MRT (Magnetresonanztomographie): Definition, Funktion und Einsatz

MRT (Magnetresonanztomographie): Funktion, Einsatz und Bildgebung verständlich erklärt – Diagnose, Ablauf und Vorteile für Patienten und Ärzte.

Autor: Leandro Alegsa

Magnetresonanztomographie (MRT) oder Kernspintomographie (NMR) sind bildgebende Verfahren, die Ärzte einsetzen, um eine detaillierte, nicht-invasive Darstellung von Weichteilgeweben (z. B. Muskeln, Bänder, Organe) im Inneren des Körpers zu erhalten. Bei der Magnetresonanztomographie wird die Kernspinresonanz genutzt, um kontrastreiche Bilder zu erzeugen, ohne ionisierende Strahlung wie bei einer CT einzusetzen.

Zur Aufnahme einer MRT liegt der Patient auf einem beweglichen Bett, das in ein sehr starkes Magnetfeld gefahren wird. Kurzzeitig werden dann gezielt Radiowellen (RF‑Pulse) in einer bestimmten Richtung angelegt. Diese Anregung bewirkt, dass bestimmte Atome – vor allem die Wasserstoffkerne (Protonen) im Körperwasser und Fett – ein charakteristisches Signal abgeben. Der MRT-Scanner empfängt diese Signale, wandelt sie in digitale Daten um und überträgt sie an einen Computer, der daraus schichtweise Bilder des Körperinneren berechnet. Die dabei registrierten Signale unterscheiden sich je nach Gewebeart, Flüssigkeitsgehalt und anderen Eigenschaften, sodass sich verschiedene Strukturen gut voneinander abgrenzen lassen.

Wie funktioniert die Bildentstehung kurz erklärt

  • Hauptmagnet: richtet die Protonen im Körper aus.
  • RF‑Pulse (Radiowellen): kippen die Ausrichtung der Protonen und regen sie an.
  • Gradientenspulen: erzeugen lokale Unterschiede im Magnetfeld, so dass räumliche Informationen (Schnittbilder) möglich werden.
  • Empfangsspulen: messen die zurückkehrenden Signale, die der MRT-Scanner verarbeitet.
  • Computer: wandelt Signale in Bilder um (unterschiedliche Kontraste wie T1-, T2‑gewichtete Aufnahmen).

Wofür wird die MRT eingesetzt?

MRT ist besonders gut geeignet zur Darstellung von Weichteilen und wird häufig verwendet bei:

  • Untersuchung des Gehirns und Rückenmarks (Tumore, Schlaganfälle, Entzündungen)
  • Befunden an Wirbelsäule und Bandscheiben
  • Gelenkdiagnostik (Knie, Schulter, Hüfte) und Darstellung von Bändern/Knorpel
  • Herzdiagnostik (funktionelle Aufnahmen, Infarktnachweise)
  • Untersuchung von Leber, Nieren, Bauchspeicheldrüse und Beckenorganen
  • Darstellung von Gefäßen (MR‑Angiographie)
  • Onkologische Fragestellungen zur Stadieneinteilung und Nachsorge

Ablauf und Vorbereitung

  • Vor der Untersuchung: Metallische Gegenstände (Schmuck, Uhren, Kreditkarten) entfernen; enge Kleidung ohne Metallteile tragen.
  • Voruntersuchung: Arztfragt nach Implantaten (z. B. Herzschrittmacher, Neurostimulatoren, bestimmte Clips oder Prothesen), Allergien, Nierenerkrankungen und Schwangerschaft.
  • Kontrastmittel: Bei einigen Fragestellungen wird ein gadoliniumhaltiges Kontrastmittel über die Vene gegeben, um Strukturen besser darzustellen.
  • Dauer: Je nach Untersuchung 15–60 Minuten; bei speziellen Protokollen länger.
  • Komfort: Das Gerät kann laut klopfen; Gehörschutz oder Musik werden meist angeboten. Bei Platzangst gibt es offenere Systeme oder Sedierung.

Kontrastmittel und Nebenwirkungen

  • Meist verwendete Mittel: gadoliniumhaltige Kontrastmittel, die in der Regel gut verträglich sind.
  • Risiken: seltene allergische Reaktionen; sehr selten bei schwerer Niereninsuffizienz das Risiko einer nephrogenen systemischen Fibrose (NSF).
  • Hinweis: Bei bekannten Nierenproblemen wird vor Gabe des Kontrastmittels die Nierenfunktion geprüft.

Kontraindikationen und Sicherheitsaspekte

  • Absolute/relative Kontraindikationen: bestimmte elektronische Implantate (z. B. nicht MRT‑kompatible Herzschrittmacher), einige Gefäßclips, bestimmte Cochlea‑Implantate oder metallische Splitter im Auge.
  • MRT arbeitet ohne ionisierende Strahlung – daher besonders vorteilhaft gegenüber CT bei wiederholten Kontrollen.
  • Bei Schwangerschaft wird die Untersuchung in der Regel nur bei klarer medizinischer Indikation durchgeführt, insbesondere im ersten Trimester wird zurückhaltend entschieden.

