Jim B. Tucker – Reinkarnationsforschung und pränatale Erinnerungen
Jim B. Tucker – Forscher an der University of Virginia: Wissenschaftliche Studien zu Reinkarnation, pränatalen und Geburtserinnerungen bei Kindern.
Jim B. Tucker ist medizinischer Direktor der Klinik für Kinder- und Familienpsychiatrie und außerordentlicher Professor an der Abteilung für Wahrnehmungsstudien an der Universität von Virginia. Seine Forschungsschwerpunkte sind Reinkarnationsforschung sowie pränatale und Geburtserinnerungen. Tucker, ein Kinderpsychiater, arbeitete mehrere Jahre lang zusammen mit Ian Stevenson an dieser Forschung, bevor er nach Stevensons Pensionierung im Jahr 2002 die Leitung übernahm. Tucker ist der Autor von "Leben vor dem Leben": A Scientific Investigation of Children's Memories of Previous Lives (Eine wissenschaftliche Untersuchung der Erinnerungen von Kindern an frühere Leben). Er wurde in Print- und Rundfunkmedien in den Vereinigten Staaten, im Vereinigten Königreich und in Kanada über die Reinkarnation interviewt.
Forschung und Methoden
Tucker untersucht vor allem Berichte von Kindern, die spontan Erinnerungen an frühere Leben äußern. Seine Arbeit baut auf den systematischen Fallstudien auf, die unter Ian Stevenson begonnen wurden. Typische Merkmale der untersuchten Fälle sind:
Tucker bemüht sich um einen möglichst stringenten dokumentarischen Ansatz: Er führt Interviews mit dem Kind und dessen Angehörigen, sucht unabhängige Bestätigungen für gegebene Details (zum Beispiel durch Sterberegister, Zeitungsberichte oder Zeugenaussagen) und dokumentiert körperliche Besonderheiten. Seine Arbeit ist fallorientiert und legt Wert auf genaue Beschreibung und Vergleichbarkeit der Fälle.
Publikationen und Vermittlung
Neben seinem populärwissenschaftlichen Buch hat Tucker zahlreiche Artikel und Fallberichte veröffentlicht, in denen er Methoden, Einzelfälle und Übersichtsanalysen darlegt. Er versucht, die Fallstudien so aufzubereiten, dass sie sowohl für Fachkollegen als auch für ein breiteres Publikum nachvollziehbar sind. Daneben trat er mehrfach in Medien auf, um über seine Befunde und die methodischen Hintergründe zu sprechen.
Rezeption und Kritik
Die Forschung von Tucker ist innerhalb der Parapsychologie und in Kreisen, die sich mit Bewusstseinsphänomenen befassen, einflussreich. Gleichzeitig begegnet sie in der etablierten Wissenschaft großer Skepsis. Kritische Einwände betreffen unter anderem:
Tucker selbst betont in seinen Veröffentlichungen sowie in Interviews die Notwendigkeit strenger Dokumentation und die Bereitschaft, alternative Erklärungen ernsthaft zu prüfen. Er fordert jedoch auch, die Phänomene nicht vorab auszuschließen, solange überprüfbare Aspekte offen bleiben.
Bedeutung
Unabhängig von der Bewertung der Schlussfolgerungen haben die Veröffentlichungen von Tucker und seinen Vorgängern dazu beigetragen, dass Fragen nach frühkindlichen Erinnerungen an frühere Leben und nach möglichen körperlichen Entsprechungen systematischer untersucht werden. Seine Arbeit hat das Forschungsfeld der Reinkarnationsforschung professionalisiert und die Debatte über Bewusstsein, Identität und Erinnerung angeregt.
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