Getriebe – Aufbau, Funktion und Bedeutung in Autos (Zahnräder & Drehmoment)

Getriebe – Aufbau, Funktion & Bedeutung im Auto: Wie Zahnräder Drehzahl reduzieren, Drehmoment übertragen und Fahrverhalten beeinflussen. Klar erklärt mit Praxisbeispielen für Einsteiger und Profis.

Autor: Leandro Alegsa

In der Mechanik bezeichnet ein Getriebe oder eine Getriebeeinheit ein System aus zusammenwirkenden Zahnrädern und Wellen, das Drehzahl und Drehmoment zwischen Antriebsmaschine und Abnehmer verändert. Das wohl bekannteste Beispiel ist das Getriebe in einem Auto, das die Kraft des Motors so aufbereitet, dass das Fahrzeug beschleunigen, bergauf fahren oder mit konstanter Geschwindigkeit rollen kann.

Aufbau — aus welchen Teilen besteht ein Getriebe?

Ein typisches Fahrzeuggetriebe enthält mehrere grundlegende Komponenten:

  • Zahnräder (Stirn-, Schrauben- oder Kegelräder), die unterschiedliche Zahnzahlen haben und so die Übersetzung festlegen.
  • Wellen (Eingangswelle, Zwischenwellen, Ausgangswelle), auf denen die Zahnräder sitzen oder mit ihnen verbunden sind.
  • Kupplung oder Kupplungssysteme (bei Schaltgetrieben), die Motor und Getriebe trennen bzw. verbinden.
  • Synchronringe (bei manuellen Getrieben), die das Schalten zwischen Gängen durch Angleichen der Drehzahlen erleichtern.
  • Differential (bei Antriebsachsen), das die Antriebsleistung auf die Räder verteilt und Drehzahlunterschiede zwischen links und rechts zulässt.
  • Gehäuse, Lager, Dichtungen sowie ein Schmier- und Kühlsystem (Getriebeöl) und häufig eine Entlüftungsöffnung (Atemloch), damit sich Druck und Temperatur ausgleichen können.

Funktionsweise — wie verändert ein Getriebe Drehzahl und Drehmoment?

Der Motor bringt die Kurbelwelle zum Drehen. Über die Kupplung oder ein hydraulisches Wandler-/Kupplungssystem wird diese Drehbewegung auf die Eingangswelle des Getriebes übertragen. Die Zahnräder im Getriebe sind so angeordnet, dass sie die Drehzahl reduzieren oder erhöhen und gleichzeitig das Drehmoment verändern:

  • Eine Übersetzung mit größerem Abtriebsdrehmoment (kleinere Abtriebsdrehzahl) erzeugt mehr Kraft an den Rädern, vorteilhaft beim Anfahren oder Bergauffahren.
  • Eine Übersetzung mit höherer Abtriebsdrehzahl (geringeres Abtriebsmoment) ermöglicht höhere Fahrzeuggeschwindigkeiten bei geringerem Motordrehmomentbedarf.

Vereinfacht gilt: Drehmoment am Ausgang ≈ Drehmoment am Eingang × Übersetzungsverhältnis (unter Berücksichtigung von Verlusten durch Reibung). Die Zahnräder verringern also die Drehzahl, geben dafür aber mehr Drehmoment an die Räder weiter, sodass das Fahrzeug in Bewegung gesetzt werden kann.

Getriebearten

  • Manuelles Schaltgetriebe: Fahrer wählt Gänge über Schaltstange; nutzt Synchronringe zum sanften Einlegen.
  • Automatikgetriebe (Hydraulisch): Schaltet automatisch mithilfe von Planetengetrieben und Drehmomentwandlern.
  • Doppelkupplungsgetriebe (DSG/PDK): Zwei Kupplungen ermöglichen sehr schnelle Gangwechsel ohne Zugkraftunterbrechung.
  • Stufenloses Getriebe (CVT): Arbeitet mit Variatoren (Riemen/Keilriemen oder Kette) und bietet stufenlose Übersetzungsänderung.
  • Planetengetriebe: Kompakt, häufig in Automatikgetrieben und in Hybrid-/Elektrofahrzeugen für mehrere Übersetzungsstufen verwendet.
  • Einzelstufige Getriebe bei Elektroautos: Viele Elektrofahrzeuge benötigen nur eine feste Übersetzung, da der Elektromotor über einen breiten Drehzahlbereich hohe Leistung liefert.

