Becoming Jane ist ein Film von Julian Jarrold aus dem Jahr 2007. Der Schauplatz dieses Films ist Hampshire, England in den 1700er Jahren. Die Geschichte des Films basiert auf einer fiktiven Biografie, die von Jon Spence geschrieben wurde. Anne Hathaway spielte Jane Austen. James McAvoy spielte Thomas Lefroy. Dieser Film gewann 2007 den People's ChoiceAward für "Lieblings Independent-Film". Er wurde für den Ivor-Novello-Preis 2008 für die beste Originalfilmmusik nominiert.
Inhalt (Kurzfassung)
Der Film erzählt eine dramatisierte und teilweise fiktive Version der frühen Jahre von Jane Austen. Im Mittelpunkt steht die Begegnung der jungen, schreibbegeisterten Jane mit dem charismatischen Anwaltsschüler Thomas Lefroy. Zwischen ihnen entwickelt sich eine zarte Nähe, die durch gesellschaftliche Erwartungen, familiäre Pflichten und finanzielle Zwänge erschwert wird. Gleichzeitig zeichnet der Film nach, wie diese Erfahrungen Janes Blick auf Liebe, Gesellschaft und menschliche Eigenheiten prägen und schließlich in ihren späteren Romanen wiederaufleben.
Entstehung und Hintergrund
Regie führte Julian Jarrold; das Drehbuch basiert lose auf den Thesen und Spekulationen des Literaturwissenschaftlers Jon Spence. Der Film ist bewusst als fiktionalisierte Nacherzählung konzipiert und erhebt nicht den Anspruch, eine streng dokumentarische Biografie Janes Austen zu sein. Ziel der Produktion war es, literarische Themen, persönliche Konflikte und das gesellschaftliche Klima der Zeit in einer zugänglichen Filmform zu verbinden.
Besetzung und Produktion
Im Zentrum stehen Anne Hathaway als Jane Austen und James McAvoy als Thomas Lefroy. Die Darstellung der Hauptfiguren sowie die Ausstattung, Kostüme und Musik tragen zur atmosphärischen Wiedergabe des späten 18. Jahrhunderts bei. Die Filmarbeiten fanden unter anderem in Landschaften und Häusern statt, die das ländliche England und das Familienleben jener Epoche visualisieren.
Themen und Stil
Becoming Jane betont Themen wie die Rolle der Frau in der Gesellschaft, gesellschaftliche Erwartungen an Ehe und Status sowie die Entstehungskraft der schriftstellerischen Arbeit. Der Film verknüpft romantisches Melodrama mit literarischem Bewusstsein: Janes Beobachtungen und Erlebnisse werden als Keimzellen ihrer späteren Romane dargestellt. Stilistisch setzt der Film auf stimmungsvolle Kameraarbeit, authentisch wirkende Kostüme und eine von der Zeit inspirierte Filmmusik, die die emotionale Ebene unterstützt.
Historische Genauigkeit
Wichtig zu wissen ist, dass der Film viele künstlerische Freiheiten nimmt. Historiker und Austen-Kenner weisen darauf hin, dass die genaue Natur der Beziehung zwischen Jane Austen und Thomas Lefroy wenig gesichert ist; vieles im Film basiert auf Spekulationen und literarischer Interpretation. Wer eine faktengenaue Biografie erwartet, sollte den Film als fiktionales Drama betrachten, das eher mögliche als belegte Begebenheiten dramatisiert.
Rezeption und Auszeichnungen
Bei Kritikern und Publikum wurde Becoming Jane überwiegend für die schauspielerischen Leistungen, die Kostüme und die liebevolle Ausstattung gelobt. Gleichzeitig gab es Kritik an der starken Romantisierung und an den historischen Freiheiten. Neben dem Gewinn des People's ChoiceAward für den "Lieblings Independent-Film" 2007 erhielt der Film Anerkennung für seine Filmmusik (Nominierung für den Ivor-Novello-Preis 2008).
Fazit
Becoming Jane ist ein zugängliches, romantisch gefärbtes Drama über die mögliche Entstehungsgeschichte einer der bekanntesten englischen Schriftstellerinnen. Der Film eignet sich besonders für Zuschauer, die an Figurenporträts, historischen Kostümfilmen und literarisch inspirierten Geschichten interessiert sind — sollte dabei aber als fiktionalisierte Interpretation verstanden werden, nicht als streng dokumentarische Biographie.