Daniel Catán Porteny (3. April 1949 in Mexiko-Stadt - 9. April 2011 in Austin, Texas) war ein mexikanischer Opernkomponist jüdischer Abstammung. Er ist vor allem dafür bekannt, den italienischen Film Il Postino in eine Oper zu verwandeln. Er arbeitete an der Universität von Texas in Austin an einer neuen Oper, die auf dem Frank-Capra-Film Meet John Doe basiert.
Catán gilt als einer der international bekanntesten zeitgenössischen Komponisten Mexikos. Seine Opern zeichneten sich durch eine betont melodische, lyrische Sprache und ein starkes Gespür für szenische Atmosphäre aus. Er verband in seinen Bühnenwerken lateinamerikanische Musikalität mit europäischer Operntradition und schrieb häufig in romanischen Sprachen (Spanisch und Italienisch), was ihm besondere Aufmerksamkeit im amerikanischen und europäischen Opernbetrieb einbrachte.
Seine bekanntesten Bühnenwerke umfassen unter anderem Florencia en el Amazonas, eine poetische Oper, die ihm breite internationale Anerkennung einbrachte, sowie die Opern La hija de Rappaccini und Il Postino. Diese Stücke wurden von großen Opernhäusern aufgeführt und trugen dazu bei, die spanischsprachige Opernliteratur im internationalen Repertoire zu stärken.
Catáns Kompositionsstil wurde oft als “modern-romantisch” beschrieben: üppige Orchestrierung, ein Schwerpunkt auf Singbarkeit der Stimmen und dramatische Farbigkeit waren kennzeichnend. Er arbeitete regelmäßig mit Librettisten zusammen, um erzählerische und musikalische Elemente eng zu verzahnen, und legte großen Wert auf die Verbindung von Musik und Text.
Neben seiner kompositorischen Tätigkeit engagierte sich Catán in der Lehre und im kulturellen Austausch. Er hatte Gastprofessuren und Zusammenarbeit mit verschiedenen Opernfestivals und Theatern inne und war ein wichtiger Repräsentant zeitgenössischer lateinamerikanischer Musik im internationalen Kontext.
Catán starb 2011 in Austin im Alter von 62 Jahren. Zum Zeitpunkt seines Todes arbeitete er an einer neuen Oper nach dem Film Meet John Doe, ein Projekt, das unvollendet blieb. Sein musikalisches Erbe lebt weiter: Seine Opern werden weiterhin aufgeführt, aufgenommen und in Universitätsprogrammen sowie von zeitgenössischen Opernhäusern studiert. Viele Dirigenten, Sänger und Theater schätzen seine Fähigkeit, zugängliche, zugleich kunstvoll ausgestaltete Opern zu schaffen.
Ausgewählte Werke (Auswahl):
- Florencia en el Amazonas – Oper (bekannte, international aufgeführte Bühne)
- La hija de Rappaccini – Oper (adaptiert nach einer literarischen Vorlage)
- Il Postino – Oper, nach dem gleichnamigen Film
Catáns Bedeutung liegt nicht nur in einzelnen Erfolgen, sondern auch in seiner Rolle als Brückenbauer zwischen lateinamerikanischer Musikkultur und der internationalen Opernwelt. Seine Werke machten das spanischsprachige Musiktheater sichtbarer und zeigten, dass melodiöse, szenisch dichte Opern der Gegenwart ein breites Publikum erreichen können.

