St. Michael’s Mount (Cornwall) – Gezeiteninsel mit Schloss & Kapelle

St. Michael’s Mount (Cornwall) – faszinierende Gezeiteninsel mit mittelalterlichem Schloss & Kapelle, Geschichte seit dem 12. Jh., spektakuläre Küstenblicke und Besuchercharme.

Autor: Leandro Alegsa

St. Michael's Mount ist eine kleine Gezeiteninsel in der Mount's Bay, Cornwall, England. Die Insel bildet eine eigene Zivilgemeinde und ist mit der Küstenstadt Marazion durch einen künstlichen Granitdamm verbunden, der bei niedrigerem Wasserstand begeh- und befahrbar ist. Die Bevölkerung der Gemeinde betrug im Jahr 2011 35 Personen. Das Schloss und die Kapelle sind seit etwa 1650 das Zuhause der Familie St. Aubyn und werden in Kooperation mit dem National Trust verwaltet; Teile des Anwesens sind für Besucher geöffnet. Die frühesten erhaltenen Gebäude auf dem Gipfel stammen aus dem 12. Jahrhundert.

Lage und Gezeiten

Die Insel liegt exponiert in der Bucht von Mount's Bay und ist bei Ebbe über den Damm fußläufig erreichbar, bei Flut jedoch von Wasser umgeben. Bei Hochwasser verkehrt zudem ein kleines Boot ab Marazion. Wegen der starken Gezeiten und der schnellen Wasserstandsänderungen ist es wichtig, die Tidezeiten zu beachten und die ausgeschilderten Zugangswege zu nutzen.

Geschichte

Auf dem Gipfel der Insel befand sich im Mittelalter eine Benediktinerprioratsgründung mit engen Verbindungen zum französischen Kloster; die religiöse Nutzung lässt sich bis ins 12. Jahrhundert zurückverfolgen. Später wurde die Anlage befestigt und in unterschiedlichen Epochen erweitert — von mittelalterlichen Mauern über Tudor- und georgianische Anbauten bis zu viktorianischen Restaurierungen. Die Familie St. Aubyn ist seit dem 17. Jahrhundert eng mit dem Ort verbunden; in der Mitte des 20. Jahrhunderts übergab ein Mitglied der Familie Teile des Anwesens an den National Trust, behielt aber weiterhin private Wohnräume.

Schloss, Kapelle und Gärten

Das Schloss erhebt sich terrassenförmig über dem Hafen und vereint Elemente verschiedener Bauperioden. Die kleine Kapelle auf dem Gelände ist der Überlieferung nach dem Erzengel Michael geweiht. Rund um die Bebauung liegen subtropisch anmutende Gärten, die dank des milden Klimas an der Südküste Englands eine ungewöhnlich reiche Pflanzenwelt zeigen — vom Farnbestand bis zu exotisch wirkenden Sträuchern.

Besuch und praktische Hinweise

  • Zugang: Bei Ebbe ist der Granitdamm passierbar; bei Flut verkehrt ein Boot von Marazion. Informieren Sie sich vor dem Besuch über die aktuellen Tidezeiten.
  • Öffnungszeiten & Organisation: Teile des Schlosses, der Kapelle, der Gärten sowie ein Besucherzentrum mit Café und Shop sind saisonal geöffnet und werden vom National Trust betrieben; die Familie St. Aubyn bewohnt weiterhin einen privat genutzten Bereich.
  • Sicherheit: Gezeiten und querende Wasserläufe können gefährlich sein. Folgen Sie Hinweisschildern, verlassen Sie nicht die markierten Wege und planen Sie genug Zeit für Hin- und Rückweg ein.
  • Anreise: Marazion ist per Bus oder Auto erreichbar; von Penzance aus bestehen kurze Verbindungen. Parkplätze und touristische Einrichtungen befinden sich in Marazion.

Kultur, Natur und Vergleich

St. Michael's Mount hat neben historischem Wert auch ökologische Bedeutung: Felsige Uferzonen, Watten und Küstenflora bieten Lebensraum für Seevögel und maritime Pflanzen. Sprachlich und bildlich wird die Insel oft mit dem französischen Mont Saint-Michel auf der anderen Seite des Ärmelkanals verglichen — beide sind markante Gezeiteninseln mit religiöser und befestigter Bausubstanz, jedoch eigenständig in Geschichte und Gestaltung.

Für einen gelungenen Besuch empfiehlt sich gutes Schuhwerk, rechtzeitige Planung nach den Gezeiten und etwas Zeit für die Erkundung von Schloss, Kapelle, Gärten und der kleinen Hafenanlage. Bitte respektieren Sie die Hinweise vor Ort und die Bereiche privaten Wohnens.

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