In der Physik ist eine physikalische Größe jede physikalische Eigenschaft, die sich quantifizieren lässt, das heißt mit Hilfe von Zahlen und Einheiten gemessen werden kann. Beispiele für physikalische Größen sind Masse, Stoffmenge, Länge, Zeit, Temperatur, elektrischer Strom, Lichtintensität, Kraft, Geschwindigkeit, Dichte und viele andere. Physikalische Größen beschreiben Eigenschaften von Systemen oder Objekten — sowohl unbelebten als auch belebten — und bilden die Grundlage dafür, die Gesetze der Physik mathematisch zu formulieren.
Grundlegende Unterscheidung: Basis- und abgeleitete Größen
Physikalische Größen werden häufig in zwei Gruppen eingeteilt:
- Basisgrößen: unabhängige Größen, die als Grundlage für ein Einheitensystem dienen.
- Abgeleitete Größen: Größen, die sich durch Beziehungen zwischen Basisgrößen ausdrücken lassen (z. B. Kraft = Masse × Beschleunigung).
Basisgrößen im Internationalen Einheitensystem (SI)
Das SI definiert sieben Basisgrößen mit zugehörigen Einheiten. Wichtige Beispiele (mit geläufiger Einheit) sind:
- Länge — Meter (m)
- Masse — Kilogramm (kg)
- Zeit — Sekunde (s)
- elektrischer Strom — Ampere (A)
- Temperatur — Kelvin (K)
- Stoffmenge — Mol (mol)
- Lichtintensität — Candela (cd)
Abgeleitete Größen und Beispiele
Abgeleitete Größen entstehen durch Kombinationen der Basisgrößen. Beispiele und ihre SI-Einheiten:
- Geschwindigkeit — Meter pro Sekunde (m/s)
- Beschleunigung — m/s²
- Kraft — Newton (N), wobei 1 N = 1 kg·m/s²
- Energie — Joule (J), 1 J = 1 N·m
- Druck — Pascal (Pa), 1 Pa = 1 N/m²
Darstellung einer physikalischen Größe
Eine physikalische Größe wird allgemein als Produkt aus Zahl und Einheit angegeben:
Größe = Zahl × Einheit (z. B. 3,0 m, 9,81 m/s²). Die Zahl ist das Messergebnis und die Einheit legt die Skala fest. Viele Einheiten des SI sind als kohärente Kombinationen der Basis-Einheiten definiert.
Skalare und Vektorielle Größen
Physikalische Größen lassen sich außerdem nach ihrer Richtungseigenschaft unterscheiden:
- Skalare haben nur einen Zahlenwert und eine Einheit (z. B. Temperatur, Masse).
- Vektoren haben zusätzlich eine Richtung und werden durch Betrag und Richtung beschrieben (z. B. Kraft, Geschwindigkeit).
Einheiten, Präfixe und Umrechnung
Um sehr große oder sehr kleine Zahlen einfach darzustellen, benutzt man SI-Vorsätze wie Kilo (k, 10³), Milli (m, 10⁻³) oder Mikro (µ, 10⁻⁶). Beim Umrechnen ist auf Konsistenz der Einheiten zu achten (z. B. km/h in m/s umrechnen).
Dimensionsanalyse und Konsistenzprüfungen
Die Dimensionsanalyse hilft, Formeln auf Einheitenkonsistenz zu prüfen: die Dimensionen auf beiden Seiten einer Gleichung müssen übereinstimmen (z. B. Kraft hat die Dimension M·L·T⁻²). Das ist ein wichtiges Werkzeug, um Rechenfehler zu vermeiden oder Einheitenumrechnungen zu kontrollieren.
Messung, Unsicherheit und Genauigkeit
Messwerte sind nie völlig exakt; sie haben immer eine Messunsicherheit. Bei Messungen sollte man deshalb:
- angeben, mit welcher Unsicherheit oder mit wie vielen signifikanten Stellen ein Wert gemessen wurde,
- geeignete Messgeräte und Referenzstandards verwenden (z. B. Kalibrierung),
- die Messmethode und Bedingungen dokumentieren, damit Resultate vergleichbar sind.
Physikalische Größen sind damit zentrale Bausteine der Physik: Sie ermöglichen quantitative Beschreibungen, Vorhersagen und den Austausch von Messergebnissen in standardisierter Form. In Formeln drücken sie die Größen und Zusammenhänge aus, auf denen die wissenschaftliche Arbeit und die Technik beruhen.