Besonderheiten der Zahnräder

Zahnräder unterscheiden sich in Form und Fertigung:

  • Stirnräder sind einfach herzustellen, aber lauter bei hohem Tempo.
  • Schrägzahnräder laufen ruhiger und leiser, erzeugen aber axiale Kräfte, die gelagert werden müssen.
  • Kegelräder übertragen die Bewegung zwischen sich kreuzenden Wellen (z. B. im Differential).

Wartung, Probleme und Sicherheit

Regelmäßige Pflege erhöht die Lebensdauer eines Getriebes:

  • Getriebeöl prüfen und nach Herstellervorgaben wechseln — das Öl schmiert, kühlt und schließt Schmutzpartikel ein.
  • Dichtungen und Lager kontrollieren, damit kein Ölverlust entsteht.
  • Auf ungewöhnliche Geräusche, Ruckeln beim Schalten oder Ölverlust achten — dies sind Hinweise auf Verschleiß oder Schäden.
  • Die Entlüftungsöffnung (Atemloch) sorgt dafür, dass Druckspitzen im Gehäuse abgebaut werden; sie sollte frei von Verstopfungen sein.

Bedeutung für Fahrzeugverhalten und Effizienz

Das Getriebe entscheidet maßgeblich über die Fahrbarkeit, Beschleunigung, den Kraftstoffverbrauch und den Komfort eines Fahrzeugs. Eine gut abgestimmte Übersetzungsabfolge erlaubt sparsames Fahren bei niedrigen Drehzahlen und starke Beschleunigung, wenn sie gebraucht wird. Moderne Getriebetechnologien (z. B. Doppelkupplungen oder adaptive Automatiksteuerungen) verbessern Schaltzeiten, Effizienz und Fahrgefühl.

Zusammenfassung: Ein Getriebe ist mehr als eine Ansammlung von Zahnrädern: Es ist ein komplexes System, das Drehzahl und Drehmoment so anpasst, dass Motorleistung optimal auf die Räder übertragen wird. Richtiges Design, Materialwahl, Schmierung und Wartung sind entscheidend für Lebensdauer, Effizienz und Sicherheit.

Epizyklisches Getriebe oder PlanetengetriebeZoom
Epizyklisches Getriebe oder Planetengetriebe

Getriebe

Ein Getriebe hat einige Gänge, die das Drehmoment stärker verändern als andere Gänge. Aus diesem Grund hat ein Getriebe einen ersten Gang, einen zweiten Gang, einen dritten Gang und manchmal mehr Gänge. Es gibt auch einen Rückwärtsgang und einen Leerlauf. Ein Automatikgetriebe schaltet von selbst zwischen den Gängen (mit Ausnahme des Rückwärtsganges und eines Parkganges). Bei einem manuellen Getriebe muss der Fahrer entscheiden, wann er den Gang wechseln will. Ein manuelles Getriebe wird auch als Standardgetriebe bezeichnet. Dies ist verwirrend, weil fast alle Autos in den USA ein Automatikgetriebe haben. Mit anderen Worten: Seit dem späten 20. Jahrhundert ist ein "Standard"-Getriebe ungewöhnlich. Ein Schaltgetriebe hat in der Regel ein Kupplungspedal, das der Fahrer während des Schaltens betätigen muss. Ein Automatikgetriebe hat anstelle einer Kupplung eine Flüssigkeitskupplung, die als Drehmomentwandler bezeichnet wird. Einige Autos haben ein kupplungsloses Schaltgetriebe, das einen Drehmomentwandler hat, aber nicht von selbst schaltet.

Layshaft

Eine Vorgelegewelle ist die mittlere Welle innerhalb eines Getriebes (Transmission). Wenn die Kupplung eingerückt ist, dreht sich die Vorgelegewelle ständig. Alle Zahnräder auf der Vorgelegewelle drehen sich mit der gleichen Geschwindigkeit und sind fest verbunden. Sie trägt Zahnräder, überträgt aber nicht den Primärantrieb des Getriebes in das Getriebe hinein oder aus dem Getriebe heraus. Vorgelegewellen sind vor allem durch ihre Verwendung in Autogetrieben bekannt. Der Ölstand in einem Getriebe ist auf Vorgelegewellenhöhe eingestellt. Auf diese Weise verteilen die sich drehenden Zahnräder das Öl auf alle Zahnräder.

Andere Typen

Nicht alle Getriebe sind in Autos. Zum Beispiel haben Fahrräder ein Getriebe. Man kann die Gänge sehen, so dass es einfacher ist, zu sehen, wie es funktioniert.



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