Die Vereinigten Staaten von Amerika sind eine Bundesrepublik mit fünfzig Bundesstaaten, einem Bundesdistrikt und mehreren Territorien. Sie werden allgemein als Vereinigte Staaten, die Vereinigten Staaten von Amerika (abgekürzt U.S.A. oder U.S.A.) und manchmal auch einfach als Amerika bezeichnet. Die offizielle Hauptstadt ist Washington, D.C..

Geographie

Das Land liegt überwiegend in Nordamerika. Auf dem zusammenhängenden Festland grenzen achtundvierzig Bundesstaaten untereinander und an Washington, D.C.. Diese Bundesstaaten erstrecken sich zwischen dem Pazifik im Westen und dem Atlantischen Ozean im Osten und grenzen im Norden an Kanada und im Süden an Mexiko.

Der südwestlichste Teil Nordamerikas umfasst grosse Landschaftsregionen wie die Appalachen im Osten, die weiten Great Plains, die Rocky Mountains im Westen sowie zahlreiche Flusssysteme, vor allem den Mississippi und seine Zuflüsse. Das Klima variiert stark – von arktischen Bedingungen in Teilen Alaskas bis hin zu tropischem Klima in Teilen von Hawaii und in einigen Territorien.

Der Bundesstaat Alaska liegt im Nordwesten des Kontinents; er grenzt im Osten an Kanada und liegt über die Beringstraße geografisch nahe bei Russland. Der Bundesstaat Hawaii ist ein Archipel mitten im Pazifik. Darüber hinaus besitzen die Vereinigten Staaten mehrere Territorien und Inselgebiete in der Karibik und im Pazifik, die unterschiedliche politische und rechtliche Status haben.

Mit rund 3,79 Millionen Quadratmeilen (etwa 9,83 Millionen km²) Fläche zählen die Vereinigten Staaten zu den flächenmäßig größten Staaten der Erde. Nach dem Zensus von 2020 leben dort über 330 Millionen Menschen; die genaue Zahl variiert durch natürliche Bevölkerungsentwicklung und Migration.

Bevölkerung und Gesellschaft

Die Vereinigten Staaten sind eine der ethnisch vielfältigsten und multikulturellsten Nationen der Welt. Ihre Gesellschaft ist stark durch Einwanderung geformt: Einwanderungswellen aus Europa, Asien, Lateinamerika und Afrika sowie Binnenmigration haben zu einer vielfältigen Zusammensetzung nach Herkunft, Sprache, Religion und Kultur geführt. Englisch ist die de facto Amtssprache, es werden aber viele weitere Sprachen gesprochen, darunter Spanisch, Chinesisch und Tagalog.

Religionen, Lebensstile und kulturelle Traditionen sind stark regional geprägt. Städte wie New York, Los Angeles, Chicago und Houston sind bedeutende Zentren für Kultur, Wissenschaft, Medien und Kunst.

Politisches System

Die Vereinigten Staaten sind eine föderale Republik mit einer geschriebenen Verfassung, die vom Konvent von Philadelphia am 17. September 1787 verabschiedet wurde und im folgenden Jahr in Kraft trat. Die Regierung gliedert sich in drei voneinander unabhängige Gewalten: die Legislative (Kongress: Senat und Repräsentantenhaus), die Exekutive (Präsident und Kabinett) und die Judikative (Bundesgerichte, angeführt vom Obersten Gerichtshof).

Die Bill of Rights, die zehn erste Verfassungszusätze umfasst, wurde 1791 ratifiziert und schützt grundlegende Bürgerrechte und Freiheiten wie Meinungs-, Religions- und Versammlungsfreiheit.

Wirtschaft

Die US-Wirtschaft ist eine der größten und vielfältigsten weltweit. Nach nominalem Bruttoinlandsprodukt (BIP) nimmt sie eine Spitzenposition ein; in den 2010er und frühen 2020er Jahren lag das BIP im Bereich von mehreren Dutzend Billionen US-Dollar (je nach Jahr und Berechnungsmethode). Wichtige Wirtschaftszweige sind Dienstleistungen (insbesondere Finanzwesen, Technologie, Gesundheitswesen und Bildung), verarbeitendes Gewerbe, Landwirtschaft, Energie (Öl, Gas, erneuerbare Energien) und Hightech-Industrien.

