Island Life ist das erste Greatest Hits-Album der jamaikanischen Schallplattenkünstlerin Grace Jones, das im Dezember 1985 veröffentlicht wurde. Es versammelt ausgewählte Songs aus ihren ersten sieben Studioalben (Portfolio bis Living My Life) und fasst so die Wandlung Jones' von der Disco‑Interpretin zur herausragenden Avant‑Pop‑Ikone der frühen 1980er zusammen. Das Artwork des Albums gilt als Jones' ikonischstes Bild und ist eng mit ihrem damaligen kreativen Partner Jean‑Paul Goude verbunden. 1996 wurde das Album unter dem Titel Island Life 2 wiederveröffentlicht; diese Ausgabe enthielt zusätzlich zwei Remixe eines neuen Titels namens "Sex Drive", der ursprünglich für das nie erschienene Projekt "Black Marilyn" vorgesehen war.

Cover

Das Cover zeigt Grace Jones in einer stilisierten, nahezu skulpturalen Pose — eine visuell markante Photomontage, die Jones' androgynes, kraftvolles Erscheinungsbild betont. Jean‑Paul Goude, ihr langjähriger Gestalter und Fotograf, setzte hier Körperform, Licht und Perspektive so zusammen, dass das Bild längst zu einem Pop‑Kultur‑Symbol geworden ist. Die Darstellung trug erheblich zur Wahrnehmung Jones' als Kunstfigur und Modeikon bei.

Inhalt und musikalischer Stil

Island Life bildet die stilistische Bandbreite von Grace Jones ab: Disco‑Nummern aus der Portfolio‑Phase, die rockigen und elektronischen Neuerungen aus Warm Leatherette sowie die von Sly & Robbie mitgestalteten, rhythmisch markanten Arrangements von Nightclubbing und Living My Life. Die Compilation stellt damit sowohl populäre Singles als auch Songs mit besonderer kultureller Wirkung zusammen und macht die Entwicklung von Jones' Stimme, Performance und Sound nachvollziehbar.

Trackliste (Auswahl und Hinweise)

Die genaue Zusammensetzung der Trackliste kann je nach Land und Pressung variieren. Die Zusammenstellung der 1985er-Ausgabe enthält jedoch die wichtigsten Hits und oft die folgenden Titel bzw. Varianten davon:

  • La Vie en Rose
  • I Need a Man
  • Private Life
  • Love Is the Drug
  • Pull Up to the Bumper
  • Walking in the Rain
  • I've Seen That Face Before (Libertango)
  • Nightclubbing
  • Nipple to the Bottle / My Jamaican Guy (je nach Edition)

Hinweis: Verschiedene Reissues und regionale Ausgaben enthalten teils alternative Versionen (z. B. Single‑Edits oder Remixe). Die 1996er Neuauflage Island Life 2 ergänzte die Compilation um zwei Remixe des neuen Titels "Sex Drive".

Produktion und Mitwirkende

Viele der auf Island Life enthaltenen Originalaufnahmen wurden von der Produzentengruppe um Sly & Robbie sowie Alex Sadkin betreut, die maßgeblich für den charakteristischen Sound der 1980er‑Alben von Grace Jones verantwortlich waren. Musiker, Arrangeure und Studioleute aus dem Umfeld dieser Sessions prägten die Grooves, die Mischung aus Rock, Reggae, Funk und elektronischer Produktion.

Rezeption und Wirkung

Die Compilation wurde von Publikum und Kritikern positiv aufgenommen, weil sie Jones' stärkste Stücke kompakt zusammenführte und neuen Hörerinnen und Hörern den Zugang zu ihrem Werk erleichterte. Vor allem das Covermotiv trug dazu bei, dass das Album über die musikalische Ebene hinaus Wirkmacht erlangte: Es prägt bis heute Bild‑ und Modeästhetik. Zahlreiche spätere Künstler und Designer beziehen sich auf das ikonische Bild und auf Jones' Mischung aus Performance, Musik und visueller Identität.

Neuausgaben und Nachleben

Neben der 1996er‑Ausgabe sind seit der Erstveröffentlichung verschiedene CD‑Pressungen, digitale Releases und Zusammenstellungen erschienen, die Songs in anderer Reihenfolge oder in alternativen Versionen anbieten. Die Geschichte von "Sex Drive" und dem nie offiziell erschienenen Albumprojekt "Black Marilyn" bleibt ein interessantes Kapitel in Jones' Diskografie, das von Fans und Musikhistorikern immer wieder aufgegriffen wird.

Insgesamt bleibt Island Life eine kompakte Einführung in die einflussreiche Karriere von Grace Jones und ein Beleg für ihre Rolle als Grenzgängerin zwischen Pop, Kunst und Mode.