Cressida – Uranusmond: Entdeckung, Eigenschaften und Daten
Cressida – Uranusmond: Entdeckung 1986, Eigenschaften, Bahndaten, Größe (R≈41 km), Albedo 0,08, Zugehörigkeit zur Portia‑Gruppe und Voyager‑2‑Beobachtungen.
Cressida ist ein innerer Mond des Uranus, der auf Aufnahmen der Raumsonde Voyager 2 entdeckt wurde (Aufnahme vom 1986-01-09) und zunächst die Bezeichnung S/1986 U 3 erhielt. Die offizielle Benennung erfolgte nach der trojanischen Figur Cressida aus William Shakespeares Stück Troilus und Cressida (die Gestalt erscheint auch in Erzählungen von Geoffrey Chaucer u. a.). In älterer Literatur wird der Mond auch als Uranus IX geführt.
Entdeckung und Beobachtungen
Cressida wurde auf Bildern der Vorbeiflugmission Voyager 2 identifiziert; seitdem liegen nur sehr begrenzte Beobachtungsdaten vor, da die kleinen inneren Uranusmonde für erdgebundene Teleskope und selbst für das Hubble Space Telescope schwer aufzulösen sind. Die meisten Informationen stammen daher aus den Voyager-Aufnahmen und aus photometrischen Messungen. Weitere präzise Nahaufnahmen oder Landemissionen fehlen bislang.
Umlaufbahn und Zugehörigkeit
Cressida gehört zur sogenannten Portia-Gruppe der inneren Uranusmonde, zu der auch Bianca, Desdemona, Julia, Portia, Rosalinde, Amor, Belinda und Perdita zählen. Diese Monde zeichnen sich durch ähnliche, enge Umlaufbahnen um Uranus sowie vergleichbare photometrische Eigenschaften aus. Wie die meisten inneren Monde ist Cressida sehr nahe an Uranus und bewegt sich in einer Region, in der Wechselwirkungen zwischen den Satelliten und mögliche langfristige dynamische Instabilitäten diskutiert werden.
Physikalische Eigenschaften
Bekannte Messwerte sind spärlich; die wichtigsten Angaben lauten:
- Radius: etwa 41 km
- Geometrische Albedo: ca. 0,08 (sehr dunkle, lichtschwache Oberfläche)
- Form: auf Voyager-Bildern erscheint Cressida gedehnt; das Verhältnis der Hauptachsen des prolativen (langgestreckten) Sphäroids wird mit etwa 0,8 ± 0,3 angegeben
- Farbe/Spektrum: weitgehend grau/neutral—keine starken farblichen Merkmale in den verfügbaren Aufnahmen
- Rotation: wie bei den meisten kleinen inneren Monden wird eine gebundene (synchronisierte) Rotation angenommen, d. h. eine Rotation mit der gleichen Periode wie dem Umlauf um Uranus, sodass dieselbe Hemisphäre dem Planeten zugewandt bleibt
- Atmosphäre: nicht vorhanden
Ursprung, Entwicklung und wissenschaftliche Bedeutung
Kleine innere Monde wie Cressida sind vermutlich Überreste der Entstehungs- und Kollisionsgeschichte des Uranus‑Systems. Ihre dunklen, von Einschlägen geprägten Oberflächen sowie ihre enge räumliche Anordnung deuten auf eine Geschichte aus Kollisionen und Zusammenballungen hin. Dynamische Modelle zeigen, dass die inneren Uranusmonde über lange Zeiträume wechselwirkungsreich sind; in manchen Simulationen können dadurch Umlaufbahnen verändert oder sogar Kollisionen ausgelöst werden, was wiederum zu Ringbildung oder zur Entstehung neuer kleiner Körper führen kann.
Beobachtungsstand und offene Fragen
Viele Eigenschaften von Cressida sind noch unbestimmt: genaue Masse, Dichte, innere Struktur, detaillierte Form und Topographie sowie genaue Rotations- und Bahnparameter sind nur schlecht bekannt oder müssen aus wenigen Bildern und Annahmen abgeleitet werden. Eine Rückkehrmission mit einem modernen Orbiter oder bessere boden- und weltraumgestützte Beobachtungen könnten diese Lücken schließen und mehr über Zusammensetzung und Entstehung der kleinen Monde liefern.
Zusammenfassung der wichtigsten Daten
- Name: Cressida (S/1986 U 3, Uranus IX)
- Entdeckt: auf Voyager‑2‑Aufnahmen (1986)
- Mitglied der: Portia‑Gruppe
- Radius: ≈ 41 km
- Geometrische Albedo: ≈ 0,08
- Form: prolat, Achsenverhältnis ≈ 0,8 ± 0,3
- Oberfläche: grau, dunkel, vermutlich von Einschlägen geprägt
Weitere Details sind Gegenstand aktueller und zukünftiger Forschung; für vertiefende historische Informationen kann auf die Originalaufnahmen und Analysen der Voyager 2-Mission verwiesen werden.

Fragen und Antworten
F: Was ist Cressida?
A: Cressida ist ein Mond, der den Uranus umkreist.
F: Wann wurde Cressida entdeckt und wie?
A: Cressida wurde am 9. Januar 1986 durch Bilder der Voyager 2 entdeckt.
F: Warum wurde Cressida ein besonderer Name gegeben?
A: Cressida wurde nach einer Figur in William Shakespeares Theaterstück Troilus und Cressida sowie in Erzählungen anderer Autoren benannt.
F: Zu welcher Gruppe von Monden gehört Cressida?
A: Cressida gehört zur Portia-Gruppe der Monde, zu der auch Bianca, Desdemona, Julia, Portia, Rosalind, Amor, Belinda und Perdita gehören.
F: Was wissen wir über Cressida?
A: Abgesehen von seiner Umlaufbahn, einem Radius von 41 km und einer geometrischen Albedo von 0,08 ist über Cressida fast nichts bekannt.
F: Wie erscheint Cressida auf den Bildern von Voyager 2?
A: Auf den Bildern von Voyager 2 erscheint Cressida als ein gestrecktes Objekt, dessen Hauptachse in Richtung Uranus zeigt.
F: Wie ist das Achsenverhältnis des länglichen Sphäroids von Cressida?
A: Das Achsenverhältnis des Prolate Sphäroids von Cressida beträgt 0,8 ± 0,3.
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