Caeciliidae (Blindwühlen): Merkmale, Verbreitung & Lebensweise
Caeciliidae (Blindwühlen): Merkmale, Verbreitung & Lebensweise — Aussehen, Lebensraum, Grabverhalten, Fortpflanzung und Schädelanpassungen.
Caeciliidae ist die Familie der gemeinen Caeciliden innerhalb der Hautlurchordnung der Caecilianer. Man findet Vertreter dieser Gruppe in Mittel- und Südamerika, im äquatorialen Afrika und in Teilen Indiens. Wie andere Vertreter der Gattung Caecilia und der gesamten Ordnung wirken sie äußerlich wurm- oder schlangenähnlich, weil der Körper langgestreckt und beinlos ist.
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5 BilderMerkmale
Caeciliidae sind an ein unterirdisches oder teils aquatisches Leben angepasst. Wichtige Kennzeichen sind:
- Körperform: langgestreckt, zylindrisch, ohne ausgeprägte Gliedmaßen; viele Arten haben deutlich ausgeprägte Hautringe (Annuli), die eine segmentartige Optik erzeugen.
- Schädel: stark reduziert und die Knochen sind zu einem kompakten, verfestigten Schädelblock verschmolzen – eine Anpassung, die das Graben erleichtert.
- Maul und Sinnesorgane: das Maul ist subterminal (unterhalb der Schnauze) gelegen. Neben Nase und Augen besitzen Caecilianer ein besonderes Sinnesorgan, das Tentakel, das zwischen Auge und Nasenöffnung sitzt und chemische Reize wahrnimmt. Die Augen sind meist klein und oft von Haut oder Knochen bedeckt, sodass die Tiere äußerlich „blind“ erscheinen; das hat ihnen im Deutschen den Namen „Blindwühlen“ eingebracht.
- Haut und Schuppen: die Haut ist glatt, schleimig und enthält zahlreiche Drüsen; bei vielen Arten finden sich winzige Hornschuppen (Dermalschuppen) in den Hautringen.
- Größe: die Körperlänge variiert je nach Art: von wenigen zehn Zentimetern bis zu über einem Meter bei einigen Arten.
Verbreitung und Lebensraum
Caeciliidae leben überwiegend in tropischen Regionen und bevorzugen feuchte Habitate. Typische Lebensräume sind:
- lockere, feuchte Böden in Regen- und Nebelwäldern, wo sie im Erdreich, unter Wurzeln und in der Laubschicht graben;
- Uferbereiche von Süßwassergewässern und feuchte Sümpfe – bei manchen Arten ist ein teils aquatisches Leben bekannt;
- vereinzelt treten Arten auch in landwirtschaftlich genutzten, feuchten Böden oder in Plantagen auf.
Lebensweise und Ernährung
Caeciliidae sind überwiegend räuberisch. Ihre Nahrung besteht hauptsächlich aus Bodenwirbellosen wie Regenwürmern, Insektenlarven, Termiten und Ameisen sowie gelegentlich kleinen Wirbeltieren. Durch ihre grabende Lebensweise spüren sie Beute mit Hilfe von Geruchs- und Tastreizen auf. Viele Arten sind nachtaktiv oder dämmerungsaktiv und meiden direkte Sonneneinstrahlung.
Fortpflanzung
Die Fortpflanzungsstrategien innerhalb der Familie sind vielfältig:
- ovipar: Viele Arten legen Eier in feuchtem Boden oder unter Vegetation ab. Aus diesen Eiern schlüpfen bei einigen Arten aquatische Larven, die sich in Gewässern weiterentwickeln, bevor sie an Land oder wieder unter die Erde gehen.
- direkte Entwicklung: Bei einigen Arten fehlt ein freischwimmendes Larvenstadium; die Jungen schlüpfen in einer Form, die der der erwachsenen Tiere ähnelt (direkte Entwicklung).
- viviparie: Bei einigen Caecilianern kommt es zur Lebendgeburt; die Embryonen ernähren sich dabei im Mutterleib zunächst von Dotter und später teilweise von speziellen Sekreten der Mutter.
- Elterliche Fürsorge: Interessanterweise zeigen manche Arten intensives elterliches Verhalten: Muttertiere säubern das Gelege, bewachen es und – bei bestimmten Arten – fressen die Jungtiere zeitweise von der nährstoffreichen, speziellen Mutterhaut (Dermatophagie), sodass die Jungen überlebenswichtige Energie erhalten.
