Wall-Street-Crash 1929 – Auslöser, Verlauf und Folgen der Großen Depression
Wall‑Street‑Crash 1929: Ursachen, dramatischer Verlauf und Folgen der Großen Depression verständlich erklärt – Auswirkungen & Lehren für heute.
Der Wall Street Crash von 1929 gilt als einer der gravierendsten Börsenkrachs in der Geschichte der Vereinigten Staaten und markierte den Beginn einer weltweiten wirtschaftlichen Krise. Der Verlauf der Tage Ende Oktober 1929 führte zu massiven Vermögensverlusten, Bankzusammenbrüchen und einem langandauernden Rückgang von Produktion und Handel. Die Aktienkurse erreichten erst Ende 1954 wieder das Niveau von 1929.
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8 BilderWann und wie begann der Crash
Die Krise spitzte sich in den letzten Oktobertagen 1929 zu: Am 24. Oktober (dem sogenannten Black Thursday) kam es zu heftigen Verkäufen, gefolgt von weiteren Panikverkäufen am 28. Oktober (Black Monday) und dem entscheidenden Ausverkauf am Dienstag, dem 29. Oktober 1929, dem Schwarzen Dienstag, an der New Yorker Börse. In diesen Tagen fielen die Kurse innerhalb weniger Sitzungen dramatisch, Anleger verloren Vertrauen, Kreditlinien wurden zurückgezogen und die Liquidität auf den Märkten brach zusammen.
Hauptursachen
- Spekulation und Kreditexpansion: Ein großer Anteil der Aktien wurde auf Margin (mit geliehenem Geld) gekauft. Als die Kurse begannen zu sinken, zwangen Nachschussforderungen viele Anleger zum Verkauf.
- Überbewertung der Aktienmärkte: In den späten 1920er-Jahren stiegen die Kurse deutlich schneller als die Unternehmensgewinne.
- Schwächen im Bank- und Finanzsystem: Unzureichende Regulierung, fehlende Einlagensicherung und eine enge Geldpolitik verschärften die Krise.
- Konjunkturelle Ungleichgewichte: Überproduktion in manchen Industriezweigen, stagnierende Reallöhne für große Teile der Bevölkerung und eine ungleich verteilte Einkommenssituation.
- Internationale Verflechtungen: Verflechtung durch Kredite und Handel sorgte dafür, dass der Schock schnell weltweit übertragen wurde.
Verlauf und Ausbreitung
In der Folge des Crashs kam es zu Bankenkrisen und zahlreichen Insolvenzen. Panikartige Bankabhebungen und Kreditkürzungen führten zu einer starken Schrumpfung der Nachfrage. Die Folgen traten nicht nur in den USA auf, sondern auch international: Der Rückgang von Exporten, Kapitalrückflüssen und Handelshemmnissen verstärkte die Depression in Europa und anderen Industrieländern.
Wichtige Entwicklungen in den frühen 1930er-Jahren waren:
- Massive Produktionseinbrüche und hohe Arbeitslosigkeit (in den USA stieg die Arbeitslosenquote auf etwa 25 %).
- Bankzusammenbrüche in großer Zahl – in den frühen 1930er-Jahren schlossen tausende Banken ihre Türen.
- Ein deutlicher Rückgang des globalen Handelsvolumens (der Welthandel sank zwischen 1929 und Mitte der 1930er Jahre um schätzungsweise mehrere zig Prozentpunkte).
Soziale und wirtschaftliche Folgen
Die wirtschaftliche Depression traf breite Bevölkerungsschichten hart: Hunderttausende verloren ihre Arbeit, zahlreiche Unternehmen gingen in Konkurs, und viele Familien litten unter Hunger und Obdachlosigkeit. In den USA entstanden die sogenannten Hoovervilles (Behelfssiedlungen für Obdachlose), und Suppenküchen wurden für viele Menschen zur Anlaufstelle.
Auf politischer Ebene führten wirtschaftliche Not und Arbeitslosigkeit zu steigender gesellschaftlicher Unzufriedenheit, Radikalisierungstendenzen in einigen Ländern und veränderten politischen Rahmenbedingungen. Internationaler Protektionismus nahm zu: Staaten erhöhten Zölle und schränkten Importe ein, was den Rückgang des internationalen Handels weiter verschärfte. Ein bekanntes Beispiel ist der Smoot‑Hawley-Tarif in den Vereinigten Staaten (1930), der weltweiten Handelskonflikte anheizte.
Politische Reaktionen und Maßnahmen
Antworten auf die Krise variierten je nach Land. In den USA führte die Wahl Franklin D. Roosevelts 1932 zu umfassenden Reformprogrammen, dem New Deal, mit Maßnahmen wie Arbeitsbeschaffungsprogrammen, Bankenreformen (u. a. Einrichtung der Einlagensicherung) und wirtschaftspolitischen Eingriffen zur Stabilisierung.
Weitere Reaktionen umfassten das Aufgeben des Goldstandards durch viele Länder, was die Geldpolitik flexibilisierte, sowie verschiedene fiskal- und geldpolitische Experimente, deren Erfolg unterschiedlich bewertet wird. Letztlich trug die Rüstungsproduktion und Mobilisierung für den Zweiten Weltkrieg Ende 1941 in den Vereinigten Staaten stark zur endgültigen Überwindung der Depression bei.
