wie Einfang, Kollisionen und Fragmentierung im äußeren Sonnensystem.

Name und Benennung

Der Name Neso stammt aus der griechischen Mythologie und bezeichnet eine der Nereiden, Meeresnymphen – passend zur Benennungstradition für Neptunmonde, die meist mit Meeresgottheiten assoziiert ist. Vor der offiziellen Namensvergabe durch die IAU war der Mond unter der vorläufigen Bezeichnung S/2002 N 4 bekannt.