Karen Carpenter (2. März 1950 - 4. Februar 1983) war eine amerikanische Sängerin und Schlagzeugerin, die in den 1970er Jahren große Popularität erreichte. Sie ist vor allem bekannt als die Sängerin der Gruppe The Carpenters, die sie gemeinsam mit ihrem Bruder Richard Carpenter bildete. Karen wurde für ihre warme, tiefe Stimme (oft als Mezzosopran/Alt bezeichnet) und ihr sensibles Gesangstiming bewundert. Zu den bekanntesten Liedern der Carpenters gehören unter anderem "(They Long to Be) Close to You", "We've Only Just Begun", "Top of the World" und "Rainy Days and Mondays". Neben dem Singen spielte sie anfangs häufig Schlagzeug und trug damit wesentlich zum Klang der Band bei.
Frühes Leben und Karriere
Karen Elisabeth Carpenter wurde in New Haven, Connecticut, geboren und wuchs in Downey, Kalifornien, auf. Mit ihrem Bruder Richard begann sie bereits in ihrer Jugend, Musik zu machen. Das Duo entwickelte einen ruhigen, melodiösen Soft-Pop-Stil, der in den 1970er Jahren international erfolgreich war. Karen war für viele Hörerinnen und Hörer das Gesicht und die Stimme der Band; ihre klare, ausdrucksstarke Interpretation machte zahlreiche Songs zu Hits und sicherte den Carpenters große Chartplatzierungen und Auszeichnungen.
Essstörung, Behandlung und Tod
Karen Carpenter litt an Anorexia nervosa, einer schweren Essstörung, die mit absichtlichem Nahrungsverzicht und starker Gewichtsabnahme einhergeht. In den 1970er und frühen 1980er Jahren war dieses Krankheitsbild in der Öffentlichkeit und in der medizinischen Versorgung noch wenig bekannt, und die öffentliche Aufmerksamkeit für Essstörungen war deutlich geringer als heute. Karen begann später eine ärztlich überwachte Behandlung und konnte im Zuge dieser Maßnahmen wieder an Gewicht zulegen; Berichten zufolge gewann sie etwa 14 kg (30 lbs) zurück.
Trotz dieser Behandlung waren die körperlichen Schäden, die sich über Jahre der extremen Diäten und des gestörten Essverhaltens aufgebaut hatten, schwerwiegend. Am 4. Februar 1983 starb Karen Carpenter im Alter von 32 Jahren. Die Ursache für ihren Tod war Herzversagen aufgrund von Komplikationen im Zusammenhang mit ihrer Krankheit. Zu diesen Komplikationen zählten unter anderem Störungen des Herzrhythmus, die infolge von Elektrolytstörungen und anderen organischen Folgen der Essstörung auftreten können.
Vermächtnis und Bedeutung
Karens Tod löste eine breite öffentliche Diskussion über Essstörungen, Körperbild und die Rolle der Medien aus. In der Folge stieg das Bewusstsein für Anorexie und andere Essstörungen, und das Thema wurde stärker in Medizin, Forschung und Prävention aufgegriffen. Musikalisch bleibt Karen Carpenter eine einflussreiche Figur: Ihre Stimme und musikalische Interpretation werden weiterhin geschätzt, und spätere Generationen von Sängerinnen und Sängern nannten sie als Vorbild.
Nach ihrem Tod wurden auch bislang unveröffentlichte Aufnahmen wiederentdeckt, darunter ein Soloalbum aus den späten 1970er Jahren, das erst Jahre später veröffentlicht wurde. Karen Carpenter wird heute sowohl für ihr musikalisches Erbe als auch im Kontext der öffentlichen Aufklärung über Essstörungen erinnert.