Erz, Kalkstein und Kohlenstoff in Form von Koks werden schichtweise in den oberen Teil des Hochofens eingebracht. Gleichzeitig wird heiße Luft, "Wind" genannt, in das Innere des Ofens geblasen. Spezielle Düsen, sogenannte "Blasdüsen", werden verwendet, um die Luft in den Ofen zu bringen. Die Düsen befinden sich am Boden des Ofens. Dieser Prozess wird "Blasen" genannt. Deshalb wird er auch als "Hochofen" bezeichnet. Der Koks entzündet sich (leuchtet auf) und brennt. Dabei entsteht Kohlenmonoxid, da nicht genügend Sauerstoff für die Bildung von Kohlendioxid vorhanden ist. Das Kohlenmonoxid reduziert dann das Metalloxid zum Metall und erzeugt Kohlendioxid. Dieser Prozess wird zur Herstellung von Eisen verwendet. Der Kalkstein bildet mit dem Gestein des Eisenerzes eine Substanz, die Schlacke genannt wird.
Der untere Teil des Ofens wird als Herd bezeichnet. Wenn er mit flüssigem Roheisen und Schlacke gefüllt ist, wird die Schlacke entfernt. Dies wird als Abschlacken bezeichnet. Schlacke ist leichter als Eisen und vermischt sich nicht mit Eisen. Sie schwimmt auf dem Eisen. Mit einem Spezialbohrer wird auf Höhe der Schlacke ein Loch in den Herd gebohrt. Die flüssige Schlacke fließt durch das Loch in einen Behälter, der Schlackentopf genannt wird. Das Eisen wird dann aus dem Herd abgelassen. Dies wird Abstich genannt. Am Boden wird ein Loch gemacht und das flüssige Roheisen tritt aus. Es wird entweder direkt für die Stahlerzeugung verwendet, in einen speziellen Eisenbahnwaggon, den so genannten Torpedowagen, gefüllt oder zu Formen verarbeitet. Wenn das gesamte Roheisen entfernt worden ist, wird feuerfester Ton verwendet, um die beiden Löcher zu verschließen. Der Ton wird wegen der hohen Hitze sehr schnell fest.
Das Roheisen enthält etwa 4 % Kohlenstoff, und es wäre zu hart und zu spröde, um es zu verwenden. Der zusätzliche Kohlenstoff muss erst weggebrannt werden. Das Roheisen wird durch Entkohlung (Abbrennen des zusätzlichen Kohlenstoffs) zu Stahl raffiniert. Eine moderne Methode, um das Roheisen zu entkohlen und zu Stahl zu raffinieren, ist der basische Sauerstoffofen. In der Vergangenheit gab es auch andere Methoden, wie den Bessemer-Konverter, den Herdofen und den Puddelofen.
Die Gase steigen nach oben und werden auf der Oberseite des Ofens gesammelt. Da das Gas sehr viel Kohlenmonoxid enthält, ist es ein wertvoller Brennstoff. Das an der Oberseite des Hochofens gesammelte Gas wird Hochofengas genannt. Es wird dann gewaschen und getrocknet und alle festen Partikel wie Ruß oder Erzstaub werden gesammelt. Das Gas wird dann in speziellen Öfen, die Cowper-Öfen oder Heißwindöfen genannt werden, zu Kohlendioxid verbrannt. Die Wärme aus der Verbrennung des Gichtgases wird dann zur Vorwärmung der Blasluft, "Wind", verwendet, die wiederum in den Hochofen selbst eingeblasen wird.
Die Schlacke ist kein Abfall. Sie kann auf verschiedene Weise verwendet werden. Sie kann zu Ziegelsteinen verarbeitet und zum Bauen verwendet werden, oder sie kann mit Beton vermischt werden. Beton, der Hochofenschlacke enthält, ist stärker als normaler Beton und ist fast reinweiß, während normaler Beton schmutziggrau ist.
Ein Hochofen kann in der Regel 10 bis 20 Jahre lang ohne Unterbrechung arbeiten. Dies wird als "Kampagne" bezeichnet.