Screen One ist eine britische Fernseh-Anthologie-Dramaserie, die von den BBC Studios produziert und von BBC Worldwide vertrieben wird. Sie wurde zwischen 1989 und 1998 auf BBC1 ausgestrahlt. In sechs Serien entstanden insgesamt sechzig Filme; daneben wurden mehrere Beiträge als eigenständige Specials gezeigt. Die Beiträge waren überwiegend abendfüllende, filmisch inszenierte Fernsehfilme mit deutlich höheren Produktionswerten als viele klassische Studioproduktionen.

Konzept und Entstehung

Die Wurzeln von Screen One liegen in älteren BBC-Spielarten des Fernsehdramas. Das bahnbrechende Format "Play for Today" lief von 1970 bis 1984 und war oft studiobasiert und theatralisch angelegt. Nach dem Ende von Play for Today wurde Kenneth Trodd gebeten, eine neue Reihe einmaliger Fernsehdramen zu entwickeln. Diese Projekte liefen ab 1985 als Screen Two auf BBC2 und wurden vollständig auf Film gedreht, wodurch ein stärker kinoreifer Stil möglich wurde.

1989 adaptierte die BBC das Konzept für ein breiteres Publikum und brachte die Reihe als Screen One auf BBC1. Die Ausrichtung orientierte sich auch an den Fernsehfilmen von Channel 4, von denen einige später für das Kino freigegeben wurden. Ziel war es, Inhalte mit bekannten Schauspielern und attraktiver, filmischer Ästhetik einem größeren TV-Publikum zugänglich zu machen.

Besetzung, Stil und Themen

Screen One arbeitete regelmäßig mit etablierten Namen aus Film und Fernsehen, brachte aber auch Newcomer ins Blickfeld. Zu den bekannten Darstellern zählten unter anderem Alfred Molina, Sean Bean, David Thewlis, Ray Winstone, Alan Bates, Judi Dench, James Fox, Keith Allen, Bob Peck, Alun Armstrong, Marina Sirtis, David Jason, Brenda Blethyn, James Bolam, Adrian Edmondson, Alison Steadman, Timothy West, Clive Russell und Janet McTeer. Mehrere Schauspieler nutzten die Reihe als Sprungbrett und gaben hier frühe Film- und Fernsehauftritte; dazu zählt auch Keira Knightley, die in der fünften Folge der Serie, Royal Celebration, zu sehen war.

Inhaltlich reichte das Spektrum von sozialen und familiären Dramen über Kriminalgeschichten bis zu biografisch oder historisch inspirierten Stoffen. Die Filme zeichneten sich durch kompakte Erzählungen, hohe Produktionsqualität und eine klare filmische Handschrift aus, wodurch sie sich bewusst von den studiotheatralen Ursprüngen absetzten.

Formatänderungen, Ende und Nachwirkung

Mit Beginn der 1990er Jahre verlagerte die BBC ihre Programmstrategie zunehmend hin zu Serien- und Reihenformaten. 1993 begann diese Umorientierung, und 1994 erschien Screen One noch einmal als Serie mit sechs Episoden — dies war die letzte reguläre, abendfüllende Serie unter diesem Titel. Anschließend produzierte die BBC acht einzelne Specials, bevor die Reihe eingestellt wurde. Die letzte Folge wurde am 15. Februar 1998 ausgestrahlt.

Obwohl Screen One nach 1998 nicht mehr fortgesetzt wurde, trug die Anthologie dazu bei, das Genre des filmischen Fernsehspiels in Großbritannien zu stärken. Zahlreiche Mitarbeitende und Darsteller setzten ihre Karrieren im Fernsehen und Kino fort, und einzelne Folgen gelten bis heute als Beispiele für hochwertiges britisches Fernsehen der 1990er Jahre.

Verfügbarkeit

Einige Folgen von Screen One sind in Archiven der BBC erhalten und tauchen gelegentlich in Retrospektiven, auf DVD-Veröffentlichungen oder auf Streaming-Plattformen auf. Die Verfügbarkeit variiert aber stark und hängt von Rechtefragen sowie Restaurierungsentscheidungen ab.

Kurzfakten:

  • Produktionszeitraum: 1989–1998
  • Sender: BBC1
  • Anzahl: ca. 60 Filme in sechs Serien plus einzelne Specials
  • Format: überwiegend abendfüllende, filmisch inszenierte Einzelfilme