Sixpence (Halbschilling) – Britische 6-Pence-Münze: Geschichte & Wert
Sixpence (Halbschilling): Geschichte, Prägungen, Metallwechsel und Sammlerwert der britischen 6-Pence-Münze von Edward VI. bis zur Entwertung 1980.
Der Sixpence (6d; /ˈsɪkspəns/), manchmal auch Gerber oder Halbschilling genannt, war eine britische Münze. Sie entsprach 6 Pence und wurde nach der Dezimalisierung als Wertmünze mit 2 1⁄2 neue Pence weitergeführt. Die reguläre Prägung der Sixpence endete um 1970; im Umlauf blieben die Stücke bis zur endgültigen Entwertung im Jahr 1980. Die Münze wurde erstmals während der Herrschaft von Edward VI. von England geprägt und bestand ursprünglich aus Silber. Ab 1947 erfolgte die Herstellung in Kupfernickel.
Geschichte und Prägung
Die Sixpence hat eine lange Geschichte als fester Bestandteil des britischen Kleingeldes. Sie wurde im 16. Jahrhundert eingeführt und während der folgenden Jahrhunderte ständig für den Zahlungsverkehr geprägt. Das Aussehen der Münze änderte sich mit jedem Monarchen: auf der Vorderseite (Avers) zeigte sie stets das Porträt des regierenden Herrschers, auf der Rückseite (Revers) wechselten Wappen, Kronen, Zahlzeichen und andere Motive.
Material und technische Daten
Die Zusammensetzung der Sixpence variierte im Lauf der Zeit:
- Ursprünglich wurde die Münze aus Silber geprägt; bis 1920 war dies in der Regel Sterlingsilber.
- Wegen wirtschaftlicher Notwendigkeiten wurde die Silberlegierung 1920 reduziert (auf etwa 50 % Ag), so dass das Aussehen und der Materialwert verändert wurden.
- Ab 1947 entfiel das Silber vollständig; die Münzen wurden stattdessen aus Kupfernickel hergestellt.
Format, Gewicht und Durchmesser variierten je nach Epoche und Prägezeit; Exakte Kennzahlen unterscheiden sich zwischen den einzelnen Jahrgängen.
Dezimalisierung und Ende als Umlaufmünze
Mit der britischen Dezimalisierung am 15. Februar 1971 wurde das Pfund in 100 neue Pence aufgeteilt. Die Sixpence behielt vorübergehend ihren Gebrauchswert als 2 1⁄2 neue Pence und blieb damit weiter im Umlauf. Später wurde die Münze schließlich aus dem täglichen Zahlungsverkehr genommen; ab 1980 verlor sie ihre Gültigkeit als Zahlungsmittel.
Bedeutung in Brauchtum und Kultur
Die Sixpence ist nicht nur als Zahlungsmittel, sondern auch in Bräuchen und Traditionen präsent. Beispiele:
- Bei Hochzeiten war es lange Zeit Brauch, der Braut eine Sixpence in den Schuh zu legen (als Glücksbringer und Symbol für Wohlstand).
- In Großbritannien gibt es die Tradition, eine Sixpence in Weihnachtsdesserts wie dem Christmas Pudding zu verstecken; wer das Stück findet, soll Glück haben.
- Die Münze taucht häufig in Literatur, Filmen und Liedern auf und ist ein Symbol für das vor-dezimale Währungssystem.
Sammlerwert und Erhaltungsmerkmale
Für Sammler hängt der Wert einer Sixpence von mehreren Faktoren ab:
- Jahrgang und Seltenheit: Ältere Prägungen, wenige Jahresstücke oder Sonderprägungen sind meist wertvoller.
- Material: Silberne Sixpences (insbesondere vor 1920) haben häufig einen höheren Material- und Sammlerwert als spätere Kupfernickel-Ausgaben.
- Erhaltung: Stempelglanz- oder prägefrische Exemplare (Proofs) erzielen deutlich höhere Preise als abgenutzte Umlaufstücke.
- Fehlprägungen und Varianten: Fehler, ungewöhnliche Münzzeichen oder offizielle Proben können zusätzliche Sammlerinteressen wecken.
Gängige 20.‑Jahrhundert‑Exemplare sind meist nur geringfügig wertvoll über dem Nennwert, während ausgesprochene Seltenheiten deutlich höhere Summen erreichen können. Wer den genauen Marktwert wissen möchte, sollte einen aktuellen Münzkatalog oder ein Auktionsregister zu Rate ziehen bzw. einen seriösen Münzhändler oder Numismatiker konsultieren.
Tipps für Sammler
- Datum und Prägezeichen sorgfältig prüfen und mit Referenzwerken vergleichen.
- Auf natürliche Farb- und Glanzunterschiede achten: Reinigung kann den Wert mindern.
- Originalverpackungen oder Belege zu Provenienz können den Preis steigern.
- Bei Unsicherheit Expertenmeinungen einholen oder den Zustand professionell bewerten lassen.
Die Sixpence bleibt ein reizvolles Stück britischer Münzgeschichte: einerseits als Zeugnis vergangener Währungssysteme, andererseits als kulturelles Symbol mit greifbarer Verbindung zu Alltagsleben, Brauchtum und Sammelleidenschaft.

Ein Sechs-Pence-Stück von 1946, das George VI. darstellt
Fragen und Antworten
F: Was ist ein Sixpence?
A: Ein Sixpence war eine britische Münze im Wert von 6 Pennies oder 2 1/2 New Pence.
F: Wann wurde der Sixpence erstmals in Silber geprägt?
A: Der Sixpence wurde erstmals während der Herrschaft von Edward VI. von England in Silber geprägt.
F: Aus welchem Material wurde der Sixpence ab 1947 hergestellt?
A: Ab 1947 wurde der Sixpence aus Kupfernickel hergestellt.
F: Wann fand die Dezimalisierung in Großbritannien statt?
A: Die Dezimalisierung fand am 15. Februar 1971 in Großbritannien statt.
F: Wie hoch war der Wert eines Sixpence nach der Dezimalisierung?
A: Nach der Dezimalisierung blieb der Sixpence mit einem Wert von 2 1/2 neuen Pence im Umlauf.
F: Wann wurde der Sixpence aus dem Verkehr gezogen?
A: Der Sixpence wurde 1980 aus dem Verkehr gezogen.
F: Wird der Sixpence heute noch hergestellt?
A: Nein, der Sixpence wird seit 1970 nicht mehr hergestellt.
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