Die Vereinigten Staaten sind führend bei Forschung und Entwicklung, Hochschulbildung und in vielen innovativen Branchen wie Informationstechnologie, Biotechnologie und Luft- und Raumfahrt.

Geschichte (Überblick)

Die heutige Nation entstand ursprünglich aus dreizehn Kolonien Großbritanniens entlang der Atlantikküste. Am 4. Juli 1776 gaben diese Kolonien die Unabhängigkeitserklärung heraus, erklärten ihre Unabhängigkeit von Großbritannien und bildeten eine Union. Im Amerikanischen Revolutionskrieg besiegten die Kolonien Großbritannien, was als erster erfolgreicher kolonialer Unabhängigkeitskrieg der Neuzeit gilt.

Der amerikanische Bürgerkrieg (1861–1865) zwischen dem bäuerlich geprägten Süden und dem industriellen Norden brach aus vor allem über Fragen wie die Rechte der Einzelstaaten und die Ausweitung der Sklaverei. Der Sieg des Nordens führte zum Ende der legalen Sklaverei und zur Bewahrung der nationalen Einheit, brachte aber lange Jahre der Rekonstruktion und soziale Spannungen mit sich.

Im 19. Jahrhundert erweiterten die Vereinigten Staaten ihr Territorium erheblich: sie erwarben Land von Frankreich (Louisiana Purchase), von Spanien (z. B. Florida), aus dem Vereinigten Königreich Teile des Oregon-Territoriums, durch Krieg und Verträge Land von Mexiko (Mexikanische Abtretung) sowie Alaska von Russland und schließlich die Republik Texas und die Republik Hawaii wurden in die Union eingegliedert. Die wirtschaftliche und industrielle Entwicklung im 19. Jahrhundert machte die USA zu einer bedeutenden Wirtschaftsmacht.

Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts stiegen die Vereinigten Staaten auch zur globalen Militärmacht auf: der Spanisch-Amerikanische Krieg 1898 markierte den Beginn eines stärkeren außenpolitischen Engagements. Im Ersten Weltkrieg (1914–1918) und vor allem im Zweiten Weltkrieg (1939–1945) spielten die USA eine entscheidende Rolle; nach 1945 gehörten sie zu den führenden Weltmächten, waren das erste Land mit Atomwaffen und wurden ständiges Mitglied im Sicherheitsrat der Vereinten Nationen sowie Gründungsmitglied der NATO.

Der Kalte Krieg (ca. 1947–1991) zwischen den USA und der Sowjetunion prägte die zweite Hälfte des 20. Jahrhunderts. Mit dem Zerfall der Sowjetunion blieben die Vereinigten Staaten als einzige dominante Supermacht zurück. Das Land ist weiterhin eine führende wirtschaftliche, politische und kulturelle Kraft und gibt einen großen Anteil der weltweiten Militärausgaben aus.

Im 20. Jahrhundert und darüber hinaus prägten innere Bewegungen wie die Bürgerrechtsbewegung, soziale Reformen, wirtschaftliche Modernisierung und technologische Innovationen die Entwicklung des Landes. Die Vereinigten Staaten stehen heute vor Herausforderungen wie politischer Polarisierung, Fragen der sozialen Gerechtigkeit, Klimawandel, Migration und globaler wirtschaftlicher Konkurrenz, arbeiten jedoch zugleich an Lösungen in Wissenschaft, Politik und Gesellschaft.

Kultur, Symbole und internationale Rolle

Die Kultur der USA wirkt weltweit durch Musik, Film, Fernsehen, Technologie und Wissenschaften. Nationale Symbole wie die Flagge (Stars and Stripes), der Weißkopfseeadler und die Nationalhymne sind wichtige Elemente der Identität. Außenpolitisch engagieren sich die Vereinigten Staaten in internationalen Organisationen, diplomatischen Netzwerken und etwa durch Entwicklungs- und Sicherheitszusammenarbeit.

Zusammenfassend sind die Vereinigten Staaten ein geografisch großes, wirtschaftlich und militärisch einflussreiches Land mit einer vielfältigen Bevölkerung und einer langen Geschichte von Expansion, Konflikt, Innovation und gesellschaftlichem Wandel.