Vittoria della Rovere (7. Februar 1622 – 5. März 1694) war als Gattin des Großherzogs Ferdinando II. Großherzogin der Toskana. Sie spielte eine wichtige Rolle am Hof von Florenz und ist bis heute vor allem als Kunstmäzenin und Erbin des Hauses Rovere bekannt.

Sie schenkte ihrem Ehemann vier Kinder, von denen zwei die Kindheit des zukünftigen Cosimo III. und Francesco Maria de' Medici, Herzog von Rovere und Montefeltro, überleben sollten. Vittoria war die Herzogin von Rovere und Montefeltro in ihrem eigenen Recht; die Rechte und Teile der Erbschaft dieser Linie fielen mit ihrem Tod an ihren jüngsten Sohn. Nachdem mehrere Familienmitglieder gestorben waren und besonders nach dem Tod ihres Mannes, übernahm sie später die Vormundschaft über ihre drei Enkelkinder und beeinflusste deren Erziehung und die dynastische Politik des Hauses Medici.

Als Erbin der Rovere brachte Vittoria ein umfangreiches Kunst- und Kunsthandwerksvermächtnis in die Medici-Sammlung ein. Sie erwarb und überließ dem Haus der Medici bedeutende Gemälde, Teppiche, Möbelstücke, Handschriften und antike Stücke, die die Sammlungen des Großherzogtums wesentlich bereicherten. Viele dieser Sammlungsstücke befinden sich noch heute in den Museen von Florenz, insbesondere in der Galerie des Palazzo Pitti Uffizien und in anderen städtischen Sammlungen.

Vittoria stammte aus der Verbindung von Federico Ubaldo della Rovere und Claudia de' Medici; durch diese Herkunft war sie dem Medici-Haus bereits entfernt verwandt. Am Hof führte sie ein frommes und engagiertes Leben, förderte religiöse Stiftungen und wohltätige Projekte und stand wegen ihres starken Einflusses und ihrer konservativen Haltung oft im Konflikt mit ihrer Schwiegertochter Marguerite Louise d'Orléans, mit der sie zeitlebens ein gespanntes Verhältnis hatte. Vittoria starb 1694 und hinterließ ein klares dynastisches wie kulturelles Erbe, das das Bild Florenz' als europäisches Kunstzentrum weiter prägte.