Tiberius Sempronius Gracchus (163/162 v. Chr. - 133 v. Chr.) war ein wichtiger römischer Tribun des Pöbels. Er schlug eine Reform mit dem Namen "Lex Sempronia Agraria" vor. Diese sollte die Zahl der Armen und Obdachlosen verringern, indem den Reichen nur eine bestimmte Menge an Land zugestanden wurde. Der Rest des Landes würde obdachlosen Veteranen des römischen Militärs überlassen. Doch dem römischen Senat gefiel sein Plan nicht. Sie überzeugten einen anderen Tribun, namens Marcus Octavius, sich gegen Tiberius Gracchus zu stellen. Schließlich baute sich so viel Spannung auf, dass einige der Senatoren Tiberius mit ihren Stühlen zu Tode schlugen und seine Leiche in den Tiber warfen. Tiberius' Tod wird als der erste Tod angesehen, der durch politische Probleme in der römischen Regierung verursacht wurde.

Der Bruder des Tiberius, Gaius Gracchus, versuchte ebenfalls, die römische Regierung zu reformieren und wurde ebenfalls getötet. Beide zusammen werden die Gracchi genannt. Ihre Reformversuche wirkten sich nachhaltig auf Rom aus, da der Senat später einige der Ideen aus ihren Reformen in seinen eigenen Gesetzen verwendete.