In diesem Artikel geht es um das Metall Eisen. Für das Werkzeug namens Eisen siehe Bügeln.
Eisen ist ein chemisches Element und ein Metall. Es ist das zweithäufigste Metall der Erde und das am weitesten verbreitete Metall. Es macht einen Großteil des Erdkerns aus und ist das vierthäufigste Element in der Erdkruste.
Das Metall wird viel verwendet, weil es stark und billig ist. Eisen ist der Hauptbestandteil, der zur Herstellung von Stahl verwendet wird. Roheisen ist magnetisch (wird von Magneten angezogen), und sein Verbundmagnetit ist permanent magnetisch.
In einigen Regionen wurde um 1200 v. Chr. Eisen verwendet. Dieses Ereignis gilt als der Übergang von der Bronze- zur Eisenzeit.
Eigenschaften
Das chemische Symbol von Eisen ist Fe, die Ordnungszahl ist 26. Eisen ist ein silbrig-grau glänzendes Übergangsmetall mit folgenden wichtigen physikalischen und chemischen Eigenschaften:
- Dichte: etwa 7,87 g/cm³ bei 20 °C.
- Schmelzpunkt: ca. 1538 °C; Siedepunkt: ca. 2862 °C.
- Kristallstruktur: bei Raumtemperatur ist reines Eisen kubisch-raumzentriert (alpha-Eisen, ferritisch); bei höheren Temperaturen tritt eine kubisch-flächenzentrierte Phase (gamma-Eisen, austenitisch) auf.
- Oxidationsstufen: typisch +2 (Fe2+) und +3 (Fe3+); Eisen bildet eine Vielzahl von Oxiden und Salzen.
- Magnetismus: Eisen ist ferromagnetisch bis zur Curie-Temperatur von ca. 770 °C; Legierungen und bestimmte Verbindungen können permanente Magnetisierung zeigen.
Vorkommen und Gewinnung
Eisen kommt in der Erdkruste vor allem in Form von Erzen wie Hämatit (Fe2O3), Magnetit (Fe3O4), Limonit (FeO(OH)·nH2O) und Siderit (FeCO3). Große Lagerstätten befinden sich in Australien, Brasilien, China, Russland, Indien und anderen Ländern.
Die industrielle Gewinnung erfolgt überwiegend im Hochofen: das Eisenerz wird mit Koks (Kohlenstoff) und Zuschlägen bei hohen Temperaturen reduziert, so entsteht Roheisen. Wichtige alternative Verfahren sind Direktreduktionsverfahren (z. B. mit Erdgas) und moderne Elektro-Öfen, die besonders beim Schmelzen von Stahlschrott verwendet werden.
Herstellung von Stahl und sonstige Verarbeitung
Eisen selbst ist relativ weich; für viele Anwendungen wird es in Form von Stahl verwendet — einer Legierung aus Eisen und Kohlenstoff (und oft weiteren Legierungselementen wie Mangan, Chrom, Nickel). Unterschiedliche Herstellungsverfahren (z. B. Bessemer-Prozess, Sauerstoffaufblasverfahren, Elektrostahlverfahren) und Wärmebehandlungen erzeugen eine große Bandbreite an Stahlsorten mit variierenden Festigkeiten, Zähigkeiten und Korrosionsbeständigkeit.
Weitere Produkte sind Gusseisen (höherer Kohlenstoffgehalt), Schmiedeeisen bzw. Schmiedestahl und verschiedene Speziallegierungen (z. B. rostfreier Stahl mit Chrom und Nickel).
Geschichte
Eisen wurde schon früh genutzt; meteorisches Eisen (aus dem Weltall) war vermutlich das erste verwendete Metall. In mehreren Regionen begann die regelmäßige Verwendung von Erz-Eisen um etwa 1200 v. Chr., was den Übergang von der Bronze- zur Eisenzeit markiert. Die frühen Eisenverarbeiter nutzten Schonöfen (Bloomery), um schmiedbares Eisenbloom herzustellen. Mit der Entwicklung des Hochofens und später industrieller Prozesse (18.–19. Jahrhundert) wurde Eisen und Stahl massenhaft und preiswert verfügbar, was die industrielle Revolution und modernen Städtebau stark beeinflusste.
