Jesus von Nazareth, auch bekannt als Jesus Christus, war ein jüdischer Lehrer und Reformer der Religion, der zur wichtigsten und zentralen Figur des Christentums geworden ist. Die Christen folgen dem Beispiel Jesu, akzeptieren seine Worte als wahr und verehren ihn als den jüdischen Messias und die Inkarnation Gottes. Er ist eine der berühmtesten, anerkanntesten und einflussreichsten Personen in der Weltgeschichte.

Die meisten Historiker sind sich einig, dass er ein Jude aus einem Ort namens Judäa war, in einer Stadt namens Nazareth, im heutigen Israel. Sie stimmen auch darin überein, dass er als Lehrer und Heiler angesehen wurde und dass er von Johannes dem Täufer getauft wurde. Er wurde in Jerusalem auf Befehl von Pontius Pilatus gekreuzigt, und die Christen glauben, dass er drei Tage später wieder zum Leben erwachte - "auferstand".

Jesus lehrte vor allem Liebe und Vergebung für andere sowie Demut in Bezug auf die eigene Religion. Er sprach viele Male über das Reich Gottes und sagte anderen: "Das Reich Gottes ist nahe herbeigekommen". Er sagte, dass man sanftmütig sein müsse, wie ein Kind, und sich niemals rühmen dürfe. Er lehrte, dass Menschen, die Gott und andere Menschen ignorieren, seinen Segen nicht verdienen, aber Gott würde ihnen trotzdem vergeben, wenn sie Buße tun würden. Jesus widersetzte sich den anderen jüdischen Priestern, weil sie die Religion zum Prahlen benutzten. Das führte dazu, dass andere jüdische Führer Jesus hassten, weil Jesus versuchte, sie aufzuhalten. Jesus widersetzte sich auch der menschlichen Autorität, was zu einem Prozess und einer Verurteilung zum Tode durch die jüdischen Führer und dann zu seiner Hinrichtung am Kreuz durch die römischen Behörden führte.

Es gibt Geschichten über das Leben von Jesus von verschiedenen Schriftstellern. Die bekanntesten sind die vier christlichen Bücher, die Evangelien genannt werden. Sie bilden den Anfang des Neuen Testaments, eines Teils der Bibel. Das Wort "Evangelium" bedeutet "gute Nachricht". Sie erzählen ein wenig über seine Geburt und sein verborgenes frühes Leben, aber hauptsächlich über sein öffentliches Leben: seine Lehren, seine Wunder, seinen Dienst, seinen Tod und seine Auferstehung (Rückkehr vom Tod).

Mehrere jüdische und römische Historiker, wie Flavius Josephus, Tacitus, Plinius der Jüngere und Sueton, beziehen Jesus in ihre Schriften ein. Sie erzählen meist nur von seiner Hinrichtung oder von Problemen zwischen der römischen Regierung und seinen Anhängern; sie sprechen nicht über sein Leben, da sein Leben kein Problem war, das sie mit Jesus hatten.

Manichäer, Gnostiker, Muslime, Bahá'í und andere haben in ihren Religionen herausragende Plätze für Jesus gefunden. Der Koran behauptet, dass Jesus ein Muslim war. Die Bahá'í-Lehre betrachtet Jesus als eine "Manifestation Gottes", ein Bahá'í-Konzept für Propheten. Und auch einige Hindus betrachten Jesus als einen Avatar oder einen Sadhu. Einige Buddhisten, darunter Tenzin Gyatso, der 14. Dalai Lama, betrachten Jesus als einen Bodhisattva, der sein Leben dem Wohlergehen der Menschen gewidmet hat.