Anpassungen
Die wichtigsten Anpassungen an ein unterirdisches Leben sind der verstärkte Schädel zum Graben, die metallische, glatte Haut mit zahlreichen Drüsen, reduzierte Augen und die sensiblen Tentakel zur chemischen Wahrnehmung. Viele Arten besitzen zudem einen asymmetrischen Atmungsapparat mit einer reduzierte Lunge (bei Caecilianern ist oft die linke Lunge verkleinert), was mit der schmalen Körperform zusammenhängt.
Gefährdung und Schutz
Viele Caeciliidae sind aufgrund ihres verborgenen Lebensstils schlecht erforscht; für viele Arten liegen nur wenige Daten vor. Allgemeine Gefährdungsfaktoren sind:
- Lebensraumverlust durch Abholzung, Landwirtschaft und Bautätigkeit;
- Verschlechterung der Boden- und Wasserqualität durch Chemikalien und Erosion;
- Bodenschädigung durch Bodenverdichtung und intensive Nutzung.
Da viele Arten selten oder nur lokal bekannt sind, ist der Schutz ihrer Lebensräume wichtig. Für einige Arten bestehen Schutzmaßnahmen oder sie sind in Schutzgebieten vertreten.
Beziehung zum Menschen
Blindwühlen sind für Menschen ungefährlich und spielen eine nützliche Rolle im Ökosystem, weil sie Bodenorganismen fressen und so zur Bodenbelüftung beitragen. Wegen ihres versteckten Lebens werden sie kaum gesehen; gelegentlich werden sie fälschlich für Schlangen gehalten. In der Forschung sind Caecilianer interessant wegen ihrer einzigartigen Anatomie, Fortpflanzungsstrategien und der Evolution der Amphibien.
Hinweis: Die Familie Caeciliidae wurde in der Wissenschaft mehrfach taxonomisch überarbeitet; die Zusammensetzung der Familie und die genaue Zuordnung von Arten können sich mit neuen genetischen Untersuchungen ändern.
Arten
- Gattung Boulengerula - Boulenger'sche Caecilianer
- Boulengerula boulengeri
- Boulengerula changamwensis
- Boulengerula denhardti
- Boulengerula fischeri
- Boulengerula niedeni
- Boulengerula taitana
- Boulengerula uluguruensis
- Gattung Brasilotyphlus - Brasilianische Kazilianer
- Brasilotyphlus braziliensis
- Brasilotyphlus guarantanus
- Gattung Caecilia - Gewöhnliche Caecilia
- Caecilia abitaguae
- Caecilia albiventris
- Caecilia antioquiaensis
- Caecilia armata
- Caecilia attenuata
- Caecilia bokermanni
- Caecilia caribea
- Caecilia corpulenta
- Caecilia crassisquama
- Caecilia-Degenerata
- Caecilia disossea
- Caecilia dunni
- Caecilia flavopunctata
- Caecilia gracilis
- Caecilia guntheri
- Caecilia-Inka
- Caecilia isthmica
- Caecilia leucocephala
- Caecilia marcusi
- Caecilia mertensi
- Caecilia nigricans
- Caecilia occidentalis
- Caecilia orientalis
- Caecilia pachynema
- Caecilia perdita
- Caecilia pressula
- Caecilia subdermalis
- Caecilia subnigricans
- Caecilia subterminalis
- Caecilia tentaculata
- Caecilia tenuissima
- Caecilia thompsoni
- Caecilia vulcani
- Gattung Caecilita
- Caecilita iwokramae
- Gattung Dermophis - Mexikanische Caecilianer
- Dermophis costaricensis
- Dermophis glandulosus
- Dermophis gracilior
- Dermophis mexicanus
- Dermophis oaxacae
- Dermophis occidentalis
- Dermophis parviceps
- Gattung Gegeneophis - Waldkazilien
- Gegeneophis carnosus
- Gegeneophis danieli, Daniels Zäkular
- Gegeneophis fulleri
- Gegeneophis goaensis
- Gegeneophis Krishni
- Gegeneophis madhavai
- Gegeniophis mhadeiensis
- Gegeneophis nadkarnii
- Gegeneophis ramaswamii
- Gegeneophis seshachari
- Gattung Geotrypetes - Westafrikanische Kazilianer
- Geotrypetes angeli
- Geotrypetes pseudoangeli
- Geotrypetes seraphini, Pavian Caecilian
- Gattung Grandisonia - Seychellen-Kazilianer
