Der Saturn ist vor allem für seine Planetenringe bekannt, die mit einem Teleskop leicht zu sehen sind. Es gibt sieben benannte Ringe; A, B, C, D, E, F und G-Ringe. Sie wurden in der Reihenfolge benannt, in der sie entdeckt wurden, was sich von ihrer Reihenfolge vom Planeten unterscheidet. Vom Planeten sind die Ringe: D, C, B, A, F, G und E.
Wissenschaftler glauben, dass es sich bei den Ringen um Material handelt, das nach dem Auseinanderbrechen eines Mondes übrig geblieben ist. Eine neue Idee besagt, dass es sich um einen sehr großen Mond handelte, der größtenteils auf den Planeten stürzte. Dabei blieb eine große Menge Eis zurück, um die Ringe zu bilden, und auch einige der Monde, wie Enceladus, von denen man annimmt, dass sie aus Eis bestehen.
Geschichte
Die Ringe wurden erstmals 1610 von Galileo Galilei mit seinem Fernrohr entdeckt. Für Galilei sahen sie nicht wie Ringe aus, deshalb nannte er sie "Griffe". Er dachte, dass Saturn drei verschiedene Planeten seien, die sich beinahe berührten. Als die Ringe 1612 der Erde zugewandt waren, verschwanden die Ringe und tauchten 1613 wieder auf, was Galileo weiter verwirrte. 1655 erkannte Christiaan Huygens als erster Mensch, dass der Saturn von Ringen umgeben war. Mit einem viel stärkeren Teleskop als dem von Galilei bemerkte er, dass Saturn "von einem dünnen, flachen Ring umgeben ist, der sich nirgendwo berührt...". 1675 entdeckte Giovanni Domenico Cassini, dass die Ringe des Planeten tatsächlich aus kleineren Ringen mit Lücken bestanden. Der größte Ringspalt wurde später als Cassini-Division bezeichnet. 1859 zeigte James Clerk Maxwell, dass die Ringe nicht massiv sein können, sondern aus kleinen Teilchen bestehen, von denen jedes für sich den Saturn umkreist, sonst würde er instabil werden oder auseinander brechen. James Keeler studierte die Ringe 1895 mit einem Spektroskop, das Maxwells Theorie bewies.
Physikalische Merkmale
Die Ringe reichen von 6.630 km (4.120 mi) bis 120.700 km (75.000 mi) über dem Äquator des Planeten. Wie von Maxwell nachgewiesen wurde, bestehen die Ringe aus kleinen Fels- und Eisteilchen, auch wenn sie von oben betrachtet fest und ungebrochen erscheinen. Sie sind nur etwa 10 m (33 ft) dick; sie bestehen aus Kieselgestein, Eisenoxid und Eispartikeln. Die kleinsten Partikel sind nur Staubkörnchen, während die größten die Größe eines Hauses haben. Die Ringe C und D scheinen auch eine "Welle" in sich zu haben, wie Wellen im Wasser. Diese großen Wellen sind 500 m (1.640 ft) hoch, bewegen sich aber nur langsam mit etwa 250 m (820 ft) pro Tag. Einige Wissenschaftler glauben, dass die Welle von den Saturnmonden verursacht wird. Eine andere Annahme ist, dass die Wellen von einem Kometen erzeugt wurden, der 1983 oder 1984 auf den Saturn einschlug.
Die größten Lücken in den Ringen sind die Cassini-Division und die Encke-Division, beide von der Erde aus sichtbar. Die Cassini-Division ist mit einer Breite von 4.800 km (2.983 mi) die größte. Als die Voyager-Raumschiffe 1980 den Saturn besuchten, entdeckten sie jedoch, dass die Ringe eine komplexe Struktur aus Tausenden von dünnen Lücken und Ringeln bilden. Wissenschaftler glauben, dass dies durch die Gravitationskraft einiger Saturnmonde verursacht wird. Der winzige Mond Pan umkreist das Innere der Saturnringe, wodurch eine Lücke innerhalb der Ringe entsteht. Andere Ringe behalten ihre Struktur aufgrund der Gravitationskraft von Hirtensatelliten, wie Prometheus und Pandora, bei. Andere Lücken bilden sich aufgrund der Gravitationskraft eines weiter entfernten großen Mondes. Der Mond Mimas ist dafür verantwortlich, die Cassini-Lücke zu beseitigen.
Jüngste Daten des Raumschiffs Cassini haben gezeigt, dass die Ringe eine eigene Atmosphäre haben, die frei von der Atmosphäre des Planeten ist. Die Atmosphäre der Ringe besteht aus Sauerstoffgas, das entsteht, wenn das ultraviolette Licht der Sonne das Wassereis in den Ringen aufbricht. Es kommt auch zu einer chemischen Reaktion zwischen dem ultravioletten Licht und den Wassermolekülen, wobei Wasserstoffgas entsteht. Die Sauerstoff- und Wasserstoffatmosphären um die Ringe sind sehr weit voneinander entfernt. Neben Sauerstoff und Wasserstoffgas haben die Ringe auch eine dünne Atmosphäre aus Hydroxid. Dieses Anion wurde mit dem Hubble-Weltraumteleskop entdeckt.
Sprecher
Die Raumsonde Voyager entdeckte strahlenförmige Merkmale, so genannte Speichen. Diese wurden später auch durch das Hubble-Teleskop gesehen. Die Cassini-Sonde fotografierte die Speichen im Jahr 2005. Sie werden unter Sonnenlicht als dunkel gesehen und erscheinen hell, wenn sie gegen die unbeleuchtete Seite gerichtet sind. Zuerst dachte man, die Speichen bestünden aus mikroskopisch kleinen Staubpartikeln, aber neue Beweise zeigen, dass sie aus Eis bestehen. Sie rotieren gleichzeitig mit der Magnetosphäre des Planeten, daher glaubt man, dass sie eine Verbindung zum Elektromagnetismus haben. Was jedoch die Entstehung der Speichen verursacht, ist noch unbekannt. Sie scheinen jahreszeitlich bedingt zu sein, verschwinden während der Sonnenwende und tauchen zur Tagundnachtgleiche wieder auf.