Der Riesenkalmar, Mesonychoteuthis hamiltoni, ist nach heutigen Erkenntnissen der größte bekannte Kalmar. Erwachsene Tiere erreichen nach Beobachtungen und Funden Längen von etwa 9–10 Metern (30–33 Fuß), wobei genaue Messungen wegen der Zerbrechlichkeit der Tiere schwierig sind.

Merkmale und Größe

  • Körperform und Farbe: Der Körper ist meist rotbraun; aufgrund der Tiefe, in der die Tiere leben, sind Farbveränderungen nach dem Tod und während der Bergung häufig.
  • Augen: Das Auge zählt zu den größten am Tierreich: dokumentierte Maße sind rund 27 cm Breite mit einer Linse von etwa 12 cm Durchmesser; lebende, nicht zusammengefallene Augen werden auf etwa 30–40 cm Breite geschätzt. Dies ist ein wichtiges Merkmal für die Wahrnehmung in der tiefen, dunklen Umgebung.
  • Vergleich: Der Riesenkalmar ist größer als der vergleichsweise bekannte Riesentintenfisch.

Lebensraum und Verbreitung

Der Riesenkalmar kommt vorwiegend im Bereich des Südlichen Ozeans vor und lebt in Tiefen, die bis in etwa 2000 Meter unter die Wasseroberfläche reichen. Angaben zu saisonalen Wanderungen oder vertikaler Verteilung beruhen größtenteils auf vereinzelten Fängen und Beobachtungen.

Ernährung und ökologische Rolle

Über die Ernährung des Riesenkalmars gibt es nur indirekte Hinweise aus Mageninhaltsanalysen und Beobachtungen; man nimmt an, dass er sich von verschiedensten Tiefseebeutetieren ernährt:

  • Chaetognatha (Rädertierchenartige Vorstufen in der Nahrungskette),
  • großen Fischen, etwa dem Schwarzen Seehecht,
  • und anderen Tintenfischen.

Verschiedene Forschende vermuten, dass der Riesenkalmar Beute in der Tiefsee unter Umständen auch durch starke Sinneswahrnehmungen oder Biolumineszenz-Signale lokalisiert und/oder angelockt wird. Zudem gilt der Riesenkalmar als wichtige Nahrungsquelle für Pottwale und andere Großräuber.

Physiologie und Stoffwechsel

  • Ammoniumverbindung: Im Gewebe wurde Ammoniumchlorid nachgewiesen; dies kann den Geschmack des Fleisches beeinflussen und hat Auswirkungen auf die Dichte und den Auftrieb der Tiere.
  • Stoffwechsel: Es wird angenommen, dass der Riesenkalmar einen relativ langsamen Stoffwechsel besitzt; Schätzungen legen nahe, dass einzelne Tiere nur geringe Mengen an Nahrung (im Bereich von Dutzenden Gramm pro Tag) benötigen. Solche Schätzungen sind aber mit Unsicherheiten behaftet und hängen stark von Größe, Temperatur und Aktivitätsniveau ab.

Verhalten

Aus den vorhandenen Daten entsteht das Bild eines großwüchsigen, wahrscheinlich langsam bewegten Räubers, der überwiegend als Hinterhaltjäger agiert. Die sehr großen Augen scheinen primär der Erkennung größerer Räuber und der Wahrnehmung schwacher Kontraste in der Tiefsee zu dienen, nicht unbedingt der schnellen, aktiven Jagd über große Entfernungen.

Beobachtungen, Sammlungen und Forschung

  • Funde stammen meist von in Netzen geborgenen oder an die Küste getriebenen Exponaten; lebende Beobachtungen sind selten und technisch anspruchsvoll.
  • Ein bekanntes, teilweise erhaltenes Exemplar wird im neuseeländischen Museum Te Papa Tongarewa ausgestellt; die Ausstellung wurde 2008 eröffnet und zu dem Exponat ist auch eine Website verfügbar.
  • Wesentliche Forschungsfragen betreffen Lebenszyklus, Fortpflanzung, Populationsgröße und genaue räumliche Verteilung — Felder, in denen weitere Tiefseebeobachtungen und Probenahmen erforderlich sind.

Zusammenfassung

Der Riesenkalmar Mesonychoteuthis hamiltoni ist ein großwüchsiger Tiefseetintenfisch mit auffallend großen Augen und speziellen physiologischen Merkmalen wie Ammoniumverbindungen im Gewebe. Er spielt eine bedeutende Rolle in der Tiefseeökologie, unter anderem als Beute für Pottwale, und bleibt wegen der Schwierigkeit, ihn lebend zu beobachten, in vielen Details nur unvollständig erforscht.