Ein Gutshaus oder befestigtes Herrenhaus ist ein Landhaus, das historisch das Zentrum eines Gutshofes gebildet hat (siehe Manorialismus). Der Begriff wird manchmal für relativ kleine Landhäuser verwendet, die im Besitz von Adelsfamilien waren, sowie für große Herrenhäuser, insbesondere als Fachbegriff für kleinere spätmittelalterliche Burgen, die eher zur Schau als zur Verteidigung dienten.
Im Allgemeinen war das Herrenhaus das Haus eines feudalen Gutsherrn, das er nur bei gelegentlichen Besuchen bewohnte, wenn er viele Gutshöfe besaß. Obwohl nicht mit starken Befestigungen gebaut, wie dies bei Schlössern der Fall war, waren viele Herrenhäuser teilweise befestigt: sie waren von Mauern oder Gräben umschlossen. Oft befanden sich auch die Wirtschaftsgebäude innerhalb dieser Mauern. Viele Gutshäuser hatten kleine Torhäuser und Wachtürme.
Das Hauptmerkmal des Herrenhauses war sein großer Saal. Zu Beginn des 16. Jahrhunderts begannen sowohl Herrenhäuser als auch kleine Schlösser den Charakter und die Annehmlichkeiten der Residenzen von Landherren zu erhalten. Dieser Wandel am Ende des 16. Jahrhunderts brachte viele der kleineren Renaissanceschlösser in Frankreich und die vielen Landsitze im elisabethanischen und jakobinischen Stil in England hervor.
In Frankreich werden die Begriffe Château oder Manoir häufig zur Beschreibung eines französischen Herrenhauses verwendet. Maison-forte ist ein anderes französisches Wort, um ein stark befestigtes Herrenhaus zu beschreiben. In den westfranzösischen Provinzen Bretagne und Normandie genossen bestimmte große Gutshöfe echten Schutz.
Im modernen Sprachgebrauch wird der Begriff Herrenhaus oder Herrenhaus vor allem außerhalb Europas häufig verwendet, um einfach entweder ein Landhaus oder ein anderes Haus zu bezeichnen, das einem solchen ähnelt, ohne Bezug auf das Alter oder den historischen Sinn des Begriffs.

