Der Royal Mail 4 State Customer Code (RM4SCC) ist ein für die automatisierte Postverarbeitung entwickeltes Strichcodierungssystem, das von der Royal Mail in England eingeführt wurde. Als zweidimensionaler Strichcode unterscheidet sich RM4SCC sowohl von einfachen eindimensionalen Barcodes als auch von Matrixcodes: Die Informationen werden in Gruppen vertikaler Elemente kodiert, die in vier verschiedenen Höhenzuständen erscheinen. Weitere allgemeine Informationen zu Strichcodetypen finden Sie unter Strichcode-Übersicht, Informationen zur Organisation hinter dem System unter Royal Mail und zur geographischen Herkunft unter England.
Eigenschaften und Aufbau
RM4SCC besteht aus aufeinanderfolgenden Gruppen von vertikalen Balken. Jedes Zeichen wird durch eine feste Anzahl von Elementen kodiert, wobei jedes Element einen von vier möglichen vertikalen Zuständen einnehmen kann. Zur Erhöhung der Lesesicherheit und zur eindeutigen Ausrichtung verwendet das System Start- und Stopp-Symbole. Zusätzlich enthält der Code eine Prüfsumme, die selbst als weiteres Zeichen kodiert wird und Fehlererkennung bei der automatischen Verarbeitung ermöglicht (Prüfsumme).
- Vier Zustände: Die vertikalen Elemente unterscheiden sich in ihrer Höhe, sodass Scanner die Muster zuverlässig interpretieren können.
- Start/Stop: Markierungen am Anfang und Ende unterstützen die Synchronisation von Lesegeräten.
- Zeichensatz: Der Code ist so ausgelegt, dass er eine festgelegte Anzahl alphanumerischer Zeichen darstellen kann.
Geschichte und Standardisierung
Das System wurde von der Royal Mail zur Beschleunigung und Automatisierung der Sortierprozesse eingeführt. Es entwickelte sich im Zuge der zunehmenden Mechanisierung der Postbearbeitung im späten 20. Jahrhundert. Die Anwendung und Implementierung folgte später auch internationalen Empfehlungen: Der Weltpostverein hat einen Standard formuliert, wie solche vierzuständigen Codes in Postsystemen angewendet werden sollen, um Interoperabilität zu gewährleisten (UPU-Standard).
Anwendungen und praktische Bedeutung
RM4SCC wird primär zur Kennzeichnung von Postleitzahlen und damit verbundenen Routing-Informationen auf Briefen und Paketen eingesetzt, um maschinelles Sortieren in hohen Durchsatzraten zu ermöglichen. In der Praxis findet man den Code auf Sendungen im Vereinigten Königreich, vor allem auf Briefumschlägen und Paketetiketten (Briefe, Pakete). Varianten oder ähnliche Systeme kommen auch in anderen Ländern zum Einsatz; ein bekanntes Beispiel ist das niederländische KIX-System der PostNL (PostNL – KIX), das sich in einigen Konstruktionsmerkmalen unterscheidet (z. B. Verzicht auf Start/Stop-Charaktere und oftmals keine Prüfsumme).
Besonderheiten beim Drucken und Lesen
RM4SCC ist für extremes Tempo beim Drucken und Scannen optimiert. Unter diesen Bedingungen entstehen oft nicht perfekt gerade Linien; leichtes "Verbiegen" oder Unregelmäßigkeiten der Balken gelten als normal und werden von modernen Lesegeräten toleriert. Scanner sind darauf ausgelegt, geringe Verzerrungen, Druckstreifen oder geringe Ausbrüche auszubessern und dennoch die korrekte Bitfolge zu erkennen. Für Betreiber ist dennoch wichtig, ausreichend Kontrast, geeignete Ruhezone und Mindestgrößen einzuhalten, damit die Lesesicherheit erhalten bleibt (technische Hinweise).
RM4SCC bleibt ein typisches Beispiel für spezialisierte Post-Barcodes: kompakt, fehlertolerant und auf hohe Verarbeitungsgeschwindigkeit ausgelegt. Wer sich tiefergehend informieren will, findet technische Spezifikationen und Anwendungsrichtlinien bei den jeweiligen Postorganisationen und im UPU-Standard (Royal Mail, UPU).