- Grandisonia-Stellvertreter
- Grandisonia brevis
- Grandisonia larvata
- Grandisonia sechellensis
- Gattung Gymnopis - Feuchtwald-Zäklilien
- Gymnopis multiplicata
- Gymnopis-Syntrema
- Gattung Herpele - Kongo-Kazilianer
- Herpele multiplicata
- Herpele-Squalostom
- Gattung Hypogeophis - Fregatteninsel Caecilian
- Hypogeophis rostratus
- Gattung Idiocranium - Makumuno Assumbo Caecilian
- Idiokranium russeli
- Gattung Indotyphlus - Battersby's Caecilians
- Indotyphlus battersbyi
- Indotyphlus maharashtraensis
- Gattung Lütkenotyphlus - São Paulo Caecilian
- Luetkenotyphlus brasiliensis
- Gattung Microcaecilia - Winzige Caecilia
- Microcaecilia albiceps
- Microcaecilia grandis
- Microcaecilia rabi
- Microcaecilia-Supernumerarien
- Microcaecilia taylori
- Microcaecilia einfarbig
- Gattung Mimosiphonops - Wurmmuster-Kazilianer
- Mimosiphonops reinhardti
- Mimosiphonops vermiculatus
- Gattung Oscaecilia - Südamerikanische Kazilianer
- Oscaecilia bassleri
- Oscaecilia elongata
- Oscaecilia equatorialis
- Oscaecilia-Hypereumeces
- Oscaecilia koepckeorum
- Oscaecilia ochrocephala
- Oscaecilia osae
- Oscaecilia polyzona
- Oscaecilia zweifeli
- Gattung Parvicaecilia - Kolumbianische Kazilianer
- Parvicaecilia nicefori
- Parvicaecilia pricei
- Gattung Praslinia - Cooper's Caecilian
- Praslinia cooperi
- Gattung Schistometopum - Guinae Caecilians
- Schistometopum gregorii
- Schistometopum thomense
- Gattung Siphonops - Ringelkazilianer
- Siphonops annulatus
- Siphonops hardyi
- Siphonops insulanus
- Siphonops leucoderus
- Siphonops paulensis
- Gattung Sylvacaecilia - Aleku Caecilian
- Sylvacaecilia grandisonae
Fragen und Antworten
F: Was sind Caeciliidae?
A: Die Familie der Caeciliidae ist die Familie der gemeinen Cäcilien, die in Mittel- und Südamerika, im äquatorialen Afrika und in Indien vorkommt.
F: Wie sehen die Caeciliae der Caeciliidae aus?
A: Die Caeciliidae sehen wie Würmer oder Schlangen aus.
F: Durch welche Merkmale unterscheiden sich die Caeciliidae von anderen Caecilien?
A: Die Schädel der Caeciliidae haben nur wenige Knochen, die zu einem festen Ramm verschmolzen sind, was beim Graben durch den Boden hilft. Das Maul befindet sich unterhalb des Nasenbereichs, und es gibt keinen Schwanz.
F: Wo legen viele Caeciliidae ihre Eier ab?
A: Viele Caeciliiden legen ihre Eier in feuchter Erde ab.
F: Was geschieht mit den Eiern von Caeciliiden, nachdem sie in feuchte Erde gelegt wurden?
A: Aus den Eiern der Caeciliiden schlüpfen aquatische Larven.
F: Haben alle Arten von Caeciliiden ein Larvenstadium?
A: Nein, einige Cäciliidenarten haben kein Larvenstadium. Aus den Eiern schlüpfen Jungtiere, die die gleiche Form wie die erwachsenen Tiere haben.
F: Wie gebären einige Cäciliiden?
A: Einige Caeciliiden haben keine Eier und bringen lebende Jungtiere zur Welt.
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Autor
AlegsaOnline.com Caeciliidae (Blindwühlen): Merkmale, Verbreitung & Lebensweise Leandro Alegsa
URL: https://de.alegsaonline.com/art/15938
Quellen
- doi.org : 10.1016/j.ympev.2004.05.014
- pubmed.ncbi.nlm.nih.gov : 15336675
- doi.org : 10.1086/429523
- pubmed.ncbi.nlm.nih.gov : 15795855
- sysbio.oxfordjournals.org : "Experimental design in caecilian systematics: phylogenetic information of mitochondrial genomes and nuclear rag1"
- doi.org : 10.1093/sysbio/syp043
- pubmed.ncbi.nlm.nih.gov : 20525595
- research.amnh.org : research.amnh.org/herpetology/amphibia/index.php
- amphibiaweb.org : amphibiaweb.org/