Gumbasia ist ein sehr kurzer Film, den Art Clokey 1953 drehte. Es handelt sich um eine Animation aus Ton (Knetanimation), die nur 3 Minuten und 45 Sekunden lang ist. Mit Gumbasia experimentierte Clokey mit abstrakten, rhythmischen Bildfolgen und musikalischer Untermalung – ein Ansatz, der bewusst an Walt Disneys Fantasia erinnert, wobei die Bildsprache allerdings experimenteller und reduzierter ist.

Entstehung und Technik

Clokey entstand Gumbasia, während er an der Universität von Südkalifornien studierte und bei Slavko Vorkapich Unterricht nahm. Vorkapich lehrte ein Konzept, das er als „kinästhetische Filmprinzipien“ bezeichnete: die Betonung von Rhythmus, Bewegung, Kameraarbeit und Schnitt als eigenständige rhetorische Mittel des Films. Clokey übertrug diese Ideen auf die Stop-Motion-Technik der Knetanimation (Ton im Sinne von Modelliermasse) und kombinierte Kamerabewegungen, Stop-Motion-Schnitt und abstrakte Formen zu einer dynamischen, fast musikalischen Bildfolge.

Der Stil von Gumbasia ist experimentell und stark montiert: bewegliche Tonklumpen und einfache Formen werden in schneller Abfolge ins Bild gesetzt und zur Musik inszeniert. Diese Arbeitsweise unterschied sich deutlich von den zu jener Zeit üblichen figurativen Trickfilmen und zeigte, wie Knetanimation nicht nur für erzählende, sondern auch für rein visuelle Experimente geeignet ist.

Wirkung und Vermächtnis

Gumbasia war Clokeys erster Film in dieser Technik und zog die Aufmerksamkeit von Branchenleuten auf sich. Der Film beeindruckte den Produzenten Sam Engel so sehr, dass er Clokey finanzielle Mittel für einen längeren (ca. 15-minütigen) Film zur Verfügung stellte. Aus dieser Förderung entstand der erste Gumby-Film, Gumby Goes to the Moon, und legte damit den Grundstein für die späteren erfolgreichen Serien Gumby und Davey and Goliath, die ebenfalls auf Knetanimation basierten.

Heute gilt Gumbasia als frühes und einflussreiches Beispiel dafür, wie experimentelle Filmästhetik und Handwerk der Knetanimation zusammenkommen können. Techniken wie dynamische Kamerafahrten, rhythmische Schnitte und der Einsatz von abstrakten Formen finden sich später in den Gumby-Filmen wieder und zeigen, wie Clokeys studentische Arbeit den Weg zu seinem populärsten Werk ebnete.