Stuntman & Stuntfrau: Definition, Aufgaben und Geschichte
Stuntman & Stuntfrau: Alles zu Definition, Aufgaben, Techniken und Geschichte – spektakuläre Einblicke in Risiko, Ausbildung und Film‑Action.
Ein Stuntman oder eine Stuntfrau ist eine Person, die für Film-, Fernseh- oder Live-Produktionen gefährliche oder technisch anspruchsvolle Handlungen ausführt, die für den Hauptdarsteller als zu riskant gelten. Solche Einsätze reichen von Stürzen und Explosionen bis zu Kampfchoreografien und Fahrzeugmanövern. In der Regel wird die/die Stuntperformer*in bezahlt, um diese Aktionen möglichst realistisch und gleichzeitig so sicher wie möglich darzustellen – zum Beispiel aus der Höhe springen, hinunterfallen, einen Autounfall darstellen oder mit simulierter Bewaffnung wie mit Waffen, Schwertern oder Messern kämpfen. Diese Stunts sind meist Teil einer größeren Film- oder Fernsehszene und dienen der Dramaturgie einer Produktion. Viele Produktionen im Action-, Kriegs-, Kampfsport- oder Krimi-Genre beschäftigen deshalb ganze Stuntteams.
Aufgaben und typische Stuntarten
Die Bandbreite an Stunts ist groß. Wichtige Kategorien sind unter anderem:
- Stürze: Highfalls, falls on airbag oder auf weiche Unterlagen.
- Feuerstunts: Inszenierte Brände, kontrollierte Verbrennungen (Burns).
- Fahrmanöver: Drifts, Sprünge, kontrollierte Kollisionen und Stunts mit Motorrädern oder Autos.
- Kampfchoreografien: Schwert- und Messerarbeit, Faustkämpfe, Fallschule und akrobatische Schläge.
- Drahtarbeit (Wirework): Abseilen, Flüge oder abruptes „Abstürzen“ mit Seiltechnik.
- Wasser- und Unterwasserstunts: Rettungsaktionen, Unterwassersequenzen, Tauchmanöver.
- Pyrotechnik und Spezialeffekte: kontrollierte Explosionen, Einsatz von Nebel, Funken und Effekten.
- Tierstunts und Stunts mit Requisiten: Umgang mit Tieren, gefährlichen Objekten oder Maschinen.
Ausbildung, Fertigkeiten und Vorbereitung
Stuntleute verfügen oft über einen Hintergrund in Sportarten und Disziplinen wie Akrobatik, Turnen, Kampfsport, Motorradsport, Klettern, Tauchen oder Fallschirmspringen. Wichtige Fähigkeiten und Ausbildungen sind:
- Fallschule, Akrobatik- und Gymnastiktraining.
- Spezialtraining für Kampfchoreografien inklusive Waffensicherheit.
- Fahrtechnikschulungen (Präzisionsfahren, Drift-Training).
- Ausbildung in Rigging, Abseiltechnik und Drahtsystemen.
- Erste-Hilfe- und Notfalltraining, oft auch professionelle medizinische Kenntnisse.
- Zusammenarbeit mit Pyrotechnikern und Stunt-Koordinator*innen zur Wirkung und Sicherheit von Spezialeffekten.
Vor jedem Stunt sind intensive Proben, Risikobewertungen und Abstimmungen mit dem Stunt Coordinator, der Regie und der Sicherheitscrew üblich.
Sicherheit, Technik und Teamarbeit
Sicherheit hat oberste Priorität. Ein Stunt wird nie ohne Planung, ausreichend Sicherungspersonal und geeignetes Equipment ausgeführt. Typische Sicherheitsmaßnahmen:
- Absicherung mit Seilen, Gurten und Airbags.
- Hochwertige Schutzausrüstung (Protektoren, Helme, feuerfeste Kleidung).
- Technische Unterstützung durch Rigging, Körperschutz und verdeckte Stunt-Mechanik.
- Absprache mit Pyrotechnikern, Spezialeffekttechnikern und medizinischem Personal.
- Versicherungen, Notfallpläne und rechtliche Absicherung für alle Beteiligten.
Zu einem Stuntteam gehören neben den Stuntperformer*innen häufig ein Stunt Coordinator, Rigger, Fahrtrainer, Pyrotechniker und medizinisches Personal. Der Stunt Coordinator entwirft die Abläufe, kalkuliert Risiken und koordiniert die Sicherheitsmaßnahmen am Set.
Organisation, Rechtliches und Verbände
Stuntarbeit ist oft organisiert über Berufsverbände, Gewerkschaften und Produktionsstandards. In vielen Ländern gelten spezielle Regelungen zu Arbeitszeiten, Versicherungspflichten und Sicherheitsstandards. International bekannte Gewerkschaften wie SAG-AFTRA (USA) haben eigene Tarifverträge und Sicherheitsrichtlinien für Stuntarbeiten. Auch auf nationaler Ebene setzen Verbände Standards für Ausbildung, Lizenzierung und Unfallverhütung.