Langfristige Lehren
- Die Bedeutung stabiler Finanzmärkte und wirksamer Regulierung (z. B. Kreditbegrenzungen, Einlagensicherung).
- Die Rolle der Zentralbankpolitik zur Vermeidung einer deflationären Spirale durch ausreichende Liquiditätsversorgung.
- Notwendigkeit sozialer Sicherungsnetze, um humanitäre Notlagen abzufedern.
- Gefahren kurzfristigen Protektionismus für den Welthandel und die globale Konjunktur.
Der Wall-Street-Crash von 1929 war also mehr als ein einmaliges Börsenzusammenbrechen: Er löste eine langandauernde wirtschaftliche und soziale Krise aus, deren Auswirkungen Politik, Wirtschaft und Gesellschaft nachhaltig veränderten.
Ursachen
Börsenspekulationen führten dazu, dass Hunderttausende Amerikaner stark in den Aktienmarkt investierten und so eine Wirtschaftsblase schufen. Viele liehen sich Geld, um weitere Aktien zu kaufen.
"Um die Wende zum 20. Jahrhundert war die Börsenspekulation auf Profis beschränkt, aber in den 1920er Jahren investierten Millionen 'gewöhnlicher Amerikaner' an der New Yorker Börse. Bis August 1929 hatten die Makler Kleinanlegern mehr als zwei Drittel des Nennwertes der Aktien, die sie auf Marge kauften, geliehen - mehr als 8,5 Milliarden Dollar waren ausgeliehen".
Die ausgeliehene Geldmenge war größer als die gesamte zu dieser Zeit in den USA zirkulierende Geldmenge. Wenn der Aktienkurs unter den Betrag des geliehenen Geldes fiel, musste der Eigentümer verkaufen, um die Schulden zu begleichen. Dadurch fielen die Preise weiter. Jahre später wurde die Verwendung von Schulden auf diese Weise durch Vorschriften eingeschränkt. []
Fragen und Antworten
F: Was war der Wall Street Crash von 1929?
A: Der Wall Street Crash von 1929 war der größte Börsenkrach in der Geschichte der Vereinigten Staaten. Er ereignete sich an der New Yorker Börse am Dienstag, den 28. Oktober 1929, der heute als Schwarzer Dienstag bekannt ist.
F: Was waren einige der Folgen dieses Crashs?
A: Es folgten Bankzusammenbrüche, die zur Schließung von Unternehmen führten und eine weltweite Panik auslösten, die die Große Depression einleitete. Die Aktienkurse erreichten ihr früheres Niveau erst Ende 1954 wieder. Der Zusammenbruch war auch der Beginn einer 10-jährigen Großen Depression, die alle westlichen Industrieländer betraf. Die Länder verhängten hohe Zölle und schränkten die Importe auf andere Weise ein, während der internationale Handel deutlich zurückging. Suppenküchen wurden zu einer Anlaufstelle für viele Menschen, die in dieser Zeit aufgrund von Armut und Leid ihr Zuhause verloren hatten.
F: Wie lange dauerte es, bis sich die Aktienkurse von diesem Absturz erholten?
A: Es dauerte bis Ende 1954, bis die Aktienkurse nach dem Wall Street Crash von 1929 wieder das Niveau von vor dem Crash erreichten.
F: Wer wurde für diese Krise verantwortlich gemacht?
A: Die Menschen, die ihre Häuser verloren hatten, lebten in so genannten Hoovervilles und gaben Präsident Herbert Hoover die Schuld an dieser Krise oder Depression.
F: Wann begann der Zweite Weltkrieg und wie beendete er die Große Depression?
A: Der Zweite Weltkrieg begann Ende 1941 mit der Mobilisierung der Amerikaner und endete auf dramatische Weise am 3. September 1939 mit dem Beginn des Zweiten Weltkriegs und beendete damit die Große Depression.
F: Wie breitete sich die Weltwirtschaftskrise in Europa und anderen Teilen der Welt aus?
A: Die Große Depression breitete sich schnell von Amerika nach Europa und in andere Teile der Welt aus. Dies war das Ergebnis der wirtschaftlichen Verbindungen zwischen den amerikanischen und europäischen Volkswirtschaften nach dem Ersten Weltkrieg und dem Wall Street Crash am 29. Oktober 1929, der alles auslöste.
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Autor
AlegsaOnline.com Wall-Street-Crash 1929 – Auslöser, Verlauf und Folgen der Großen Depression Leandro Alegsa
URL: https://de.alegsaonline.com/art/106268
Quellen
- americaslibrary.gov : Black Tuesday
- timesonline.co.uk : "The beginner's guide to stock markets" · web.archive.org · archive.is
- worldcat.org : 1423-3967
- worldcat.org : 38739976
- letemps.ch : letemps.ch/monde/1929-six-jours-panique-wall-street-annoncent-pire-venir
- britannica.com : Encyclopædia Britannica
- ft.com : "Crashes, Bangs & Wallops"
- books.google.com : Facing the facts: an economic diagnosis

