Petersilienfrösche oder Pelodytidae sind eine Familie der Ordnung Anura. Die Familie umfasst nur eine Gattung, die Pelodyten. Diese Frösche kommen vor allem in Südwesteuropa und im Kaukasus vor.
Merkmale
Petersilienfrösche sind kleine, schlanke Frösche mit glatter Haut. Erwachsenentiere erreichen meist eine Körperlänge von rund 5 Zentimetern. Typisch ist eine unauffällige, meist grünlich-braune Grundfärbung mit dunklen Flecken oder Punkten, die an die Muster von Petersilienblättern erinnern – daher der deutsche Name. Weitere Merkmale:
- Haut: fein und glatt, ohne ausgeprägte Drüsenwülste wie bei manchen Krötenarten.
- Extremitäten: schlanke Hinterbeine, gut angepasst zum Springen; Zehen nur schwach oder wenig vernetzt.
- Augen: horizontale Pupillen.
- Größe: meist um 4–6 cm Gesamtlänge.
Verwandtschaft und Systematik
Die Pelodytidae gehören zu den neobatrachen Fröschen und stehen nahe bei anderen Gruppen wie den Spatenfußkröten und den Megophyriden. Die Familie ist monogenerisch (nur die Gattung Pelodytes), weist jedoch im fossilen Befund mehrere ausgestorbene Arten und teilweise auch ausgestorbene Gattungen auf, sodass die fossile Vielfalt größer ist als die heutige.
Arten (übersicht)
- Pelodytes punctatus – der „Petersilienfrosch“ im engeren Sinne, weit verbreitet in Teilen Westeuropas.
- Pelodytes ibericus – auf der Iberischen Halbinsel vorkommend (regional differenziert).
- Pelodytes caucasicus – im Kaukasusraum heimisch.
Die genaue Taxonomie wurde in den letzten Jahrzehnten durch molekulare Untersuchungen mehrfach überarbeitet; die Abgrenzung und der Status mancher Populationen kann regional variieren.
Lebensraum und Verbreitung
Petersilienfrösche besiedeln vor allem offene, teils trockene Landschaften mit Zugang zu temporären oder stehenden Gewässern zur Fortpflanzung. Typische Habitate sind Kleinwasserflächen, Pfützen, Tümpel in Landschaften mit geringer bis mäßiger Vegetation, aber auch landwirtschaftlich genutzte Flächen und Buschlandschaften. Ihre Verbreitung konzentriert sich auf Teile von Südwesteuropa und den Kaukasus; die jeweiligen Arten haben dabei unterschiedliche, teils stark eingeschränkte Verbreitungsgebiete.
Fortpflanzung und Entwicklung
Die Fortpflanzungszeit liegt meist im Frühjahr. Männchen rufen an den Laichplätzen, um Weibchen anzulocken; der Ruf ist kurz und wiederholt. Weibchen legen ihre Eier im Wasser ab; der Laich erscheint in gelatinösen Klumpen oder Schnüren in flachen Bereichen. Aus den Eiern schlüpfen Kaulquappen, die aquatisch leben und sich innerhalb einiger Wochen bis Monate zu Jungfröschen entwickeln, abhängig von Temperatur und Nahrungsangebot.
Ernährung und Verhalten
Erwachsene Petersilienfrösche ernähren sich überwiegend von kleinen Wirbellosen wie Insekten, Spinnen und anderen Gliederfüßern. Sie sind meist dämmerungs- und nachtaktiv, tagsüber verstecken sie sich unter Vegetation oder in Erdlöchern. Ihre Tarnzeichnung schützt vor Fressfeinden; sie verfügen nicht über starke Giftabwehr wie manche Krötenarten.
Gefährdung und Schutz
Die Bedrohungslage variiert regional. Lokale Populationen können durch Lebensraumverlust (Auffüllung oder Trockenfallen von Kleingewässern), Verschmutzung, intensive Landwirtschaft, Habitatfragmentierung und eingeführte Fische gefährdet sein. Der Erhalt temporärer Gewässer, extensiver Pufferzonen und geeigneter Laichplätze ist wichtig für den Schutz der Arten. Für viele Populationen werden Schutzmaßnahmen wie Bestandsmonitoring, Wiederherstellung von Tümpeln und Landschaftspflege empfohlen.
Fossiler Befund
Die Pelodytidae haben einen fossilen Nachweis, der zeigt, dass es früher eine größere Vielfalt innerhalb der Familie gab. Zahlreiche fossile Arten und mehrere ausgestorbene Gattungen sind bekannt, was die heutige geringe Artenzahl relativiert und auf eine ehemals breitere Verbreitung und Diversität hinweist.
Zusammenfassend sind Petersilienfrösche kleine, unauffällige, aber ökologisch interessante Amphibien mit spezifischen Anforderungen an Laich- und Lebensräume. Ihre geringe Artenzahl heute steht im Kontrast zur vergleichsweise reichen fossilen Geschichte der Familie.