Geschichte und bekannte Persönlichkeiten
Stuntarten und Stuntkultur haben eine lange Geschichte. Bereits im frühen Film zeigten Schauspieler und Stuntleute riskante Szenen, um realistisches Bildmaterial zu erzeugen. Berühmte Beispiele sind Entfesselungskünstler wie Harry Houdini, die als frühe Vorläufer spektakuläre Live-Stunts vor Publikum präsentierten. In der Filmgeschichte trugen Persönlichkeiten wie Buster Keaton und Harold Lloyd (beide sind für ihre riskanten Selbstdarstellungen in Stummfilmen bekannt) maßgeblich zur Entwicklung cineastischer Stunts bei. Moderne Beispiele für bekannte Stunt- und Actionkünstler sind Jackie Chan und akrobatische Fliegertruppen wie die Blue Angels, die komplexe und gefährliche Darbietungen zeigen.
In jüngerer Zeit gibt es viele spezialisierte Stuntleute und -koordinator*innen weltweit. Einige arbeiten weiterhin in Live-Shows oder auf Jahrmärkten, andere konzentrieren sich auf Film- und Fernsehproduktionen. Beispiele für Live-Entfesselungs- und Sideshow-Künstler sind die Entfesselungskünstlerin und Stuntfrau Roslyn Walker sowie der Sideshow-Veteran Kondini, beide aus Großbritannien.
Live-Stunts, Shows und Zirkus
Neben Film und Fernsehen treten Stuntleute auch in Live-Shows, in Vergnügungsparks, bei Motorsport-Events oder als Teil von Zirkus- und Varieté-Acts auf. Diese Stunts sind meist auf Unterhaltung ausgelegt und können als eigenständige Darbietung ohne erzählerischen Rahmen stattfinden. Beispiele hierfür sind Fluchtkünstler, Schwertschlucker und gefährliche Akrobatiknummern.
Moderne Entwicklungen
Die Technik der Filmproduktion hat sich weiterentwickelt: CGI, Compositing und Motion-Capture können gefährliche Szenen teilweise ersetzen oder ergänzen, aber praktische Stunts bleiben wegen ihrer Authentizität gefragt. Moderne Stuntarbeit verbindet praktische Effekte mit digitaler Nachbearbeitung (z. B. Wire-Entfernung, digitale Verstärkung). Gleichzeitig wächst das Bewusstsein für Arbeitssicherheit, Gesundheitsvorsorge und langfristige körperliche Folgen, sodass Ausbildung, Sicherheitsstandards und Versicherungen heute stärker betont werden als früher.
Risiken und Berufsperspektive
Stuntarbeit ist körperlich anspruchsvoll und mit einem erhöhten Verletzungsrisiko verbunden. Dennoch bietet der Beruf eine Vielzahl an Möglichkeiten: von spezialisierten Stuntrollen über Koordination und Regie bis hin zu Beratung bei Effekten und Sicherheit. Viele Stuntleute entwickeln sich zu Stuntcoordinator*innen, Second-Unit-Regisseur*innen oder Spezialtrainern.
Insgesamt ist der Beruf des Stuntman / der Stuntfrau eine Mischung aus sportlicher Fertigkeit, technischem Wissen, präziser Planung und Teamarbeit. Nur durch sorgfältige Vorbereitung und moderne Sicherheitsstandards lassen sich realistische, spektakuläre und zugleich möglichst sichere Stunts verwirklichen.

Arbeit als Stuntman
Stuntarbeit ist gefährlich, unabhängig davon, ob Sie in Film, Fernsehen oder innerhalb einer Live-Stuntshow arbeiten. Stuntmänner werden bei den von ihnen ausgeführten Stunts oft verletzt und in einigen Fällen wurden Stuntmänner sogar getötet.
Stuntarbeit ist keine stetige Arbeit. Stuntmänner, die beim Film arbeiten, werden nur auf Filmbasis beschäftigt, manchmal werden sie für einige Monate gebraucht, wenn sie das Glück haben, für den Hauptdarsteller das Doppelte zu bekommen, aber sie könnten ganz leicht nur für einen einzigen Stunt gebraucht werden, der über einen oder zwei Tage hinweg gefilmt wird.
In der Live-Stunt-Branche ist die Arbeit sehr saisonabhängig. Ein Stuntman kann in den Sommermonaten lange arbeiten, oft sieben Tage in der Woche, aber in der Winterzeit überhaupt nicht.