Verwendung
Eisen und seine Legierungen sind aufgrund ihrer Festigkeit, Formbarkeit und Wirtschaftlichkeit in nahezu allen Bereichen des modernen Lebens präsent:
- Bau- und Ingenieurwesen: Träger, Bewehrungsstahl, Brücken, Gebäude.
- Fahrzeugbau: Karosserien, Fahrgestelle, Schienenfahrzeuge, Schiffe.
- Maschinenbau und Werkzeuge: Motoren, Zahnräder, Werkzeuge.
- Haushalt und Verpackung: Dosen, Haushaltsgeräte.
- Elektronik und Elektrotechnik: Transformatoren und Elektromagnete (weichmagnetische Eisenlegierungen).
- Sonstiges: Pigmente (Eisenoxide), Katalysatoren, Magnete, Münzen (historisch).
Chemische Eigenschaften und Korrosion
Eisen reagiert leicht mit Sauerstoff und Wasser und bildet dabei Rost (hauptsächlich Eisen(III)-oxid, Fe2O3·nH2O). Korrosion schwächt Bauteile und führt zu Materialverlust. Bekannte Schutzmaßnahmen sind:
- Beschichtungen: Lacke oder Anstriche.
- Galvanisierung: Überziehen mit Zink (Zink schützt durch Opferanodeffekt).
- Passivierung: Legieren mit Chrom (rostfreier Stahl bildet eine schützende Oxid-Schicht).
- Kathodischer Schutz und Einsatz von Korrosionsinhibitoren.
Biologische Bedeutung
Eisen ist ein essentielles Spurenelement für Pflanzen, Tiere und Menschen. Es ist zentraler Bestandteil des Hämoglobins, das Sauerstoff im Blut transportiert, und vieler Enzyme, die an Stoffwechselreaktionen beteiligt sind. Eisenmangel führt beim Menschen zu Anämie (Blutarmut) mit Atemnot, Müdigkeit und Leistungsknick. Zu viel Eisen kann jedoch toxisch sein und Organe schädigen.
Recycling und Umweltaspekte
Eisen- und Stahlprodukte werden gut recycelt: Stahlschrott ist eine wichtige Rohstoffquelle und reduziert Energieverbrauch und CO2-Emissionen gegenüber Primärproduktion aus Erz. Die Eisen- und Stahlindustrie ist jedoch weiterhin ein bedeutender Emittent von Treibhausgasen; Forschung konzentriert sich auf emissionsarme Verfahren, Einsatz von Wasserstoff als Reduktionsmittel und verstärkte Kreislaufwirtschaft.
Sicherheitshinweise
Unlegiertes Eisen ist bei normaler Handhabung ungiftig, jedoch gibt es Sicherheitsaspekte in der Produktion und Verarbeitung:
- Hohe Temperaturen beim Schmelzen und Gießen erfordern Schutzkleidung und technische Vorsorge.
- Staub und Dämpfe in der Bearbeitung können gesundheitsschädlich sein — Absaugung und Atemschutz sind wichtig.
- Korrodierende Teile können scharfe Kanten bilden; Rostpartikel sollten nicht eingeatmet werden.
Zusammenfassend ist Eisen (Fe) ein vielseitiges, wirtschaftlich wichtiges Metall mit großer historischer Bedeutung. Seine physikalischen und chemischen Eigenschaften ermöglichen zahlreiche Anwendungen, während moderne Technik und Recyclingstrategien versuchen, die Umweltauswirkungen zu minimieren.


_oxide.jpg)
-sulfate-heptahydrate-sample.jpg)
_chloride_hexahydrate.jpg)

