Mundilfari (Saturn XXV) ist ein kleiner, unregelmäßiger Saturnmond, der im Jahr 2000 entdeckt wurde. Er trägt die vorläufige Bezeichnung S/2000 S 9 und gehört zur Gruppe der weit entfernten, meist retrograden Trabanten des Planeten.

Entdeckung

  • Entdecker: Brett J. Gladman et al., Jahr 2000.
  • Vorläufige Bezeichnung: S/2000 S 9.

Bahndaten und physikalische Eigenschaften

  • Durchmesser: etwa 5,6 Kilometer (geschätzt).
  • Mittlere Entfernung vom Saturn: ca. 18.360.000 km.
  • Umlaufzeit: rund 929 Tage.
  • Neigung: etwa 170° zur Ekliptik (entspricht etwa 150° zum Saturnäquator) — dies kennzeichnet eine retrograde Umlaufbahn.
  • Exzentrizität: etwa 0,198.

Benennung

Im August 2003 erhielt der Mond einen offiziellen Namen aus der nordischen Mythologie. Er ist nach der Gestalt Mundilfari benannt, die in den Mythen als Jotun (Riese) gilt und als Vater der Sonnengöttin Sol sowie des Mondgottes Mani auftritt.

Herkunft und Zusammengehörigkeit

Für Mundilfari wird angenommen, dass er zu den sogenannten unregelmäßigen Monden gehört, die wahrscheinlich durch Einfangprozesse oder Kollisionsfragmente entstanden sind. Eine diskutierte Hypothese beschreibt:

  • dass einige dieser kleinen Monde aus Trümmern entstanden sein könnten, die bei großen Einschlägen von dem größeren, äußeren Saturntrabanten Phoebe abgesprengt wurden,
  • dass sich so Bruchstücke in ähnliche Bahnen begaben und heute als zusammengehörige Gruppen beobachtet werden.

Diese Erklärungen sind Gegenstand laufender Forschung; direkte Beweise für eine konkrete Herkunft fehlen bisher.

Wesentliche Merkmale — Zusammenfassung

  • Unregelmäßiger, vermutlich eingefangener oder kollisionsbedingt entstandener Mond.
  • Retrograde Bahn mit hoher Neigung und beträchtlicher Exzentrizität.
  • Kleine Größe (einige Kilometer), daher nur schwach beobachtbar.

Weitere Details zu Umlaufbahnparametern und Beobachtungen werden in Fachkatalogen und Publikationen zu den Saturnmonden fortlaufend aktualisiert.