Vorteile der MRT

  • Hervorragender Weichteilkontrast
  • Keine Röntgenstrahlen
  • Viele verschiedene Bildkontraste möglich (funktionell, anatomisch, angiografisch)
  • Gut geeignet für wiederholte Untersuchungen

Mögliche Risiken und Nebenwirkungen

  • Allergische Reaktionen auf Kontrastmittel (selten)
  • Probleme durch nicht kompatible Implantate
  • Unbehagen durch enge Röhre oder laute Geräusche (Claustrophobie)

Praktische Tipps

  • Bringen Sie frühere Befunde oder Voraufnahmen mit, falls vorhanden.
  • Informieren Sie das Personal über Metall im Körper, Schwangerschaft oder Allergien.
  • Wenn Sie unter Platzangst leiden, sprechen Sie vorab über Beruhigungsmöglichkeiten.

Die MRT ist ein vielseitiges, leistungsfähiges bildgebendes Verfahren, das in vielen medizinischen Bereichen unverzichtbar ist. Bei Unsicherheiten oder speziellen Fragen zur Untersuchung hilft das radiologische Personal vor Ort weiter.

Ein MRI-GerätZoom
Ein MRI-Gerät

Ein Bild eines MRT-Scans des menschlichen Kopfes.Zoom
Ein Bild eines MRT-Scans des menschlichen Kopfes.

Ein mittels MRI erstelltes Bild eines menschlichen SchädelsZoom
Ein mittels MRI erstelltes Bild eines menschlichen Schädels

Vor- und Nachteile

Die Kernspintomographie wird zur Diagnose von Erkrankungen des Körpers verwendet, die mit Röntgenstrahlen nicht sichtbar sind. Die MRT ist schmerzlos und hat den Vorteil, dass die gefährliche Röntgenstrahlung vermieden wird.

Es handelt sich aufgrund der hohen Kosten für die Ausrüstung um ein teures medizinisches Verfahren. Einige metallische Gegenstände können das Bild verzerren, wie Hüft-, Schulter- und Kniegelenkersatz, aber die Untersuchung kann trotzdem durchgeführt werden. Cochlea-(Ohr-)Implantate, einige (ältere) Aneurysmenclips im Gehirn und die meisten Herzschrittmacher sind nicht MRT-kompatibel. Adipöse und stark klaustrophobische Patienten benötigen oft eine Sedierung und/oder Bildgebung mit einem "offenen" Magneten, der viel weniger beengend ist. Bei einigen Patienten können Kontrastmittel angezeigt sein oder auch nicht, und bei Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion kann es vorkommen, dass sie aufgrund einer schweren, aber seltenen Hautreaktion kein Kontrastmittel erhalten können.


Welche Körperteile MRT-Scans untersuchen

MRT-Scans können zur Untersuchung des Gehirns, des Rückenmarks, der Knochen, Gelenke, Brüste, des Herzens und der Blutgefäße verwendet werden. Sie kann auch zur Untersuchung anderer innerer Organe verwendet werden. MRT-Scans können auch dazu verwendet werden, Blutgerinnsel zu finden.

Ein MRT-Scan kann als äußerst genaue Methode zur Erkennung von Krankheiten im gesamten Körper eingesetzt werden.

Neurochirurgen verwenden einen MRT-Scan nicht nur zur Definition der Hirnanatomie, sondern auch zur Beurteilung der Integrität des Rückenmarks nach einer Verletzung. Ein MRT-Scan kann die Struktur des Herzens und der Aorta beurteilen, wo er Aneurysmen oder Risse erkennen kann.

Sie liefert wertvolle Informationen über Drüsen und Organe im Bauchraum sowie genaue Informationen über die Struktur der Gelenke, Weichteile und Knochen des Körpers. Häufig kann eine Operation nach Kenntnis der Ergebnisse einer MRT-Untersuchung verschoben oder genauer ausgerichtet werden.

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Eine mobile MRT-Einheit besucht das Glebefields Health Centre in Tipton, England

Fragen und Antworten

F: Was ist MRI?



A: MRI steht für Magnetresonanztomographie, eine Technik, die von Ärzten verwendet wird, um eine visuelle Darstellung des weichen Gewebes im Inneren des Körpers zu erhalten.

F: Womit werden bei der MRT Bilder erzeugt?



A: Die MRT nutzt die magnetische Kernresonanz, um Bilder zu erzeugen.

F: Wie wird ein MRT-Bild aufgenommen?



A: Zur Aufnahme eines MRT-Bildes liegt der Patient auf einem beweglichen Bett, das in ein starkes Magnetfeld eintritt, und dann werden für kurze Zeit Radiowellen in einer anderen Richtung angelegt. Diese plötzliche Verschiebung veranlasst bestimmte Atome im Körper des Patienten, spezielle Signale zu erzeugen, die der MRT-Scanner aufspürt.

F: Was geschieht, nachdem der MRT-Scanner die speziellen Signale erkannt hat?



A: Nach der Erkennung der speziellen Signale sendet der MRT-Scanner die Signalinformationen an einen Computer.

F: Was macht der Computer mit den Signalinformationen?



A: Der Computer erstellt mit Hilfe der Signalinformationen ein Bild des Körperinneren.

F: Was wird bei der MRT sichtbar?



A: Die MRT macht Weichgewebe oder Fleisch im Körperinneren sichtbar.

F: Was ist ein anderer Name für MRI?



A: Ein anderer Name für MRI ist NMRI, was für Nuclear Magnetic Resonance Imaging steht.


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