GG Allin (1956–1993): US-Punkrocker, Provokateur und Skandalfigur
GG Allin (1956–1993): US-Punkrocker, provokanter Live-Performer und Skandalfigur — Gewalt, Tabubrüche und radikale Provokation prägten seine umstrittene Karriere.
Kevin Michael "GG" Allin (geboren als Jesus Christ Allin; 29. August 1956 – 28. Juni 1993) war ein amerikanischer Punkrock-Sänger und eine der umstrittensten Figuren der Underground-Musikszene. Er machte mit mehreren Bands Musik, darunter vor allem The Jabbers und die späteren Murder Junkies. Bekannt wurde er weniger durch konventionelle Songs als durch seine extrem provokativen Live-Auftritte: Bei diesen führte er wiederholt transgressive Akte aus, zu denen unter anderem Koprophagie, Selbstverstümmelung und Angriffe auf Zuschauer gehörten. Seine Radikalität brachte ihm sowohl Anhänger als auch heftige Ablehnung ein; G4TVs That's Tough nannte ihn "den spektakulärsten Entarteten in der Geschichte des Rock & Roll".
Biografischer Hintergrund
Allin wurde 1956 geboren und wuchs in einfachen Verhältnissen auf. Sein bürgerlicher Name und seine frühen Lebensumstände trugen zu der auffälligen Identität bei, die er später kultivierte. Sein Bruder, Merle Allin, war Musiker und arbeitete später häufig mit ihm zusammen; Merle spielte unter anderem Bass in einigen seiner Bands.
Musikalische Laufbahn
- In den späten 1970er- und frühen 1980er-Jahren trat Allin mit verschiedenen Formationen auf, wobei The Jabbers zu seinen frühe Bands gehörten.
- Musikalisch bewegte er sich im rauen Bereich des Punk, Hardcore und Garage-Punk; Texte und Darbietung waren oft bewusst provokativ und kompromisslos.
- Seine Veröffentlichungen reichten von selbstproduzierten Tapes und EPs bis zu Studioaufnahmen; viele dieser Veröffentlichungen sind heute Teil der Underground-Punk-Historie.
Bühnenprovokation und Kontroversen
GG Allins Liveauftritte galten als extrem und gefährlich. Seine Aktionen auf der Bühne waren darauf ausgerichtet, Tabus zu brechen und das Publikum zu schockieren. Diese Inszenierungen führten zu zahlreichen Polizeieinsätzen, Platzverweisen und Verboten für Auftritte in verschiedenen Städten. In der öffentlichen Wahrnehmung wurde Allin daher oft eher als Provokateur und Störenfried denn als normaler Musiker betrachtet.
Rechtliche Folgen und Tod
Wegen seiner Auftritte und persönlichen Verhaltensweisen geriet Allin wiederholt mit dem Gesetz in Konflikt: Er wurde mehrfach verhaftet und teilweise zu Haftstrafen und Bewährungsauflagen verurteilt. Diese Auseinandersetzungen mit Justiz und Publikum prägten sein späteres Leben und seine künstlerische Biographie.
GG Allin starb am 28. Juni 1993 in New York City. Die Todesursache wurde als Überdosis von Heroin angegeben. Sein Tod markierte das Ende einer umstrittenen Karriere, öffnete aber zugleich den Blick der Öffentlichkeit und der Medien auf sein Wirken.
Rezeption und Vermächtnis
Die Bewertung von GG Allin bleibt stark polarisiert. Für manche ist er ein extremes Beispiel für die Befreiung von künstlerischen Regeln und ein radikaler Performance-Künstler; für andere steht sein Verhalten für reinen Zynismus, Gewalt und kriminelle Grenzenlosigkeit. Nach seinem Tod ist er Gegenstand zahlreicher Reportagen, Dokumentationen und Analysen geworden. Besonders bekannt ist der Dokumentarfilm Hated: GG Allin and the Murder Junkies von Todd Phillips, der die letzten Jahre von Allins Karriere begleitet.
Unabhängig von der moralischen Bewertung hat Allin die Diskussion über die Grenzen von Kunst, Performance und Provokation im Punk und in verwandten Szenen nachhaltig beeinflusst. Sein Name bleibt in der Popkultur als Synonym für extreme Grenzüberschreitung erhalten.
Frühes Leben
Allin wurde im Weeks Memorial Hospital geboren. Am 2. März 1962 wurde Allins Name von seiner Mutter in Kevin Michael Allin geändert.
Karriere
Allins erstes Soloalbum Always Was, Is and Always Shall Be erschien 1980.
Verhalten
Allin war verurteilt worden, auch wegen Körperverletzung. Bei ihm wurde eine gemischte Persönlichkeitsstörung mit grenzwertigen, narzisstischen und masochistischen Zügen diagnostiziert.
Tod
Allin starb am 28. Juni 1993 an einer Überdosis Heroin. Er war 36 Jahre alt.
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