Larry Griffin (23. September 1954 - 21. Juni 1995) war ein Mann, der beschuldigt wurde, den 19-jährigen Quintin Moss getötet zu haben. Das mutmaßliche Verbrechen ereignete sich am 26. Juni 1980 in Saint Louis, Missouri. Nach einem Gerichtsverfahren wurde Griffin zum Tode verurteilt; am 21. Juni 1995 setzte der Staat Missouri die Strafe durch und führte die Hinrichtung durch tödliche Injektion durch.
Tathergang und Verurteilung
Die Verurteilung Griffins beruhte maßgeblich auf Zeugenaussagen von Personen, die zum Tatzeitpunkt am Tatort gewesen sein sollen. Es liegen wenige öffentlich zugängliche, klare biologische oder forensische Beweise vor, die seine Schuld unabhängig von den Aussagen der Zeugen zweifelsfrei belegen könnten. Griffin wurde in einem regulären Strafverfahren verurteilt; seine Verurteilung und die Verhängung der Todesstrafe folgten den damals geltenden rechtlichen Prozessen in Missouri.
Zweifel an der Schuld
Seit der Verurteilung und insbesondere nach der Hinrichtung haben Juristen, Rechtsanwälte und Aktivisten wiederholt Zweifel an Griffins Schuld geäußert. Kernelement dieser Zweifel ist die Frage nach der Zuverlässigkeit der Augenzeugen - Stichwort: Erinnerungsfehler, Widersprüche in Zeugenaussagen und die allgemeine Problematik, dass Augenzeugen im Laufe der Zeit ihre Schilderungen verändern können. Solche Unsicherheiten haben dazu geführt, dass verschiedene Gruppen eine Neubewertung des Falls forderten und versuchen, mögliche Rechtsfehler oder übersehene Beweismittel aufzudecken.
Reaktionen, Rechtsmittel und Nachwirkung
Griffins Rechtsmittel und Begnadigungsanträge wurden bis zu seiner Hinrichtung abgelehnt oder nicht erfolgreich durchgesetzt. Der Fall bleibt in den USA ein oft zitiertes Beispiel in der Debatte um die Todesstrafe, besonders dann, wenn Verurteilungen stark auf Zeugenaussagen beruhen. Rechts- und Bürgerrechtsgruppen sowie einzelne Anwälte haben nach der Hinrichtung weiterhin versucht, Unterlagen zu sichten und auf mögliche Fehlurteile hinzuweisen, um Lehren für künftige Verfahren zu ziehen.
Griffin ist einer der wenigen Menschen, die teilweise aufgrund der Aussage eines Tatzeugen hingerichtet wurden. Es gibt weitere Fälle, in denen ähnliche Kritik an der Anwendung der Todesstrafe geäußert wurde — beispielsweise Garay Graham, der am 22. Juni 2000 hingerichtet wurde, nachdem Gouverneur George W. Bush und die texanische Berufungskommission ablehnten, die Strafe in eine lebenslange Haftstrafe umzuwandeln[1]. Bis heute bemühen sich verschiedene Organisationen und Einzelpersonen darum, Fälle wie den von Larry Griffin erneut zu prüfen und mögliche Unrechtsaspekte öffentlich zu machen.
Der Fall Larry Griffin bleibt Bestandteil der andauernden Diskussion über die Verwundbarkeit von Zeugenaussagen, die Anforderungen an forensische Sicherheiten und die ethischen sowie rechtlichen Fragen rund um die Anwendung der Todesstrafe in den Vereinigten Staaten.