Michael Dukakis – Gouverneur von Massachusetts und Präsidentschaftskandidat 1988

Michael Dukakis – langjähriger Gouverneur von Massachusetts, griechisch‑amerikanischer Politiker und demokratischer Präsidentschaftskandidat 1988. Reformen, Politik und Zeitgeschichte.

Autor: Leandro Alegsa

Michael Stanley Dukakis (griechisch: Μιχαήλ Δούκάκῆς, geboren am 3. November 1933) diente als 65. und 67. Gouverneur von Massachusetts von 1975 bis 1979 und von 1983 bis 1991. Er ist der dienstälteste Gouverneur von Massachusetts und nach Spiro Agnew erst der zweite griechisch-amerikanische Gouverneur in der Geschichte der Vereinigten Staaten. Dukakis wuchs als Sohn griechischer Einwanderer in Massachusetts auf; seine frühe Bildung und sein politisches Engagement legten den Grundstein für eine lange Karriere in der Landespolitik. Er diente auch im US-Militär und arbeitete nach seinem Studium als Anwalt, bevor er in den öffentlichen Dienst wechselte.

Bevor er Gouverneur wurde, war Dukakis in der Landespolitik aktiv und sammelte Erfahrung in der Gesetzgebung und Verwaltung. Als Gouverneur setzte er sich für die Modernisierung der Staatsverwaltung, die Förderung von Wirtschaftswachstum und die Verbesserung der öffentlichen Infrastruktur ein. Unter seiner Führung gewann Massachusetts in den 1980er Jahren den Ruf einer wirtschaftlichen Erholung, die oft als „Massachusetts Miracle“ bezeichnet wird, weil neue Branchen wie Technologie und Biowissenschaften an Bedeutung gewannen. Seine Regierung legte außerdem Schwerpunkte auf Bildung, Umweltschutz und Verwaltungseffizienz. Gleichzeitig war Dukakis Gegenstand politischer Kontroversen, etwa wegen Haushaltsfragen und innenpolitischer Maßnahmen, die von Gegnern kritisiert wurden.

1988 war er der demokratische Kandidat für das Präsidentenamt, verlor aber gegen den damaligen republikanischen Vizepräsidenten George H. W. Bush. Dukakis gewann die demokratische Nominierung und wählte den texanischen Senator Lloyd Bentsen als seinen Vizepräsidentschaftskandidaten. Die Präsidentschaftskampagne 1988 verlief schwieriger als erwartet: negative bzw. härtere Angriffe durch die Konkurrenz, insbesondere der umstrittene Willie-Horton-Spot, und mediale Inszenierungen wie das Bild von Dukakis in einem Panzer schadeten seinem Image. Im Wahljahr unterlag er Bush deutlich; im Electoral College stand es am Ende 426 zu 111 zugunsten von Bush, auch die Popular Vote ging mehrheitlich an den Republikaner.

Nach der Präsidentschaftskampagne kehrte Dukakis nach Massachusetts zurück und engagierte sich weiterhin in Lehre, Forschung und öffentlich-politischen Projekten. Er lehrte an Universitäten, war als Redner und Kommentator aktiv und gründete bzw. unterstützte Institute für Politik, Stadtentwicklung und öffentliche Verwaltung. Dukakis setzte sich in späteren Jahren unter anderem für Justiz- und Strafrechtsreformen sowie für bürgerschaftliches Engagement ein und blieb eine prominente Stimme innerhalb der Demokratischen Partei.

Privat ist Michael Dukakis verheiratet mit Katharine „Kitty“ Dukakis; die Familie und das persönliche Umfeld spielten über Jahrzehnte eine wichtige Rolle in seinem öffentlichen Leben. Sein Wirken wird unterschiedlich bewertet: Befürworter heben seine Verwaltungsreformen und seinen Einsatz für wirtschaftliche Erneuerung hervor, Kritiker bemängeln seine Fähigkeit, in Wahlkämpfen emotional zu überzeugen. Unbestritten bleibt sein Platz in der amerikanischen Politikgeschichte als bedeutender Gouverneur und als Kandidat einer großen Präsidentschaftswahl.

Nach der Wahl von 1988

Dukakis wurde als Kandidat für den Senator von Massachusetts für einen möglichen Interimsnachfolger von Ted Kennedy nach Kennedys Tod erwähnt, aber Gouverneur Deval Patrick wählte Paul G. Kirk, den anderen Kandidaten und einen Favoriten der Kennedy-Familie.

Im Jahr 2008 sprach er in einem Interview mit Katie Couric über seine Niederlage, in dem er sagte, er "schulde[n] dem amerikanischen Volk eine Entschuldigung", denn "wenn ich den alten Mann geschlagen hätte, hätten wir nie von dem Kind gehört und wir würden nicht in diesem Schlamassel stecken".



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