Makoto Sakurai (japanisch: 桜井 誠) ist der Anführer und Gründer der sehr rechten Hass-Gruppe Zaitokukai (在日特権を許さない市民の会). Die Organisation, die sich selbst als Bürgerbewegung gegen vermeintliche "Sonderrechte" für in Japan lebende Ausländer darstellt, ist vor allem für ihre aggressiven Demonstrationen gegen Zainichi-Koreaner und andere Minderheiten bekannt. Mit über 14.000 Mitgliedern (Stand März 2014) zählte Zaitokukai zu den größten Gruppen des rechtspopulistischen und fremdenfeindlichen Spektrums in Japan. Der englische Name der Gruppe lautet "Citizens' League to Deny Foreigners in Japan Special Rights" (Bürgerliga zur Verweigerung von Sonderrechten für Ausländer in Japan).
Hintergrund und Aktivitäten
Sakurai gründete Zaitokukai Mitte der 2000er Jahre. Die Gruppe organisiert Straßenproteste, Kundgebungen vor Schulen, kulturellen Einrichtungen und Wohnvierteln, in denen Angehörige ethnischer Minderheiten leben. Teilnehmer rufen häufig beleidigende Parolen, verteilen Flugblätter und nutzen soziale Medien, Videos und Blogs, um ihre Botschaften zu verbreiten. Sakurai selbst tritt regelmäßig in Videos und Blogs auf und gilt als das sichtbarste Gesicht der Bewegung.
Ideologie und Kritik
Zaitokukai propagiert eine nationalistische, ausländerfeindliche Linie und richtet sich vor allem gegen in Japan lebende Koreaner, denen die Gruppe angebliche "Privilegien" vorwirft. Menschenrechtsorganisationen, lokale Behörden, ebenso wie zahlreiche Journalistinnen und Journalisten und Wissenschaftler kritisieren die Gruppe als rassistisch und hetzerisch. Die wiederholten Vorfälle von Einschüchterung und Beleidigung führten in Japan zu einer breiten öffentlichen Debatte über "Hate Speech" (Hassrede) und den Schutz von Minderheiten.
Reaktionen, Strafverfahren und politische Folgen
Sakurai geriet mehrfach in Konflikt mit dem Gesetz. Er wurde verhaftet, weil er bei einem Protest eine andere Person angespuckt hatte. Solche Vorfälle trugen zur Verschärfung der öffentlichen Kritik an Zaitokukai bei. Auch internationale Stellen äußerten sich: Das Außenministerium der Vereinigten Staaten und verschiedene Menschenrechtsorganisationen verurteilten hetzerische Angriffe gegen Minderheiten in Japan.
Als Reaktion auf die zunehmenden öffentlichen Debatten über Hassrede erließen einige Kommunalverwaltungen Anti-Hate-Speech-Richtlinien, und 2016 verabschiedete die japanische Regierung ein Gesetz zur Förderung von Maßnahmen gegen diskriminierende Hassrede (allgemein als Anti-Hate-Speech-Gesetz bekannt). Dieses Gesetz ist lösungsorientiert und zielt darauf ab, diskriminierende Reden und Handlungen gesellschaftlich zu ächten; Kritiker bemängeln jedoch, dass es keine klaren strafrechtlichen Sanktionen vorsieht.
Aktueller Stand
Obwohl die öffentliche Aufmerksamkeit um Zaitokukai und Sakurai im Zeitverlauf schwankte, bleibt die Gruppe ein Beispiel für die wachsende Debatte über Nationalismus, Einwanderung und Minderheitenrechte in Japan. Sakurai nutzt weiterhin Medienkanäle, um seine Positionen darzustellen; zugleich sind seine und ähnliche Gruppen fortwährend Ziel von Kritik durch Bürgerrechtsgruppen, Medien und Teile der Politik.
- Organisation: Zaitokukai (在日特権を許さない市民の会)
- Position: Gründer und Anführer
- Mitgliederzahl: über 14.000 (Stand März 2014)
- Kontroversen: öffentliche Demonstrationen, Hetze gegen Minderheiten, Strafverfahren wegen körperlicher Übergriffe