Robert Byrd – dienstältester US-Senator aus West Virginia (1917–2010)
Robert Byrd (1917–2010): dienstältester US-Senator, langjähriger Führer und vierfacher Präsident pro tempore — prägende Figur der US-Politik aus West Virginia.
Robert Carlyle Byrd (20. November 1917 – 28. Juni 2010) war von 1959 bis zu seinem Tod 2010 Senator des Bundesstaates West Virginia und damit der dienstälteste Senator in der Geschichte der Vereinigten Staaten. Von 2003 bis 2010 war er Dekan des Senats der Vereinigten Staaten. Byrd diente viermal als Präsident pro tempore des Senats, war mehrere Male Vorsitzender wichtiger Ausschüsse und prägte über fünf Jahrzehnte die parlamentarische Praxis des Senats. Er wurde 1958 in den Senat gewählt, war von 1977 bis 1981 sowie erneut von 1987 bis 1989 Mehrheitsführer und von 1981 bis 1987 Minderheitenführer.
Frühes Leben und Ausbildung
Byrd wurde 1917 in North Wilkesboro, North Carolina, geboren und wuchs in ärmlichen Verhältnissen auf. Er zog nach West Virginia, wo er sich eine politische Basis aufbaute und beruflich tätig war. Byrd legte großen Wert auf Bildung und Selbstaufstieg; er belegte Kurse am College und studierte später juristische Themen, bevor er eine politische Laufbahn einschlug.
Politische Karriere
Byrds Karriere erstreckte sich über mehr als fünf Jahrzehnte. Er begann auf Ebene des Bundesstaates und wurde dann 1958 in den US-Senat gewählt. Dort erwarb er sich bald einen Ruf als Experte für die Regeln und Traditionen des Senats. Durch detaillierte Kenntnis parlamentarischer Verfahren konnte er Debatten und Gesetzgebungsabläufe maßgeblich beeinflussen.
Er hatte führende Funktionen in beiden Fraktionen: als Mehrheits- und als Minderheitsführer formte er die Gesetzesagenda seiner Partei. Zudem war Byrd mehrfach Vorsitzender einflussreicher Ausschüsse, insbesondere des Haushalts- und des Appropriations-Ausschusses, wodurch er großen Einfluss auf die Verteilung föderaler Mittel gewann.
Politische Schwerpunkte und Stil
- Verteidiger der regionalen Interessen: Byrd setzte sich konsequent für die wirtschaftlichen und sozialen Belange von West Virginia ein, insbesondere für Arbeitsplätze in der Kohleindustrie und für Infrastrukturprojekte.
- Kenner parlamentarischer Verfahren: Er galt als einer der profiliertesten Kenner der Regeln des Senats und verfasste zahlreiche Arbeiten zu dessen Geschichte und Praxis.
- Haushaltspolitik: Als Vorsitzender von Haushaltsgremien hatte er großen Einfluss auf Förderprogramme und die Verteilung von Bundesmitteln, wofür er von Kritikern manchmal als „Pork‑barrel‑Politiker“ bezeichnet wurde, von Anhängern aber als engagierter Vertreter seines Bundesstaates gefeiert wurde.
Kontroversen und spätere Reue
In seiner frühen politischen Laufbahn war Byrd Mitglied des Ku-Klux-Klan; diese Mitgliedschaft und frühere rassistische Äußerungen wurden später immer wieder kontrovers diskutiert. In den folgenden Jahrzehnten distanzierte er sich von diesen Ansichten, bezeichnete seine frühe Haltung als Fehler und äußerte mehrfach Reue. Seine spätere Politik und Reden zeugten von einem Wandel in seiner Haltung zu Bürgerrechten und Rassengleichheit.
Vermächtnis
Byrd hinterließ ein komplexes Erbe: Er gilt als einer der einflussreichsten Senatoren des 20. Jahrhunderts, sowohl wegen seiner Rolle in der Gesetzgebung als auch wegen seiner systematischen Kenntnis der parlamentarischen Praxis. Zugleich bleibt seine frühe Mitgliedschaft im Ku-Klux-Klan ein dunkler Fleck in seiner Biographie, der sein öffentliches Bild auch nach Jahrzehnten prägte.
Tod
Robert Byrd starb am 28. Juni 2010 im Alter von 92 Jahren. Sein Tod beendete eine außergewöhnlich lange parlamentarische Laufbahn; er wurde in Erinnerung behalten als erfahrener Parlamentarier, energischer Advokat für seinen Bundesstaat und als Politiker, der im Lauf seines Lebens sowohl umstrittene als auch anerkennenswerte Entwicklungen durchlief.
Frühes Leben
Byrd wurde am 20. November 1917 in North Wilkesboro, North Carolina, geboren. Er war von 1937 bis zu ihrem Tod im Jahr 2006 mit Erma James verheiratet. Sie hatten zwei Kinder.
Politische Karriere
Byrd war von Januar 1989 bis Januar 1995, vom 3. Januar 2001 bis 20. Januar 2001 und erneut von Juni 2001 bis Januar 2003 und Januar 2007 bis zu seinem Tod im Jahr 2010 die vierte Person im Staat (als Präsident pro tempore des Senats, in der Regel dienstältester Senator der Mehrheitspartei).
Nachdem die Republikaner wieder die Kontrolle über den Senat übernommen hatten, wurde er zum Ehrenpräsidenten "pro tempore emeritus". 2007 wurde Byrd erneut Präsident "pro tempore" des Senats. Bevor er in den Senat gewählt wurde, diente er von 1953 bis 1959 im US-Repräsentantenhaus (er ist Dekan des gesamten Kongresses).
Er war ein entschiedener Gegner des Irak-Krieges von Präsident George W. Bush. Im Januar 2006 war er einer der einzigen vier (neben Ben Nelson aus Nebraska, Kent Conrad aus North Dakota und Ken Salazar aus Colorado) demokratischen Senatoren, die für Samuel Alito stimmten.
Tod
Byrd starb am 28. Juni 2010 in Falls Church, Virginia, im Alter von 92 Jahren an den Folgen eines natürlichen Todes.
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