Stuntmen, die für Film und Fernsehen auftreten, profitieren oft davon, dass eine große Sicherheitsmannschaft anwesend ist, was in krassem Gegensatz zu denjenigen steht, die im Rahmen von Live-Shows auftreten, die oft allein arbeiten und für alle Aspekte des Stunts, den sie ausführen, verantwortlich sind.
Stuntmen müssen auch in viele verschiedene Regionen oder Länder reisen, um Arbeit zu bekommen. Für Menschen, die gerne reisen, kann dies ein Vorteil sein. Es kann aber auch dazu führen, dass es schwierig ist, Freunde und Verwandte zu sehen, wenn man nicht zu Hause ist.
Stuntman werden
Um Stuntman zu werden, gehen einige Leute auf eine Stuntman-Schule. Es gibt Stuntman-Schulen in Kalifornien und Florida, in denen professionelle Stuntmänner den Leuten beibringen, wie man Stunts macht. Die meisten Menschen gehen jedoch nicht zur Schule, um Stuntman zu werden. Die Leute lernen die Fähigkeiten von anderen erfahreneren Stuntmen.
Wenn ein Stuntman anfängt, als Stuntman zu arbeiten, verdient er nicht viel Geld. Sobald ein Stuntman Erfahrung hat, kann er mehr Geld verlangen. In vielen Ländern müssen Stuntmänner einer Gewerkschaft beitreten, um an Film- oder Fernsehshow-Produktionen mitzuwirken, und Beiträge (Zahlungen) an die Gewerkschaft zahlen. Es gibt mehr Männer als Frauen, die als Stuntman arbeiten.
Normalerweise arbeitet ein Stuntman in Film und Fernsehen nicht mehr als Stuntman, nachdem sie 40 Jahre alt geworden sind. Diejenigen, die in Live-Stuntshows arbeiten, tun dies jedoch noch bis ins hohe Alter. Kondini arbeitet trotz seines Alters von 70 Jahren weiterhin als Schwertschlucker und Entfesselungskünstler. Einige erfahrene Stuntmänner werden Stuntkoordinatoren oder Berater, die die in TV-Shows und Filmen aufgeführten Stunts planen und konzipieren.
Verwandte Konzepte
Ein weiterer Job für Männer oder Frauen in der Fernseh- oder Filmproduktionsindustrie, bei dem Menschen die Schauspieler ersetzen, ist der Job des Body Double. Wenn ein Film eine Szene mit einer Liebesszene oder einer Nacktszene hat, die der Schauspieler nicht machen will, kann der Film- oder Fernsehregisseur einen Mann oder eine Frau als Körperdouble einstellen. Der Mann oder die Frau gibt für eine kurze Zeit vor, der Schauspieler zu sein, so dass die Liebesszene oder Nacktszene gefilmt werden kann.
Websites von Interesse
- Offizielle Website der Entfesselungskünstlerin und Stuntman Roslyn Walker
- Offizielle Website des Sideshow-Künstlers Kondini
- Die Stuntmen-Vereinigung der Kinofilme
- Vereinte Stuntmen-Vereinigung
Fragen und Antworten
F: Was ist ein Stunt-Darsteller?
A: Ein Stuntdarsteller, auch Stuntman oder Stuntfrau genannt, ist eine Person, die gefährliche Handlungen ausführt, meist in der Fernseh- oder Filmproduktionsbranche.
F: Welche Art von Handlungen führen Stuntleute aus?
A: Stuntdarsteller führen in der Regel gefährliche Aktionen aus, wie Sprünge aus großer Höhe, Stürze, Autounfälle oder vorgetäuschte Kämpfe mit Waffen wie Schwertern oder Messern.
F: Bei welcher Art von Produktionen werden Stunts eingesetzt?
A: Stunts werden häufig in Actionfilmen, Abenteuerfilmen, Kriegsfilmen, Martial-Arts-Filmen, Thrillern und Krimis sowie in Fernsehserien eingesetzt.
F: Gibt es Schauspieler, die auch Stuntdarsteller sind?
A: Ja! Einige Schauspieler, wie z.B. Jackie Chan, sind auch Stuntkünstler, die diese Art von Arbeit ausführen.
F: Gibt es noch andere Arten von Stunts, die man außerhalb von Filmen und Fernsehsendungen sehen kann?
A: Ja! Es gibt einige Stuntkünstler, die gefährliche Stunts vor einem Live-Publikum in Shows vorführen und nicht als Teil einer größeren Geschichte in Filmen oder Fernsehserien. Dazu gehören Entfesselungskünstler, Schwertschlucker und andere Zirkus- und Sideshow-Acts.
F: Wer war ein berühmtes Beispiel für diese Art von Darstellern aus dem letzten Jahrhundert?
A: Ein berühmtes Beispiel aus dem letzten Jahrhundert war der Entfesselungskünstler Harry Houdini.
Suche in der Enzyklopädie