Charles Yuji Horioka — Ökonom, bekannt für das Feldstein‑Horioka‑Puzzle

Charles Yuji Horioka – japanisch‑amerikanischer Ökonom, bekannt für das Feldstein‑Horioka‑Puzzle; führend in Forschung zu Sparen, Investitionen, Haushaltsökonomie und Asien.

Autor: Leandro Alegsa

Charles Yuji Horioka (geboren am 7. September 1956 in Boston, Massachusetts) ist ein japanisch‑amerikanischer Wirtschaftswissenschaftler mit Wohnsitz in Japan. Er erwarb seinen B.A. und seinen Ph.D. in Wirtschaftswissenschaften an der Harvard-Universität. Derzeit ist er Forschungsprofessor am Asian Growth Research Institute in Kitakyushu City, Japan. In seiner akademischen Laufbahn lehrte er an mehreren renommierten Institutionen, darunter Stanford, Columbia, Kyoto und Osaka. Zuletzt war er von 2013 bis 2014 Vea Family Professor für Technologie und Evolutionsökonomie Centennial an der University of the Philippines, Diliman. Er ist außerdem wissenschaftlicher Mitarbeiter des National Bureau of Economic Research (NBER) und war bis 2013 Co‑Herausgeber der International Economic Review.

Forschungsschwerpunkte

Horioka forscht vorwiegend in den Bereichen Makroökonomie, Haushalts‑ und Familienökonomie sowie zu Fragen der japanischen und anderer asiatischer Volkswirtschaften. Seine Arbeiten behandeln insbesondere Konsum‑ und Sparverhalten, Vermögensbildung und Vererbungspolitiken sowie Beziehungen zwischen Eltern und Kindern. Er hat empirische Studien zu diesen Themen in Japan, den Vereinigten Staaten, China, Indien, Korea und anderen asiatischen Ländern veröffentlicht und verwendet dabei häufig ländervergleichende Ökonometrie und mikroökonomische Haushaltsdaten.

Das Feldstein–Horioka‑Puzzle

Zusammen mit Martin Feldstein veröffentlichte Horioka 1980 im Economic Journal den einflussreichen Artikel "Inländische Ersparnis und internationale Kapitalströme". In dieser Studie zeigte er eine überraschend hohe positive Korrelation zwischen den langfristigen nationalen Ersparnisraten und den Investitionsraten über verschiedene Länder hinweg. Intuitiv würde man bei vollkommen mobilem internationalen Kapital erwarten, dass nationale Sparraten wenig mit nationalen Investitionen korrelieren; die beobachtete Korrelation wurde daher als das sogenannte Feldstein‑Horioka‑Puzzle bekannt.

Methodisch basiert die Analyse auf Querschnitts‑ und Panel‑regressionen, in denen die Investitionsquote eines Landes gegen dessen Ersparnisquote regressiert wird. Ein Koeffizient nahe eins wurde interpretiert als Hinweis auf eingeschränkte internationale Kapitalmobilität, ein Koeffizient nahe null als Hinweis auf hohe Mobilität.

Wissenschaftliche Wirkung und Rezeption

Das Ergebnis von Feldstein und Horioka löste eine umfangreiche literaturwissenschaftliche Debatte aus. Zahlreiche Folgearbeiten haben das Puzzle bestätigt, erweitert oder alternative Erklärungen vorgeschlagen. Diskutierte Interpretationen reichen von tatsächlich begrenzter Kapitalmobilität über institutionelle und steuerliche Barrieren bis zu methodischen Erklärungen wie gemeinsamen Schocks, Persistenz in Investitions‑ und Sparmustern oder Messproblemen der Daten. Unabhängig von der endgültigen Interpretation gilt das Feldstein‑Horioka‑Ergebnis als ein zentrales Referenzstück in der internationalen Makroökonomie und im internationalen Finanzwesen und wurde in vielen Studien als Ausgangspunkt für weitere empirische und theoretische Arbeiten genutzt.

Auszeichnungen und Leistungen

Für seine Beiträge zur Wirtschaftswissenschaft wurde Horioka vielfach anerkannt. Im Jahr 2001 gewann Horioka den siebten Nakahara-Preis der japanischen Wirtschaftsvereinigung. Seine Arbeiten sind in zahlreichen Fachzeitschriften erschienen und werden häufig zitiert; sie haben sowohl die Forschung zur internationalen Kapitalmobilität als auch die Forschung zu Haushalts‑ und Familienverhalten nachhaltig beeinflusst.

Zusammenfassend ist Charles Yuji Horioka eine weithin anerkannte Figur der empirischen Makroökonomie, deren Arbeiten insbesondere durch die Untersuchung von Spar‑ und Investitionsbeziehungen internationale Aufmerksamkeit erlangt haben.

Fragen und Antworten

F: Welche Staatsangehörigkeit hat Charles Yuji Horioka?


A: Charles Yuji Horioka ist ein japanisch-amerikanischer Wirtschaftswissenschaftler.

F: Wo hat er seinen B.A. und Ph.D. erworben?


A: Er erwarb seinen B.A. und seinen Doktortitel an der Harvard University.

F: Auf welche Art von Forschung hat er sich spezialisiert?


A: Er beschäftigt sich hauptsächlich mit Makroökonomie, Haushalts- und Familienökonomie, der japanischen Wirtschaft und anderen asiatischen Volkswirtschaften.

F: Wann wurde der Artikel "Domestic Saving and International Capital Flows" veröffentlicht?


A: Der Artikel "Domestic Saving and International Capital Flows" (Inländische Ersparnis und internationale Kapitalflüsse) wurde 1980 im Economic Journal veröffentlicht.

F: Was hat dieser Artikel gezeigt?


A: Dieser Artikel zeigte eine positive Korrelation zwischen langfristigen Ersparnissen und Investitionsraten in verschiedenen Ländern, was heute als Feldstein-Horioka-Puzzle bekannt ist.

F: Wer hat diesen Artikel zusammen mit Martin Feldstein geschrieben?



A: Charles Yuji Horioka hat zusammen mit Martin Feldstein diesen Artikel mit dem Titel "Domestic Saving and International Capital Flows" geschrieben.

F: Welche Auszeichnung hat er 2001 erhalten?


A: Im Jahr 2001 erhielt Horioka den siebten Nakahara-Preis der Japanischen Wirtschaftsvereinigung


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