US-Volkszählung 1830: Ergebnisse, Sklavenanteil & Bevölkerungszentrum
US-Volkszählung 1830: Detaillierte Ergebnisse, Sklavenanteil (2.009.043) und Lage des Bevölkerungszentrums – historische Zahlen, Kontext und kompakte Analyse.
Die US-Volkszählung von 1830 war die fünfte Volkszählung in den Vereinigten Staaten. Sie wurde am 1. Juni 1830 abgeschlossen und ergab, dass die Bevölkerung der 24 Bundesstaaten 12.866.020 Personen umfasste. 2.009.043 der Gesamtbevölkerung waren Sklaven.
Das Bevölkerungszentrum lag ungefähr 170 Meilen (274 km) westlich von Washington, D.C. in Grant County, Virginia. Dieses Ergebnis spiegelt die anhaltende Westwärtsbewegung der Bevölkerung in den Vereinigten Staaten im frühen 19. Jahrhundert wider (das Gebiet gehört heute größtenteils zu West Virginia).
Wachstum, Anteile und Zahlen
- Bevölkerungszuwachs: Gegenüber der Volkszählung von 1820 (9.638.453 Personen) stieg die Bevölkerung bis 1830 um etwa 3.227.567 Personen, das entspricht einem Zuwachs von rund 33,5 % in einem Jahrzehnt.
- Anteil der Sklaven: Mit 2.009.043 Sklaven betrug der Sklavenanteil an der Gesamtbevölkerung etwa 15,62 %.
- Umfang der Erfassung: Die Zählung erfasste die 24 zu dieser Zeit existierenden Bundesstaaten; bestimmte Gruppen, etwa als „Indians not taxed“ bezeichnete amerikanische Ureinwohner, wurden in den frühen Volkszählungen vielfach nicht vollständig erfasst.
Erhobene Merkmale und Methodik
Die Volkszählung 1830 wurde nach Bundesrecht durchgeführt; die Datenerhebung erfolgte durch eingesetzte Beamte (häufig U.S. Marshals oder von ihnen beauftragte Personen) nach einheitlichen Formularen. Erfasst wurden grundlegende demografische Merkmale wie Alter, Geschlecht und Rassenkategorien (unterschieden wurden u. a. freie Weiße, freie Farbige und Sklaven). Die Ergebnisse liegen in aggregierter Form für Staaten, Countys und viele Gemeinden vor und erlauben historische Vergleiche der Bevölkerungsverteilung und -entwicklung.
Bedeutung und historische Einordnung
Die Ergebnisse der Volkszählung von 1830 sind historisch wichtig, weil sie die rasche Ausdehnung der Bevölkerung westlich der Appalachen dokumentieren, die starke demografische Stellung des Südens mit einem bedeutenden Sklavenanteil zeigen und Grundlage für politische Entscheidungen (Sitzverteilung, Infrastrukturplanung) waren. Sie fallen in die Periode der Präsidentschaft von Andrew Jackson und spiegeln soziale und wirtschaftliche Entwicklungen wie die Expansion des Baumwollanbaus wider.
Einschränkungen der Daten
Wie bei allen frühneuzeitlichen Volkszählungen gibt es Einschränkungen: Ungenaue oder unvollständige Erhebungen in dünn besiedelten Gebieten, unterschiedliche Praxis bei der Zuordnung von Wohnorten, mögliche Unterschätzungen bestimmter Bevölkerungsgruppen (z. B. nicht erfasste Ureinwohner) sowie die Tatsache, dass Territorien oder nicht organisierte Gebiete teilweise anders behandelt wurden als Bundesstaaten.
Heute werden die tabellierten Ergebnisse der Volkszählung von 1830 für historische Forschung, Genealogie und zum Verständnis von Wanderungs- und Wachstumsprozessen in den frühen Vereinigten Staaten genutzt. Die vollständigen Datensätze und Zusammenfassungen sind in historischen Archiven und bei US-Behörden verfügbar.
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