ICCU – Italienisches Zentralinstitut für Einheitskatalog und Digitale Sammlungen

ICCU – Italienisches Zentralinstitut für Einheitskatalog & Digitale Sammlungen: zentraler Online‑Katalog, Internet Culturale und Autoritätskontrolle für italienische Bibliotheken.

Autor: Leandro Alegsa

Das Istituto Centrale per il Catalogo Unico oder ICCU (auf Englisch Central Institute for the Union Catalogue of Italian Libraries and for Bibliographic Information) ist eine italienische Regierungsbehörde. Es ist zuständig für den Betrieb und die Weiterentwicklung des nationalen Bibliotheksdienstes und betreut das zentrale Verbundkatalog-System SBN (Servizio bibliotecario nazionale). Das ICCU verwaltet das landesweite Netzwerk und den Online-Katalog des SBN, koordiniert die Katalogisierung und stellt technische sowie inhaltliche Standards für Bibliotheken in ganz Italien bereit. Außerdem betreibt das Institut die Plattform Internet Culturale, eine frei zugängliche Online-Sammlung digitalisierter Dokumente und Bilder aus italienischen Bibliotheken und Kulturinstitutionen.

Aufgaben und Dienste

Die Hauptaufgaben des ICCU umfassen:

  • den Betrieb und die Pflege des nationalen Verbundkatalogs SBN, der Bibliotheksbestände in ganz Italien bündelt und den Zugang zu bibliographischen Nachweisen erleichtert;
  • die Entwicklung und Durchsetzung bibliothekarischer Standards, Formate und Metadatenprofile zur Interoperabilität zwischen Bibliotheken;
  • die Verwaltung von Autoritätsdateien und Identifikationsnummern (sogenannte ICCU‑Nummern) zur Autoritätskontrolle von Personen- und Körperschaftsnamen, die in Katalogen verwendet werden;
  • die Koordination von Digitalisierungsprojekten und die Bereitstellung digitaler Sammlungen über das Portal Internet Culturale;
  • wissenschaftliche Publikationen, Leitfäden, Fortbildungen und die Organisation von Konferenzen zur Bibliotheks- und Informationswissenschaft.

Digitale Sammlungen und Kooperationen

Die Plattform Internet Culturale bietet Zugriff auf digitalisierte Handschriften, Karten, historische Zeitungen, Buchseiten, Fotografien und andere kulturelle Objekte, die in italienischen Bibliotheken aufbewahrt werden. Die Sammlung beruht auf Kooperationen mit nationalen und regionalen Bibliotheken, Archiven und Museen. Das ICCU stellt Metadaten und digitale Inhalte bereit, die auch in internationalen Portalen wie Europeana verwendet werden, um den kulturellen Bestand Italiens weltweit auffindbar zu machen.

Autoritätsdateien und ICCU‑Nummern

Zur Sicherung der Qualität bibliographischer Daten pflegt das ICCU Autoritätskontrollen für Namen von Personen, Körperschaften und anderen Entitäten. Diese Normdateien (mit den sogenannten ICCU‑Nummern) dienen der eindeutigen Identifikation und helfen, Verwechslungen in Katalogen zu vermeiden. Im Februar 2012 enthielt die Datenbank Autoritätskontrollen für über 43.000 Personen; seither wurde die Datenbasis kontinuierlich erweitert und aktualisiert.

Geschichte und Entwicklung

Das ICCU wurde 1975 offiziell gegründet. Seine erste Direktorin war Angela Vinay (1922–1990), die den Aufbau und die wissenschaftliche Ausrichtung des Instituts maßgeblich prägte. Vorgängerorganisation war das Centro nazionale per il catalogo unico, das 1951 ins Leben gerufen wurde, um die Arbeit an einem einheitlichen Katalog für italienische Bibliotheken zu starten. In den folgenden Jahrzehnten trug das ICCU entscheidend zur Computerisierung der Kataloge, zur Einführung einheitlicher Katalogisierungsregeln und zum Ausbau des Online-Zugangs für Nutzerinnen und Nutzer bei.

Zusammenarbeit und Wirkung

Das ICCU arbeitet eng mit nationalen Zentralbibliotheken, regionalen Bibliotheksverbünden, wissenschaftlichen Einrichtungen und internationalen Partnern zusammen. Durch seine Tätigkeit fördert das Institut die Zugänglichkeit, Bewahrung und Sichtbarkeit des italienischen Kulturerbes und leistet einen Beitrag zur Weiterentwicklung bibliothekarischer Infrastruktur und Forschung in Italien.

Fragen und Antworten

F: Was ist ICCU?


A: ICCU steht für Istituto Centrale per il Catalogo Unico oder Zentralinstitut für den Gesamtkatalog der italienischen Bibliotheken und für bibliografische Informationen. Es ist eine Regierungsbehörde, die das Netzwerk und den Online-Katalog des italienischen Nationalen Bibliotheksdienstes sowie eine Online-Sammlung digitalisierter Dokumente und Bilder verwaltet, die sich in italienischen Bibliotheken befinden.

F: Was ist die Aufgabe von ICCU?


A: ICCU verwaltet das Netzwerk und den Online-Katalog des Italienischen Nationalen Bibliotheksdienstes, verwaltet Internet Culturale, eine Online-Sammlung von digitalisierten Dokumenten und Bildern aus italienischen Bibliotheken, und veröffentlicht Bücher und Berichte über das Bibliothekswesen in Italien. Die ICCU-Nummern dienen als Behördenkontrollen.

F: Wann wurde die ICCU gegründet?


A: Die ICCU wurde offiziell im Jahr 1975 gegründet.

F: Wer war der erste Direktor des ICCU?


A: Die erste Direktorin des ICCU war Angela Vinay (1922-1990).

F: Was hat die ICCU ersetzt?


A: Das ICCU ersetzte das Centro nazionale per il catalogo unico (Nationale Zentrale für das Einheitsverzeichnis).

F: Wann wurde das Centro nazionale per il catalogo unico (Nationales Zentrum für einen einheitlichen Katalog) gegründet?


A: Das Centro nazionale per il catalogo unico wurde 1951 gegründet, um mit dem Aufbau eines einheitlichen Katalogs für alle italienischen Bibliotheken zu beginnen.

F: Für wie viele Personen war das ICCU im Februar 2012 zuständig?


A: Im Februar 2012 verfügte die ICCU über Berechtigungskontrollen für die Namen von über 43.000 Personen.


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